• 22.09.1999, 16:31:48
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  • OTS0300

Elternverwaltete Kindergruppen fordern Existenzsicherung

Wahlversprechen und Tatsachen

Wien (OTS) - Der Bundesdachverband Österreichischer
Elterninitiativen (BÖE) wies heute, Mittwoch, 22. September, in einer
Pressekonferenz auf das "eklatante Mißverhältnis von Wahlversprechen
zum Thema Kinderbetreuung und realer Umsetzung" hin.
"Elternverwaltete Kindergruppen werden in allen Bundesländern nicht
nur völlig ungenügend unterstützt, in vielen Fällen werden
Neugründungen und der Betrieb bestehender Gruppen explizit be- und
verhindert. Für Eltern und Kinder dringend benötigte Betreuungs- und
Arbeitsplätze gehen dadurch verloren," faßt Ursula Wagner vom BÖE
zusammen.

Die Spitze des Eisbergs ist die Situation im Burgenland, wo
elternverwaltete Kindergruppen als illegal gelten und ihr Betrieb
kategorisch untersagt wird. Nicht verboten, aber mit viel zu geringen
Mitteln unterstützt werden die Kindergruppen z.B. in Niederösterreich
und Wien. Mit der Hälfte der Mittel, die für einen öffentlichen
Betreuungsplatz zugeschossen werden, wären hier alle Kindergruppen
abgesichert. Aber die tatsächlichen Förderhöhen verfehlen diese
lebensrettende Markierungen weit. Vertreterinnen der Kärntner und
Tiroler Kindergruppen zeigten auf, wie durch Gesetze und
Förderrichtlinien Kindergruppen auf unter 3jährige Kinder beschränkt
werden. Damit wird es unmöglich gemacht, die von Eltern und Kindern
geschätzte Betreuung in Kindergruppen stabil bis zum Schuleintritt
anzubieten. "Wahlfreiheit in der Entscheidung für ein
Betreuungsmodell gibt es für österreichische Eltern daher nicht," so
Wagner.

In den letzten Monaten mußten etliche Gruppen schließen. Wenn sich
nicht bald Voraussetzungen und Praxis der Kindergruppenförderung
ändern, so werden weitere folgen. Der BÖE fordert daher ein
Bundesrahmengesetz, das die gesetzliche Grundlage, die ausreichende
Finanzierung und die Wahlfreiheit der Eltern sicherstellt. "Die
verbale Unterstützung der Bundesregierung ist zu wenig, wenn die
Länder sich nicht verpflichtet sehen, zur Umsetzung das
Grundlegendste beizutragen. Die finanzielle und rechtliche
Gleichstellung von öffentlichen Trägern und elternverwalteten
Kindergruppen ist dringendst nötig. Die derzeit herrschende
Existenzgefährdung der Kindergruppen fortzusetzen, hieße, ein
anerkannt qualitätvolles und kostengünstiges Betreuungsmodell zu
zerstören. Und das wäre unfassbar!"

Rückfragehinweis: Ursula Wagner Tel. 01/409 66 40

Daniela Neidhart 0676 424 33 39

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