• 13.09.1999, 11:52:56
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  • OTS0146

EU gibt grünes Licht für weniger Mehrwertsteuer bei Bauleistungen

BIM Lahofer: "Die Umsetzung der Richtlinie in Österreich könnte bis zu 30.000 neue Jobs im Baugewerbe bringen"

PWK - Die Bundesinnung der Baugewerbe begrüßt, dass der informelle
Ecofin-Rat am Wochenende Grünes Licht für einen reduzierten
Mehrwertsteuersatz bei arbeitsintensiven Dienstleistungen gegeben
hat. Falls beim nächsten offiziellen Ecofin-Rat am 8. Oktober 1999
dieses Ergebnis beschlossen wird, wären auf europäischer Ebene die
notwendigen Rahmenbedingungen gegeben, um auch in Österreich eine
derartige Regelung vorerst für eine dreijährige Übergangsphase
beschließen zu können. Langfristig könnten bis zu 30.000 neue Jobs im
Baugewerbe entstehen, so Bundesinnungsmeister Johannes Lahofer. ****

Allerdings muss der österreichische Finanzminister bereits Anfang
Oktober bekanntgeben, ob Österreich von der Senkung des
Mehrwertsteuersatzes von 20 auf 10 % Gebrauch machen wird und welche
zwei von den fünf möglichen Dienstleistungsbereichen (Renovierung und
Instandhaltung im privaten Wohnbau, Kleinreparaturen, Fensterputz-
und Reinigungsleistungen in privaten Haushalten, Inanspruchnahme
häuslicher Pflegeleistungen und Friseurleistungen) davon profitieren
sollen.

Lahofer zeigt sich erfreut, dass die Interventionen des
Baugewerbes auf nationaler und europäischer Ebene vorerst erfolgreich
waren und erhofft sich mit einem ermäßigten Mehrwertsteuersatz für
Baudienstleistungen im privaten Wohnbau, wie z.B. Erhaltung,
Instandsetzung, Denkmalschutz, Schall- oder Wärmeschutz, starke
Impulse für das Baugewerbe.

Mit dieser Maßnahme könnten mehrere Fliegen mit einer Klappe
geschlagen werden. Einerseits würde ein solcher Schritt Beschäftigung
schaffen, was insbesondere im Sanierungsbereich aufgrund des
Auslaufens der Steuerbegünstigung von Mietzinsreserven Ende 1999
notwendig ist, andererseits könnte damit eine Verbilligung von
Baudienstleistungen für private Bauherren erreicht werden, was die
Attraktivität, Pfuscher zu beschäftigen, deutlich hemmen würde.

Die Idee ist im Grunde nicht neu. Bereits vor vier Jahren kam das
österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) in einer Studie
zu dem Schluss, dass mit einer Halbierung des Mehrwertsteuersatzes
alleine im privaten Wohnbau in Österreich 11.000 neue Arbeitsplätze
geschaffen, die Zahl der Arbeitslosen um 7.000 verringert und die
Schwarzarbeit um ein Drittel reduziert werden könnte. Dieser als
"Luxemburger Modell" bekanntgewordene Vorschlag der Wirtschaft
scheiterte bisher jedoch an innenpolitischen Querelen und
wettbewerbspolitischen Bedenken. Was den Bereich der Reparaturen und
Renovierungen betrifft, so müssen in den nächsten Jahren über 1,5
Millionen Wohneinheiten, die zwischen 1945 und 1980 errichtet wurden,
gründlich saniert werden. Das geschätzte Investitionsvolumen beläuft
sich auf 250 Mrd Schilling in den nächsten 20 Jahren. Das sind 12,5
Mrd Schilling pro Jahr. Insgesamt könnten bis zu 30.000 neue
Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Bundesinnung appelliert daher an das Finanzministerium, einen
befristeten Versuch in Österreich nicht zu blockieren, sodass die
Regelung noch heuer beschlossen werden und im Jänner 2000 in Kraft
treten kann.
(Schluß) MH
Rückfragehinweis: Bundesinnung der Baugewerbe

Mag. Manfred Katzenschlager
tel: 01-7183737-0

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