Institute of Social Studies: Newsletter für Medienagenturen über die Meinungsumfragen zu den bevorstehenden Wahlen in der Ukraine

Kiew, Ukraine (ots-PRNewswire) - Am 2./3. und 9./10. Oktober 1999 führte das Institute of Social Studies telefonische Meinungsumfragen in den Kreis- und den Großstädten der Ukraine durch. Für jede Meinungsumfrage wurden 6000 Personen befragt, deren Telefonnummern nach dem Zufallsprinzip dem Telefonbuch entnommen wurden. Die Person, die den Anruf entgegennahm, war die Person, die befragt wurde. Die Antworten wurden entsprechend gewichtet.

Das Ziel der Meinungsumfragen bestand in der Einschätzung der Stimmung in den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten sowie dem Ausmaß ihrer Wahlbeteiligung und ihrer Wahlpräferenzen.

Veränderungen bei den Wahlpräferenzen (für die bekanntesten Kandidaten)

Kandidaten
2.-3. Oktober
9.-10. Oktober

Kuchma
24,8%
25,7%

Vitrenko
12,5%
12,8%

Simonenko
11,9%
12,6%

Moroz
6,7%
5,2%

Marchuk
3,5%
3,7%

Tkachenko
3,1%
3,2%

Analystenkommentar:
a. Der amtierende Präsident Leonid Kuchma bleibt im Wahlkampf weiterhin vorn. Er hat es verstanden, offene Auseinandersetzungen mit seinen Gegnern zu vermeiden. Seine Bereitschaft, sich im Wahlkampf regelgerecht zu verhalten, ohne auf die Einschüchterung seiner Gegner zurückzugreifen, hat dazu beigetragen, dass er seine Zustimmungswerte halten und sogar leicht ausbauen konnte.

b. Die wichtigsten Zweitbesten sind Simonenko, Vitrenko, Moroz, Marchuk und Tkachenko. Da bis zur Wahl nur noch drei Wochen verbleiben, besteht ihre Taktik darin, gegeneinander um einen Platz im zweiten Wahlgang zu kämpfen.

c. Der Handgranatenzwischenfall in Krivoy Rog hat sich nicht auf die Zustimmungswerte für Natalia Vitrenko ausgewirkt. Die leichte Stärkung ihrer Position hängt wahrscheinlich mit den vermehrten Aktivitäten ihrer treuen sie unterstützenden Wählerschaft zusammen. Die Anzahl der Stimmen für sie hat sich nicht erhöht. Es ist möglich, dass Vitrenko bereits alle ihrer möglichen Wähler mobilisiert hat und jetzt mit dem Versuch beschäftigt ist, das Erreichte zu erhalten.

d. Demgegenüber hat Alexander Moroz in der letzten Woche Stimmen eingebüßt. Der 1,5%ige Rückgang bei seinen Zustimmungswerten mag auf den ersten Blick unbedeutend sein, bedeutet aber, dass fast ein Viertel seiner Wähler (!) ihm den Rücken gekehrt haben.

e. Die Wähler glauben nicht, dass Regierungsvertreter etwas mit dem Zwischenfall in Krivoy Rog zu tun hatten.

f. Yevgeny Marchuk und Pyotr Simonenko unterscheiden sich in ihrer Wahlkampfführung. Marchuk zieht den progressiven westlichen Stil vor, Simonenko verläßt sich auf die an der Partei orientierten Methoden und das Klinkenputzen. Marchuk konnte seine Position behaupten. Es ist wahrscheinlich, dass er in den nächsten Tagen noch einige entscheidende Schritte unternimmt, bevor es zu spät ist.

g. Der Spitzenkandidat der Kommunisten, Pyotr Simonenko, hat nicht nur keine Wähler verloren, sondern sogar einige dazu gewonnen. Experten meinen, dass dies dem normalen Verlauf der Dinge entspricht:
Die kommunistische Wahlkampftaktik beginnt sich normalerweise erst zwei bis drei Wochen vor dem Wahltag auszuzahlen.

h. Die Kandidaten mit der besten Chance, den zweiten Wahlgang zu erreichen, sind Kuchma, Vitrenko und Simonenko.

Aufgrund der Meinungsumfrage vom 9./10. Oktober könnten die folgenden Ergebnisse im zweiten Wahlgang erwartet werden, abhängig von der jeweiligen Paarung der Kandidaten:

a. Kuchma würde sich gegen Simonenko mit 41% gegen 28% durchsetzen.

b. Kuchma würde Vitrenko mit 42% gegenüber 26% schlagen, Moroz mit 40% gegenüber 25% und Marchuk mit 41% gegenüber 16%.

c. Bemerkenswert ist, dass unabhängig von der Kandidatenpaarung Kuchma auf dem Land 40-42% der Stimmen erhalten würde, die anderen Kandidaten dagegen zwischen 16% und 28%. Dies weist darauf hin, dass einige der Wähler noch unentschieden sind, was ihre Stimmabgabe im zweiten Wahlgang angeht. Aufgrund ihrer Anzahl können diese Wähler den Ausgang des zweiten Wahlgangs jedoch nicht beeinflussen. Ihre Haltung wird durch das Verhalten der Kandidaten in den letzten zwei Wochen vor der Wahl bestimmt.

d. Interessant ist auch, dass für den Fall, dass sich Simonenko und Vitrenko im zweiten Wahlgang gegenüberstehen - Simonenko Vitrenko mit 34% gegenüber 24% schlagen würde. Vitrenko würde sich gegen Moroz mit einem ähnlichen Abstand von 35% gegen 21% durchsetzen.

Aufgrund der derzeitigen Umfragen kann wie in der Vergangenheit von einer Wahlbeteiligung um 80% herum ausgegangen werden.

ots Originaltext: Institute of Social Studies, Ukraine
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