Meisterprüfung: Entscheidender Startvorteil für Jungunternehmer

Belangsendung der WKÖ am 12.10.99 um 5:52 auf Ö1

PWK - 'Verachtet mir die Meister nicht und ehrt mir ihre Kunst', singt Hans Sachs in Richard Wagners 'Die Meistersinger von Nürnberg'. Ein Appell, der, beklagt die Wirtschaftskammer Österreich, bei den Sozialdemokraten und den Liberalen auf wenig fruchtbaren Boden gefallen ist. Sie vertreten die Ansicht, die Meisterprüfung sei antiquiert, behindere Menschen, die sich selbständig machen wollen, und verhindere damit Unternehmensgründungen. Kammerpräsident Leopold Maderthaner: ****

"Ganz im Gegenteil. Durch die Meisterprüfung wird dem Jungunternehmer ein entscheidender Startvorteil mit auf den Weg gegeben. Als Qualitätssiegel verleiht sie dem Meister Kreditwürdigkeit, eröffnet so den Zugang zum notwendigen Startkapital. Sie gilt als international anerkannte beste Garantie für Konsumentenschutz, sie ermöglicht weiterhin eine gute Ausbildung unserer Lehrlinge und sichert somit die Berufschancen unserer Jugend. So werden derzeit mehr als 60 % aller Lehrlinge in Meisterbetrieben ausgebildet. Meine Damen und Herren, und wer immer davon redet, wir brauchen noch bessere Ausbildung, wir brauchen noch mehr Fachkräfte, der darf doch nicht die Ausbildung grundsätzlich in Frage stellen."

Und auch die hohe Überlebensrate spricht für die Meisterbetriebe. Mehr als 84 % aller von Meistern gegründeten Unternehmen bestehen auch noch nach fünf Jahren und haben damit die gefährliche Anfangsphase überwunden. Nicht die Angst vor der Prüfung behindert Menschen, die ein Unternehmen gründen wollen, sondern hausgemachte Produkte der Politik. Eine Kammerumfrage zeigt: Die größten Probleme für jeweils 70 % der Befragten sind Steuerbelastung, Kapitalschwäche, Bürokratie und die Soziallast.

"Das sind die Hauptgründe, die von jungen Menschen, oder von Menschen, die sich selbständig machen wollen, genannt werden als Behinderung für das Selbständigmachen. Und da haben wir dort auch den Hebel anzusetzen."

Nur 30 % der durch die Kammer befragten würden sich durch die Meisterprüfung vom Schritt in die Selbständigkeit abhalten lassen, und daher stellt Wirtschaftskammerpräsdent Leopold Maderthaner fest:

"Hände weg von der Meisterprüfung! Das müssen auch jene verstehen, die Bildungspolitik ständig mit Nivellierungspolitik verwechseln."

Finanzielle Ausbildungshilfen und höhere Anerkennung der Leistung, leichterer Zugang zur Meisterprüfung durch mehr Prüfungsorte, Nutzung des Internet zur Meisterausbildung.

"Und nur so kann man zu einem weiteren Wirtschaftswachstum, zu neuen Unternehmen und zu noch mehr Qualität und damit zu neuen Arbeitsplätzen kommen, sagen wir denen, die heute für die Abschaffung der Meisterprüfung eintreten; dass sie damit zu keiner Gründerwelle, sondern in Wahrheit zu einer Verschlechterung des Wirtschaftsstandortes und auch zu einer Verschlechterung der Zukunftschancen unserer Jugend hier in Österreich beitragen." (Schluß) pt

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