- 29.10.1999, 09:56:56
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- OTS0089
Gewerbeverein ortet im öffentlichen Dienst Riesen-Sparpotential=
Wien (OTS) - Erst vor kurzem wurde uns vorgerechnet, dass im
öffentlichen Dienst etwa eine Million Überstunden jährlich anfallen.
Nach der ÖGB-Milchmädchenrechnung, die normalerweise der
Argumentation für die 35-Stunden-Woche zugrundegelegt wird, ist diese
Summe leicht einzubringen:
Die 600.000 öffentlich-rechtlichen Bediensteten haben eine
Krankenstandsrate, die etwa sieben Prozentpunkte über jener in der
Privatwirtschaft liegt. Bringt man die "Beamten" (i.w.S.) auf das
Krankenstandsniveau der Privatwirtschaft, ergibt dies eine Einsparung
von 75 Millionen Arbeitsstunden.
Bringt man mit einer Gesetzesänderung den öffentlich-rechtlichen
Bereich voll in die Geltung des Arbeitszeitgesetzes, dann fällt das
Beamtenprivileg der bezahlten Mittagspause - eine halbe Stunde muss
nach sechs Stunden Arbeit geruht werden. Dieser Wert bringt eine
Einsparung von 67 Millionen Arbeitsstunden.
Wer bei einem derartigen Potential von 142 Millionen
Arbeitsstunden Sparvolumen wegen einer Million Überstunden jammert,
der hat wohl die Realität verloren.
Durch zwei einfache Maßnahmen - rigoroses Disziplinarrecht bei
Krankenstandsverstößen und einer simplen Gesetzesänderung - kann man
im öffentlichen Dienst 141 Millionen Stunden einsparen.
Bezogen auf die etwa 840 Millionen Stunden - die heute ohne
Rationalisierungen im öffentlich-rechtlichen Dienst erbracht (nicht
unbedingt geleistet) werden - sind diese 141 Millionen Stunden
immerhin fast 17 Prozent Einsparungsvolumen.
Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) fordert daher von einer
neuen Bundesregierung, dass der Personalabbau im
öffentlich-rechtlichen Dienst innerhalb von wenigen Jahren vierzig
Prozent (17 Prozent wie dargelegt und Rationalisierungen) zu betragen
hat - dieses Gesetz sollte Verfassungsrang erhalten.
Rückfragehinweis: Österreichischer Gewerbeverein,
Dr. Herwig Kainz,
Tel.:01-587 36 33/30,
Email: [email protected]
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