Elternverwaltete Kindergruppen fordern Existenzsicherung

Wahlversprechen und Tatsachen

Wien (OTS) - Der Bundesdachverband Österreichischer Elterninitiativen (BÖE) wies heute, Mittwoch, 22. September, in einer Pressekonferenz auf das "eklatante Mißverhältnis von Wahlversprechen zum Thema Kinderbetreuung und realer Umsetzung" hin. "Elternverwaltete Kindergruppen werden in allen Bundesländern nicht nur völlig ungenügend unterstützt, in vielen Fällen werden Neugründungen und der Betrieb bestehender Gruppen explizit be- und verhindert. Für Eltern und Kinder dringend benötigte Betreuungs- und Arbeitsplätze gehen dadurch verloren," faßt Ursula Wagner vom BÖE zusammen.

Die Spitze des Eisbergs ist die Situation im Burgenland, wo elternverwaltete Kindergruppen als illegal gelten und ihr Betrieb kategorisch untersagt wird. Nicht verboten, aber mit viel zu geringen Mitteln unterstützt werden die Kindergruppen z.B. in Niederösterreich und Wien. Mit der Hälfte der Mittel, die für einen öffentlichen Betreuungsplatz zugeschossen werden, wären hier alle Kindergruppen abgesichert. Aber die tatsächlichen Förderhöhen verfehlen diese lebensrettende Markierungen weit. Vertreterinnen der Kärntner und Tiroler Kindergruppen zeigten auf, wie durch Gesetze und Förderrichtlinien Kindergruppen auf unter 3jährige Kinder beschränkt werden. Damit wird es unmöglich gemacht, die von Eltern und Kindern geschätzte Betreuung in Kindergruppen stabil bis zum Schuleintritt anzubieten. "Wahlfreiheit in der Entscheidung für ein Betreuungsmodell gibt es für österreichische Eltern daher nicht," so Wagner.

In den letzten Monaten mußten etliche Gruppen schließen. Wenn sich nicht bald Voraussetzungen und Praxis der Kindergruppenförderung ändern, so werden weitere folgen. Der BÖE fordert daher ein Bundesrahmengesetz, das die gesetzliche Grundlage, die ausreichende Finanzierung und die Wahlfreiheit der Eltern sicherstellt. "Die verbale Unterstützung der Bundesregierung ist zu wenig, wenn die Länder sich nicht verpflichtet sehen, zur Umsetzung das Grundlegendste beizutragen. Die finanzielle und rechtliche Gleichstellung von öffentlichen Trägern und elternverwalteten Kindergruppen ist dringendst nötig. Die derzeit herrschende Existenzgefährdung der Kindergruppen fortzusetzen, hieße, ein anerkannt qualitätvolles und kostengünstiges Betreuungsmodell zu zerstören. Und das wäre unfassbar!"

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