• 21.09.1999, 09:08:42
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  • OTS0048

Gewerbeordung: Peters blinder Aktionismus bringt keine neuen Jobs

Achleitner: "Zynischer, billiger Wahlkampfgag auf Kosten der Meisterbetriebe und ihrer Lehrlinge"

PWK - Mangels zündender Themen für den Nationalrats-Wahlkampf
greift das LIF nun tief in die Mottenkiste der PR-Tricks. "Mit einem
blinden Aktionismus, wie ihn heute LIF-Wirtschaftssprecher Helmut
Peter demonstrierte, als er die Gewerbeordnung in den Reißwolf schob,
wird kein einziger neuer Arbeitsplatz geschaffen", kritisiert
Friedrich Achleitner, Obmann der Bundessektion Gewerbe und Handwerk
in einer Aussendung der Wirtschaftskammer Österreich. ****

Achleitner wies darauf hin, dass im Gewerbe und Handwerk als
einzigem Wirtschaftszweig in den letzten Jahren neue Arbeitsplätze
geschaffen und nicht vernichtet wurden. So waren 1998 trotz
schlechter Konjunktur um 7.300 mehr Menschen im Gewerbe und Handwerk
beschäftigt als 1998. Die Zahl der Gewerbe- und Handwerksunternehmen
stieg nach Berechnungen des Instituts für Gewerbe und
Handwerksforschung (IfG) im vergangenen Jahr um 3,2%. Mit rund
580.000 Beschäftigten ist das Gewerbe und Handwerk der größte
Arbeitgeber in Österreich, noch vor der Industrie und dem Handel.
"Damit wird Peters Behauptung, die Gewerbeordnung würde Arbeitsplätze
und Unternehmensgründungen verhindern, enlarvt als das was es ist:
ein zynischer, billiger Wahlkampfgag auf Kosten der Meisterbetriebe
und ihrer Lehrlinge", sagte Achleitner.

Die seit vielen Jahren bewährte berufsqualifizierende Ausbildung,
die mit der Meisterprüfung abschließt, sowie die größeren Markt- und
Managementkenntnisse sorgen dafür, dass mehr Unternehmen im Gewerbe
und Handwerk gegründet werden als in jedem anderen
Wirtschaftsbereich. 60% aller Lehrlinge werden in Gewerbe- und
Handwerksbetrieben ausgebildet. "Die Meisterprüfung und der große
Befähigungsnachweis schaffen eindeutig mehr Jobs und sichern eine
höhere Überlebensquote der Betriebe als jede andere Ausbildung. Wer
die Gewerbeordnung und damit die Meisterprüfung abschaffen will,
nimmt den Jugendlichen jegliche Chance auf eine qualifizierte
Ausbildung", warnte Achleitner.

In Österreich gibt es mehr als 800 Gewerbe, wovon lediglich 84
"geregelte" Gewerbe sind. 90% aller Gewerbe sind frei und für
jedermann ohne Befähigungsnachweis zugänglich. Lediglich bei 22
Gewerbe ist der Zutritt nur mit einer Meisterprüfung möglich. Aber
selbst in diesen Fällen gibt es die Möglichkeit zur Nachsicht und
anderen Zugängen wie Hoch- und Fachschulen, FH, Fachakademien etc.
Wer gar keine eigene fachliche Qualifikation hat, kann einen
gewerberechtlichen Geschäftsführer bestellen.

Dass die Gewerbeordnung und die Meisterprüfung kein Hindernis für
Unternehmensneugründungen sind, beweist eine Umfrage des Fessel-
GFK-

Institutes, wonach mehr als 70% der Befragten in den steuerlichen
Belastungen, Sozialabgaben und Nebenkosten, dem notwendigen
Anfangskapital und den komplizierten bürokratischen Wegen die ärgsten
Hindernisse für Unternehmensneugründungen sehen. Strenge
Ausbildungserfordernisse oder Prüfungen werden mehrheitlich nicht als

Barriere empfunden.
(Schluß) MH
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich

Presseabteilung
Tel: 01-50105-4431

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