- 13.09.1999, 10:23:46
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AK Tumpel: "Mehr für Weiterbildung tun!"
Arbeitnehmer brauchen Zeit und Geld für ihr persönliches Vorwärtskommen
Wien (OTS) – Öffentliche Kollegs, in denen Berufstätige jeden
Abschluss bis zur Matura kostenlos machen können – und mindestens
eine Woche bezahlte Bildungsfreistellung pro Jahr und
ArbeitnehmerIn: Das forderte heute, Montag, AK Präsident Herbert
Tumpel. Denn es sei "gut, wenn in der ‚Woche für
Erwachsenenbildung‘ für Weiterbildung geworben wird". Aber
Weiterbildung dürfe "nicht davon abhängen, was sich jemand
persönlich leisten kann." Allein für einen Vorbereitungskurs auf
die Berufsreifeprüfung müssen Berufstätige bis zu 40.000 Schilling
hinblättern, kritisiert der AK Präsident die derzeit oft hohen
Kosten für Weiterbildung. "Hier brauchen die Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer mehr Unterstützung für ihr persönliches
Vorwärtskommen." ****
Rund ein Fünftel der ArbeitnehmerInnen tut regelmäßig etwas zur
Weiterbildung, und das Interesse an Weiterbildung nimmt zu –
allein beim Berufsförderungsinstitut (bfi) von AK und ÖGB stieg
die Zahl der Kursteilnehmer seit 1992 von 63.000 auf über 100.000.
"Die AK fördert das persönliche Vorwärtskommen der
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – sie bietet zum Beispiel in
Wien kostenlose AK Kurse, 2.500 Schilling Bonus für die
Berufsreifeprüfung und bis zu 200 Schilling Ermäßigung bei bfi-
Kursen. Unterstützung muss aber auch vom Bund und von den Ländern
kommen", verlangt Tumpel. Er kritisiert, dass die Vorbereitung auf
die Berufsreifeprüfung bei einzelnen Anbietern bis zu 40.000
Schilling kostet – oder dass Vorbereitungskurse auf den
"Europäischen Computerführerschein" erst ab 22.000 Schilling
angeboten werden.
"Wir müssen den ArbeitnehmerInnen und Arbeitnehmern das
persönliche Vorwärtskommen erleichtern", sagt AK Präsident Herbert
Tumpel – und fordert:
+ Es sollen öffentliche Kollegs eingerichtet werden, an denen
Berufstätige jeden Abschluss bis zur Matura kostenlos machen
können; angefangen bereits bei der kostenlosen Möglichkeit, den
Hauptschulabschluss nachzuholen.
+ Die berufsbildenden Schulen (HTL, HAK etc.) sollen ausgebaut
werden, damit sie Berufstätigen Weiterbildung von der
Berufsreifeprüfung bis zu speziellen beruflichen Ausbildungen vor
allem in den Bereichen Sprachen und EDV anbieten können.
+ Pro Jahr und ArbeitnehmerIn soll es mindestens eine Woche
Bildungsfreistellung geben; die Möglichkeiten zur Bildungskarenz
sollen verbessert werden.
+ Die AK hat bei der Steuerreform erreicht, dass ab 2000
Aufwendungen für Weiterbildung auch in verwandten Berufen von der
Steuer abgesetzt werden können – der nächste Schritt muss sein,
dass auch Sprach- und EDV-Kurse generell von der Steuer abgesetzt
werden können.
"Die ArbeitnehmerInnen und Arbeitnehmer brauchen Zeit und Geld für
ihr persönliches Vorwärtskommen", fasst Tumpel zusammen. "Gleich
nach den Wahlen erwarte ich mir spürbare Verbesserungen."
Rückfragehinweis: AK Wien
Presse Peter Mitterhuber
Tel.: (01)501 65-2530
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