Vorabmeldungen zu GEWINN 11/99 vom 3.11.1999

Wien (OTS) - Bricht der Damm bei den Banköffnungszeiten? Wiener Raiffeisen-Filialen öffnen am Samstag =

Zehn Filialen der Raiffeisenlandesbank
Niederösterreich-Wien halten im November in Wien an den vier Samstagen mittags von elf bis 13 Uhr offen, berichtet der GEWINN. Raiffeisenbanker Dr. Georg Kraft-Kinz: Nach 40 Jahren war die Änderung der Öffnungszeiten überfällig. Diese Aktion ist ein Service für unsere berufstätigen Kunden." Kraft-Kinz verweist auf Erhebungen, die ergaben, daß rund die Hälfte der berufstätigen Kunden speziell zum Thema Vorsorgeberatung diesen Service wünscht. Bankgeschäfte wie z. B. Einzahlungen werden aber nicht abgewickelt. Und jeder Mitarbeiter, der samstags arbeitet, wird dies auf freiwilliger Basis tun. Kraft-Kinz: "Das ist kein Angriff auf die anderen Banken. Aber wenn die Aufregung kommt, sehen wir ihr gelassen entgegen."

Einführung von Leistungsprämien für Vertragsbedienstete

Prämienbonus im Beamtenstaat

Hinter verschlossenen Türen bei der Beamtengehaltsrunde kündigt sich eine kleine Sensation an. Erstmals soll, wie der GEWINN berichtet, im Beamtenstaat Österreich das Leistungslohn-Prinzip eingeführt werden. Christian Havranek, Gehaltsexperte beim Institut für Unternehmensberatung ifu, und Mannen der Sektion VII des Finanzministeriums haben gemeinsam ein Bonussystem für fleißige Staatsdiener erarbeitet. In einem ersten, wenn auch winzigen Schritt sollen alle neuen sowie weitere rund 30.000 der bisherigen Vertragsbediensteten, die sich bereits für das neue System entschieden haben, im Jahr 2000 erstmals Leistungsprämien kassieren können.

Österreichs Manager erwarten Neuwahlen Kein Vertrauen in Parteiengespräche

Kein Vertrauen in ein Auflösen der Pattsituation zwischen den Parteien. Aus einer Umfrage des GEWINN geht hervor, daß rund ein Drittel der 250 befragten österreichischen Manager an ein Scheitern der Gespräche zwischen den Parteien und an darauf folgende Neuwahlen glaubt. Je 25 Prozent erwarten eine Neuauflage der großen Koalition bzw. eine SPÖ-Minderheitsregierung. Nur zwei Prozent rechnen damit, daß die SPÖ Wolfgang Schüssel zum Bundeskanzler machen wird, nur um wieder eine große Koalition bilden zu können. Rund 15 Prozent erwarten eine ÖVP/FPÖ-Regierung.

Leiter des WIFOs stellt klar:

Budget fehlt 20 Milliarden Schilling!

"Wir haben budgetär drei Jahre lang keinen Spielraum ? und das unter der Annahme, daß die Konjunktur sehr gut laufen wird. Immerhin rechnen wir für das Jahr 2000 mit einem realen Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent. Nicht auszudenken, welche zusätzliche Budgetbelastung es bedeuten würde, bliebe dieser Konjunkturimpuls aus. Der nächste Finanzminister, wie immer er heißen mag, ist wahrlich nicht zu beneiden", warnt Prof. Dr. Helmut Kramer, Leiter des Wirtschaftsförderungsinstituts (WIFO) in einem Interview im GEWINN. Und stellt klar: "Das Maßnahmenpaket der Regierung, also die Steuersenkung und das Familienpaket, kostet 32 Milliarden Schilling. Durch das höhere Wirtschaftswachstum können vielleicht elf Milliarden davon kompensiert werden, Bleibt aber immer noch, grob gesprochen, ein Loch von 20 Milliarden Schilling im Budget. Egal wer in der Regierung sitzt, um die Lösung dieser Frage wird niemand herumkommen."

Silvester 2000: Österreichs Manager feiern Jahreswechsel zu Hause

46 Prozent von 250 befragten heimischen Managern feiern den Jahreswechsel lieber in den eigenen vier Wänden, nur sechs Prozent gaben in einer GEWINN-Umfrage an, Silvester im Ausland zu verbringen. Rotweißrot steht hoch im Kurs. 25 Prozent bleiben im Ort bzw. der Stadt, 23 Prozent feiern in Österreich.

Amerikanische Zeitarbeitsfirma prozessiert seit 1991 um österreichischen Namen: Manpower gegen Manpower

Acht Jahre dauert bereits der heiß geführte Rechtsstreit rund um den Namen "Manpower". Wie der GEWINN in seiner neuesten Ausgabe berichtet, geht es dabei um rund 22 Millionen Schilling. Gerichtsanhängig ist "Manpower gegen Manpower" seit 1991. Damals brachte Manpower Inc. eine internationale Schiedsklage in Wien bei der Wirtschaftskammer ein. Grund: Der Lizenzvertrag mit der Manpower Unternehmens- und Personalberatung GmbH wurde damals nicht verlängert, das Management verweigerte jedoch die Herausgabe der Unterlagen und führte den Namen Manpower weiter. Das Urteil fiel heuer zugunsten der amerikanischen Manpower aus. Manpower Austria hat den Namen zurückzugeben und rund 22 Millionen Schilling für die Verwendung des Namens nachzuzahlen. Das Urteil wurde von Manpower Austria beim Handelsgericht beeinsprucht, das Verfahren ist derzeit noch im Laufen.

Megatrends 2000 an den großen Börsen

Contrarians sind am Aussterben

Die Zyklen an den Börsen werden immer kürzer! Oft fade Seitwärtsbewegungen von vielen Monaten oder Jahren gehören der Vergangenheit an. Kaum ein Börsianer kann noch auf irgend etwas warten ? alles oder nicht, so lautet die Devise der Zukunft. Ist man optimistisch, dann volle Kraft voraus. Ist man pessimistisch, werden die Positionen gegen Null gefahren. Was zu entsprechend hoher Volatilität führen wird, berichtet der GEWINN über die Megatrends 2000 an den großen Börsen. Ein wesentlicher Grund für das Ansteigen der Volatilitäten ist "Trendfollowing". Echte Individualisten bzw. die Contrarians (jene Investoren, die generell das Gegenteil der Mehrheit machen und daraus Profite ziehen) sind im Aussterben begriffen. Ein weiterer Megatrend: Spezialrisken werden nicht mehr belohnt, der Trend zu den Indexfonds ist daher enorm.

Europaweit erstes Gründerzentrum für Leute mit Handicap

Behinderte Menschen werden Jungunternehmer

Die meisten heimischen Firmen geben aus Angst, "den Behinderten nie mehr wieder loszuwerden", ihnen erst gar keine Jobchance! Laut dem Sonderbericht Horizon - Initiative Beschäftigung liegt die Arbeitslosenquote bei Behinderten in Deutschland (ca.15 Prozent), Frankreich (ca. 32 Prozent) und Großbritannien (knapp über 20 Prozent) weit unter jener von Österreich (rund 55 Prozent). Wie der GEWINN berichtet wird nun im Grambacher Gründerzentrum bei Graz, dem europaweit ersten für Menschen mit Handicap, der Spieß umgedreht. Baubeginn war im März, dieser Tage wird das Technologiezentrum fertiggestellt. Rund 21 Millionen Schilling wurden investiert (davon zehn Millionen vom Land Steiermark). Mitinitiator des Grambach-Projekts Peter Perkonigg: "Wir stellen Jungunternehmern mit Handicap Räumlichkeiten ohne Mieten zur Verfügung." Verrechnet werden nur die Betriebskosten. Die neuen "Handicap-Unternehmer" sind in erster Linie in den Bereichen Softwareprogrammierung, Web-Design, Grafik und CAD etc. tätig, Platz gibt es für rund 20 Firmen.

Gute Zeiten für Wohnungssuchende

Weiterhin Überangebot an Wohnungen

Gute Zeiten weiterhin für Wohnungssuchende. Der Präsident des Österreichischen Verbandes der Immobilientreuhänder (ÖVI) Thomas Malloth schätzt, daß das momentane Überangebot an Eigentumswohnungen die Preise noch zwei Jahre lang unten halten wird, wie er dem GEWINN, der 5.000 Neubauwohnungen auflistet, gegenüber erzählte. "Wenn Wien, wie eigentlich schon beschlossen, Anfang nächsten Jahres tatsächlich die Förderung für die Sanierung von 60er- und 70er-Jahre-Wohnungen erhöht, und das sind mehrere hunderttausend, dann werden auch diese wieder für Käufer interessant", rechnet Malloth mit einem demnächst noch größeren Angebot an günstigen Wohnungen, als es bereits bisher der Fall ist.

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