Allgemeine Wohnbaugesellschaft ALWOG: Richtigstellung

Graz (OTS) - Aufgrund eines in der heutigen Ausgabe der Kleinen Zeitung erschienenen Artikels sehen wir uns zu folgender Richtigstellung veranlaßt:

"Die ALWOG steht mit Bausparkasse Wüstenrot in beinahe 30jähriger laufender Geschäftsverbindung. In dieser Zeit wurde eine große Anzahl von Bauvorhaben aus Mitteln Bausparkasse Wüstenrot finanziert. Die Darlehen wurden im Grundbuch eingetragen. Soweit Wohnungskäufer solche Darlehen übernahmen, wurden diese an sie übertragen, soweit Käufer Barzahlung leisteten, wurden diese nach Wohnungseigentumsbegründung lastenfrei gestellt. Bis dahin blieb, unabhängig davon, ob und wieviel Barzahlungen geleistet worden waren, das gesamte Darlehen zur Verfügung der ALWOG. Dieser Vorgang wurde ständig so gehandhabt.

Bausparkasse Wüstenrot war über die wirtschaftliche Situation und Entwicklung der ALWOG laufend informiert, dies durch regelmäßige Übersendung der Bilanzen.

Die ALWOG stand in Geschäftsverbindung mit der META-Gruppe, welches Unternehmen sich mit der Errichtung und Führung von Hotelanlagen befaßt; aus dieser Geschäftsverbindung hat die ALWOG Forderungen in der Größenordnung von rund ATS 100 Mio. Dieses Engagement der ALWOG bei der META ist aus den Bilanzen genau ersichtlich, sodaß Bausparkasse Wüstenrot diese Entwicklung im Rahmen der Bilanzvorlagen laufend vorfolgen konnte.

Die META geriet, trotz guter Konzeption der Hotelprojekte, zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten, zuletzt kam es zur Eröffnung von Konkursverfahren über zwei META-Tochtergesellschaften.

Richtig ist, daß Bausparkasse Wüstenrot der ALWOG Darlehen in der Größenordnung von rund ATS 100 Mio. gegeben hat. Soweit die Wohnungskäufer bar bezahlten, wurden diese Bausparkasse Wüstenrotgelder nicht für die Objekterrichtung verwendet, sondern für andere Firmenaktivitäten, so z.B. für die Finanzierung der Geschäftsverbindung mit der META-Gruppe. Zufolge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der META konnte die ALWOG ihrerseits ihre Darlehen bei Bausparkasse Wüstenrot nicht mehr bedienen, was Bausparkasse Wüstenrot dazu veranlaßte, die Darlehen fällig zu stellen und einzuklagen.

Bereits seit einigen Monaten wurden Gespräche mit der Bausparkasse Wüstenrot geführt, um die Möglichkeit einer vergleichsweisen Bereinigung der Situation zu erreichen. Das vorgelegte und lange verhandelte Vergleichsanbot war Wüstenrot zu gering, aus welchem Grunde die Bausparkasse Wüstenrot die Bemühungen um eine außergerichtliche Lösung als gescheitert bezeichnete. Aufgrund dieser Situation wird die ALWOG wohl oder übel ihrerseits das Insolvenzverfahren beantragen müssen.

Die Wohnungskäufer sollten durch diesen Sachverhalt nicht zu Schaden kommen, da die Bausparkasse Wüstenrot ständig informiert wurde, welche Wohnungseigentümer Barzahlung leisteten und wiederholte Male bestätigt hat, daß jene Wohnungen pfandfrei gestellt werden, welche nicht aus Mitteln der Bausparkasse Wüstenrot, sondern eben aus Barzahlungen, errichtet wurden. Diese Diskussion wird derzeit mit der Bausparkasse Wüstenrot geführt.

Wüstenrot beruft sich nunmehr dennoch auf den Grundbuchsstand und damit auf eine Pfandhaftung solcher "Barzahler-Wohnungen". Demgegenüber wird von seiten der ALWOG mit Wirkung auch für die Wohnungskäufer der Einwand erhoben. daß die Bausparkasse Wüstenrot die grundsätzliche und in keiner Weise eingeschränkte Pfandrechtseinschränkungserklärung abgab, wonach nach Fertigstellung des Bauvorhabens, Parifizierung desselben, Begründung des Wohnungseigentums und Einverleibung des Eigentumsrechtes der einzelnen Käufer die Pfandrechte der Bausparkasse Wüstenrot auf die Anteile der mit Bauspardarlehen finanzierten Wohnungen einzuschränken und die nicht mit Bausparkasse Wüstenrot finanzierten Eigentumswohnungen hinsichtlich ihrer Pfandrechte lastenfrei zu stellen sind.

In diesem Sinne macht die ALWOG also gegenüber Bausparkasse Wüstenrot geltend, daß die Berufung auf die im Grundbuch eingetragenen Pfandrechte vertragswidrig ist und Bausparkasse Wüstenrot an diese wiederholt erklärten Bestätigungen zur Lastenfreistellung auch heute noch gebunden ist, auch wenn die ALWOG wegen Konkursverfalles der META nunmehr selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen ist.

Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung muß erst abgewartet werden.

Unrichtig ist daher, daß die Wohnungskäufer für die Darlehensforderungen der Bausparkasse Wüstenrot an die ALWOG mithaften.

Unrichtig ist daher auch die Schlagzeile der Kleinen Zeitung vom 8.10.: "Die Käufer zahlen zweimal".

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