ÖGB-Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe fordert Sanitätergesetz

Berufsbild für Lebensretter - eine Wahl für das Leben!

Wien (GdG/ÖGB). "Die Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe möchte die wahlkämpfenden Politiker daran erinnern, daß das versprochene Berufsbild für Sanitäter noch immer nicht verwirklicht ist", betont Monika Mauerhofer, Vorsitzende der Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe im ÖGB, nachdrücklich. Österreichs hauptberufliche Retter müssen 135 Stunden Ausbildung absolvieren; ihren ehrenamtlichen KollegInnen wird von Gesetz wegen keinerlei Ausbildung abverlangt. "Das ist ein untragbarer Zustand. Jeder Maurer oder Maler benötigt eine dreijährige Berufsausbildung, um an Gegenständen zu arbeiten. Für die lebensrettende Arbeit an Schwerverletzten und akut Erkrankten gelten hingegen keinerlei Qualitätskriterien", stellt Mauerhofer fest. ++++

Die ÖGB-Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe fordert hiermit erneut alle wahlwerbenden PolitikerInnen auf, den unhaltbaren Ausbildungszustand im österreichischen Rettungswesen zu beenden und raschest eine mehrjährige, europareife Sanitäterausbildung einzuführen. "Ein mitunter tödlicher Schulterschluss zwischen Rettungsorganisation und konservativen Politikern aus Angst vor Systemverbesserungen verbunden mit fadenscheinigen Kostenargumenten darf doch nicht das Maß aller Dinge sein. Im Mittelpunkt können nur die unerfüllten Bedürfnisse potentieller und tatsächlichen Notfallpatienten stehen", so die Fachgruppenvorsitzende.

Nach Meinung der Notärzte könnten mit einer verbesserten Sanitäterausbildung jährlich bis zu 10.000 Leben gerettet werden. "Leider sind das nicht einmal genügend Wähler, um ein Nationalratsmandat zu erreichen, denn sonst würden die Politker sich zweifelsfrei als Lobbyisten für diese Menschen einsetzen", so Mauerhofer. Für die Gesellschaft und Bürger darf der hohe medizinische Standard in Österreich nicht erst mit der Klinikaufnahme beginnen. Die entscheidenden Weichen für das Überleben oder eine rasche Rehabilitation werden von den Sanitätern bereits vor den Toren der Klinik gestellt. "Doch diesen wurde bisher hartnäckig eine zeitgemäße Qualifizierung verweigert", Mauerhofer abschließend. (Bac-)

ÖGB, 30. September 1999 Nr. 452

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