- 21.10.1999, 09:52:37
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Wirtschaftlicher Umweltschutz am Beispiel Galvanik-Branche
KMUs als Motor des Umweltschutzes - Anpassung an den Stand der Technik - Technologie-Workshop in Krems
PWK - Umweltschutz kann sehr wohl wirtschaftlich sein. Ein gutes
Beispiel dafür ist das im Auftrag von Umweltministerium,
Wirtschaftskammer Österreich und der Arbeitsgemeinschaft Galvanik
Österreich (AGÖ) erstellte Branchenkonzept "Oberflächentechnik", das
vom Forschungszentrum Seibersdorf am Donnerstag im Rahmen eines
Innovations- und Technologieworkshops ("Faktor X") in Krems
vorgestellt wurde. Ebenso wurde im Rahmen dieses Workshops das
Projekt "Clean-Surface", ein Umweltzertifikat für Klein- und
Mittelbetriebe, präsentiert. ****
Die Oberflächentechnik gelte heute, so die Meinung der an der
Tagung teilnehmenden Experten, als "Schlüsseltechnologie". Das neue
Branchenprogramm unterstreiche die Bedeutung dieser Technik für den
Wirtschaftsstandort Österreich und das nachhaltige Wirtschaften. Das
Branchenkonzept und die Zertifizierung unter dem Titel "Clean-
Surface" sollen zusätzliche Impulse für die Umsetzung des Standes der
Technik in den betroffenen Betrieben liefern. In einer Gesprächsrunde
wurde die Übertragbarkeit des Lösungsansatzes auf andere Technologien
oder Branchen ("Multiplikatoreffekt") diskutiert.
"Das Branchenprogramm gibt den Unternehmern einen Leitfaden in die
Hand, den eigenen Betrieb an den Stand der Technik heranzuführen. Es
gilt dabei, im Einzelfall herauszufinden, welche Technik unter
Bedachtnahme auf örtliche Verhältnisse und Produktpalette am besten
geeignet ist, die ökologischen und ökonomischen Ziele zu erreichen.
Die grosse Zahl der Fallbeispiele zeigt, wie vielfältig die
Möglichkeiten sind", stellte WKÖ-Umweltschutzexperte Mag. Peter Huger
in seinem Referat fest. Der Erfolg des Branchenkonzepts beruhe auf
drei Säulen: Erhebung und Festschreibung des Standes der Technik,
Hilfestellung für die KMUs sowie Förderung der Implementierung des
Standes der Technik durch ein maßgeschneidertes Zertifizierungspaket.
Die Schienen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung sind damit, so
Huger, gelegt. Die Dynamik des Konzepts könnte Vorbild sein für
andere Branchen und andere Staaten, insbesondere für Österreichs
östliche Nachbarn und Beitrittswerber bei der EU.
Die Oberflächentechnik umfasst einen sehr breiten
Anwendungsbereich, von der galvanischen bis zur Pulverbeschichtung.
Ausgangspunkt für das jetzt vorgestellte Konzept war die Ende der
80er Jahre zu beobachtende zunehmend kritische Situation der
Abfallentsorgung in der Galvanik-Branche. Einerseits gab es in
Österreich zu wenig geeignete Deponien für Galvanikschlämme,
andrerseits wurde der Export der Abfälle zunehmend schwieriger. Ziele
der Arbeit waren eine qualitative und quantitative Abfallvermeidung,
eine ökologisch sinnvolle Abfallverwertung sowie die Umwandlung der
Abfälle in eine erdkrustenartige Form, so dass sie nachsorgefrei
deponiert werden können.
(Schluß) hp
Rückfragehinweis: Abteilung für Umweltpolitik
Mag. Peter Huger
Tel. 501 05 DW 3050 oder 4290
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