• 27.09.1999, 09:20:28
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  • OTS0043

Im Weinkeller lauert eine unsichtbare Gefahr=

Wien (OTS) - Es ist jetzt eine stürmische Zeit in den Weinkellern. In
den Fässern gärt - wie jedes Jahr um diese Zeit - der Wein. Es ist
aber auch eine gefahrvolle Zeit für all jene, die jetzt in den
Weinkellern arbeiten müssen. "Durch die Gärung wird Kohlendioxid
gebildet. Bereits ab einem Anteil von acht Prozent in der Atemluft
kann es zu Bewußtlosigkeit, Atemstillstand und zum Tod durch
Ersticken kommen", erklärt Dr. Christian Feinböck vom
Österreichischen Roten Kreuz. "Kohlendioxid ist besonders gefährlich,
weil es weder zu sehen noch zu riechen ist. In den vergangenen Jahren
sind immer wieder Menschen ums Leben gekommen, weil sie die Gefahr
nicht rechtzeitig bemerkt haben."

"Kohlendioxid bildet eine unsichtbare Wolke, in der es keinen
Sauerstoff mehr gibt", so Feinböck. "Schon bei vier Prozent
Kohlendioxid erhöht sich die Atemfrequenz, man wird benommen, das
Herz klopft. Neun Prozent führen innerhalb von fünf bis zehn Minuten
zum Tod. Bei 14 Prozent erlischt eine Kerze, bei 18 Prozent erstickt
ein Mensch innerhalb kurzer Zeit."

Um Unfälle zu vermeiden, sollten Weinkeller während der Gärphase erst
nach ausreichender Lüftung und nur in Begleitung einer zweiten Person
betreten werden. Die traditionelle Methode, den Kohlendioxidgehalt
mit einer Kerze zu "messen", ist lebensgefährlich. Denn die Kerze
brennt auch dann noch, wenn die Kohlendioxidkonzentration in der Luft
für den Menschen schon zu hoch ist. Auch der allgemeine Gärgeruch
läßt keine Rückschlüsse zu.

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Unfall, darf der Retter nur
mit einem geeigneten Atemgerät zum Opfer vordringen. Er gefährdet
sich sonst nur selbst. Gewöhnlicher Atemschutz oder Gasmasken bieten
keinen Schutz. Feinböck: "Schalten Sie das Absauggebläse des Kellers
ein und alarmieren Sie Rettung und Feuerwehr. Vergessen Sie nicht
darauf hinzuweisen, daß Atemschutzgeräte benötigt werden. Kann der
Verunglückte geborgen werden, so sind sofort die Lebensfunktionen
(Bewußtsein, Atmung, Kreislauf) zu überprüfen und gegebenenfalls die
lebensrettenden Sofortmaßnahmen einzuleiten."

Rückfragehinweis: ÖRK-Pressestelle

Mag. Bernhard Jany
Tel.: (01) 58 900/151
www.redcross.or.at

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