• 18.09.1999, 09:29:28
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Ttl.: Neue Präsidentenvilla hat umstrittene Vergangenheit

Klestils Wunschvilla in Wien-Hietzing wurde von den Nazis arisiert

Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden
Ausgabe berichtet, hat die geplante neue Amtsvilla von Thomas Klestil
eine umstrittene Vergangenheit. Die Jugendstilvilla in der Wiener
Gloriettegasse, über die seit Wochen zwischen Wirtschaftsministerium
und dem Eigentümer, der BAWAG, Verkaufsverhandlungen geführt werden,
wurde 1943 von den Nationalsozialisten arisiert. Wie FORMAT anhand
von Akten belegt, war die Villa bis 1943 im Besitz des jüdischen
Brüderpaares Max Ludwig und Basil Ignaz Panzer. Die sogenannte Villa
Primavesi wurde laut Kaufvertrag am 17.Februar 1943 von der NSDAP den
1938 in die USA emigrierten Brüdern Panzer um 310.000 Reichsmark
abgekauft. Wie die Akten weiter ergeben, erhielten die Brüder Panzer
von der NSDAP aber nur 1.500 Reichsmark. Die Nazis behielten den
Großteil der Kaufsumme als sogenannte "Reichsfluchtsteuer" zurück.
Ungewöhnlich niedrig ist auch die Kaufsumme, die der ÖGB als späterer
Eigentümer dieser Liegenschaft an das Brüderpaar nach der erfolgten
Rückstellung in die USA überwies: Am 23.6.1955 kauft der
Gewerkschaftsbund die Villa für die Summe von 50.000 Dollar (auf
heutigen Stand hochgerechnet: 6, 578 Millionen Schilling). Das
kolportierte aktuelle Angebot der BAWAG an den Bund beträgt 80
Millionen Schilling. FORMAT gegenüber werden die
Verkaufsverhandlungen von BAWAG und Wirtschaftsministerium erstmals
offiziell bestätigt.

Rückfrage Format-Redaktion, Klaus Zellhofer: 0676/ 416 07 13

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