Familienminister: "Sind nicht für Kinder im Frauenhaus zuständig!" Familienministerium will Förderungen für Kindern in Frauenhäusern streichen

Wien (OTS) - Alljährlich werden etwa 1.000 Kinder in den österreichischen Frauenhäusern mit ihren Müttern aufgenommen und meist speziell betreut. Elf österreichische Frauenhäuser haben heuer, wie auch schon in den Jahren zuvor, im Familienministerium um eine Förderung für die Arbeit mit den Kindern angesucht. Mit Entsetzen erfuhren die Mitarbeiterinnen, daß diese Ansuchen abgelehnt werden. Es ging dabei um eine Summe von insgesamt ca. öS 1,600.000,-- (ca. EUR 116.276,53). Da in den vergangenen Jahren diese Förderungen gewährt worden waren, war mit der Fortsetzung dieser wichtigen Unterstützung gerechnet worden. Eines der Argumente aus dem Familienministerium war, daß Frauenhäuser, wie der Name schon sage, in die Zuständigkeit der Frauenministerin fallen. "Betreuung für durch Gewalt in der Familie traumatisierte Kinder und die Prävention von weiterer Gewalt fällt unserer Meinung nach sehr wohl in den Zuständigkeitsbereich des Familienministeriums" so die Obfrau der österreichischen Frauenhäuser, Rosa Logar. Nach vielfältigen Protesten werden die Ansuchen nun erneut geprüft und die Frauenhausmitarbeiterinnen hoffen inständig auf eine Zusage.

Es sollte nicht vergessen werden, daß diese Gelder Kindern zugute kommen, die durch die selbst erlittene oder miterlebte Gewalt schweren Belastungen ausgesetzt waren. Diese Einsparungsmaßnahme wird zu Lasten der Hilfseinrichtungen und vor allem auf dem Rücken der Kinder ausgetragen! Familienminister Bartenstein sollte sich zu seiner Verantwortung für die Kinder in den Frauenhäusern und für das Problem der Gewalt in der Familie bekennen und Gewalt gegen Frauen und Kinder nicht als "Frauenproblem" ansehen. Gewalt in der Familie heißt meist Gewalt gegen Frauen und Kinder und ist nicht das Problem einzelner, sondern der Gesellschaft.

Unterstützung und Therapie für Kinder in Frauenhäusern

In vielen Frauenhäusern stehen spezielle Mitarbeiterinnen nur für die Kinder zur Verfügung. Sie bieten ihnen qualifizierte Betreuung und Beratung, die ihren Problemen gerecht wird. Die Mitarbeiterinnen im Kinderbereich stellen sich bewußt auf die Seite der Kinder und nehmen keine "neutrale" Position ein. Bei Bedarf wird in die Arbeit mit dem Kind auch das soziale Umfeld wie z.B. Familie, Schule oder Kindergarten mit einbezogen.

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