- 21.10.1999, 08:49:19
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Institute of Social Studies: Newsletter für Medienagenturen über die Meinungsumfragen zu den bevorstehenden Wahlen in der Ukraine=
Kiew, Ukraine (ots-PRNewswire) - Am 2./3. und 9./10. Oktober 1999
führte das Institute of Social Studies telefonische Meinungsumfragen
in den Kreis- und den Großstädten der Ukraine durch. Für jede
Meinungsumfrage wurden 6000 Personen befragt, deren Telefonnummern
nach dem Zufallsprinzip dem Telefonbuch entnommen wurden. Die Person,
die den Anruf entgegennahm, war die Person, die befragt wurde. Die
Antworten wurden entsprechend gewichtet.
Das Ziel der Meinungsumfragen bestand in der Einschätzung der
Stimmung in den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten sowie dem
Ausmaß ihrer Wahlbeteiligung und ihrer Wahlpräferenzen.
Veränderungen bei den Wahlpräferenzen (für die bekanntesten
Kandidaten)
Kandidaten
2.-3. Oktober
9.-10. Oktober
Kuchma
24,8%
25,7%
Vitrenko
12,5%
12,8%
Simonenko
11,9%
12,6%
Moroz
6,7%
5,2%
Marchuk
3,5%
3,7%
Tkachenko
3,1%
3,2%
Analystenkommentar:
a. Der amtierende Präsident Leonid Kuchma bleibt im Wahlkampf
weiterhin vorn. Er hat es verstanden, offene Auseinandersetzungen mit
seinen Gegnern zu vermeiden. Seine Bereitschaft, sich im Wahlkampf
regelgerecht zu verhalten, ohne auf die Einschüchterung seiner Gegner
zurückzugreifen, hat dazu beigetragen, dass er seine Zustimmungswerte
halten und sogar leicht ausbauen konnte.
b. Die wichtigsten Zweitbesten sind Simonenko, Vitrenko, Moroz,
Marchuk und Tkachenko. Da bis zur Wahl nur noch drei Wochen
verbleiben, besteht ihre Taktik darin, gegeneinander um einen Platz
im zweiten Wahlgang zu kämpfen.
c. Der Handgranatenzwischenfall in Krivoy Rog hat sich nicht auf
die Zustimmungswerte für Natalia Vitrenko ausgewirkt. Die leichte
Stärkung ihrer Position hängt wahrscheinlich mit den vermehrten
Aktivitäten ihrer treuen sie unterstützenden Wählerschaft zusammen.
Die Anzahl der Stimmen für sie hat sich nicht erhöht. Es ist möglich,
dass Vitrenko bereits alle ihrer möglichen Wähler mobilisiert hat und
jetzt mit dem Versuch beschäftigt ist, das Erreichte zu erhalten.
d. Demgegenüber hat Alexander Moroz in der letzten Woche Stimmen
eingebüßt. Der 1,5%ige Rückgang bei seinen Zustimmungswerten mag auf
den ersten Blick unbedeutend sein, bedeutet aber, dass fast ein
Viertel seiner Wähler (!) ihm den Rücken gekehrt haben.
e. Die Wähler glauben nicht, dass Regierungsvertreter etwas mit
dem Zwischenfall in Krivoy Rog zu tun hatten.
f. Yevgeny Marchuk und Pyotr Simonenko unterscheiden sich in ihrer
Wahlkampfführung. Marchuk zieht den progressiven westlichen Stil vor,
Simonenko verläßt sich auf die an der Partei orientierten Methoden
und das Klinkenputzen. Marchuk konnte seine Position behaupten. Es
ist wahrscheinlich, dass er in den nächsten Tagen noch einige
entscheidende Schritte unternimmt, bevor es zu spät ist.
g. Der Spitzenkandidat der Kommunisten, Pyotr Simonenko, hat nicht
nur keine Wähler verloren, sondern sogar einige dazu gewonnen.
Experten meinen, dass dies dem normalen Verlauf der Dinge entspricht:
Die kommunistische Wahlkampftaktik beginnt sich normalerweise erst
zwei bis drei Wochen vor dem Wahltag auszuzahlen.
h. Die Kandidaten mit der besten Chance, den zweiten Wahlgang zu
erreichen, sind Kuchma, Vitrenko und Simonenko.
Aufgrund der Meinungsumfrage vom 9./10. Oktober könnten die
folgenden Ergebnisse im zweiten Wahlgang erwartet werden, abhängig
von der jeweiligen Paarung der Kandidaten:
a. Kuchma würde sich gegen Simonenko mit 41% gegen 28%
durchsetzen.
b. Kuchma würde Vitrenko mit 42% gegenüber 26% schlagen, Moroz mit
40% gegenüber 25% und Marchuk mit 41% gegenüber 16%.
c. Bemerkenswert ist, dass unabhängig von der Kandidatenpaarung
Kuchma auf dem Land 40-42% der Stimmen erhalten würde, die anderen
Kandidaten dagegen zwischen 16% und 28%. Dies weist darauf hin, dass
einige der Wähler noch unentschieden sind, was ihre Stimmabgabe im
zweiten Wahlgang angeht. Aufgrund ihrer Anzahl können diese Wähler
den Ausgang des zweiten Wahlgangs jedoch nicht beeinflussen. Ihre
Haltung wird durch das Verhalten der Kandidaten in den letzten zwei
Wochen vor der Wahl bestimmt.
d. Interessant ist auch, dass für den Fall, dass sich Simonenko
und Vitrenko im zweiten Wahlgang gegenüberstehen - Simonenko Vitrenko
mit 34% gegenüber 24% schlagen würde. Vitrenko würde sich gegen Moroz
mit einem ähnlichen Abstand von 35% gegen 21% durchsetzen.
Aufgrund der derzeitigen Umfragen kann wie in der Vergangenheit
von einer Wahlbeteiligung um 80% herum ausgegangen werden.
ots Originaltext: Institute of Social Studies, Ukraine
Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de
Rückfragen bitte an:
Institute of Social Studies, Ukraine, Kiew, Tel.: +380-44-294-2794/
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