Wirtschaftskammer-Bildungsplattform "Informatikberufe"

Piskaty: "Neue WIFI-Informatikkurse, Telelearning und neue IT-Lehrberufe als rasche Hilfe"

PWK - Der Informatiksektor ist ein Paradebeispiel dafür, dass nur eine langfristige, zwischen Wirtschaft und Staat konzertierte Bil-dungspolitik erfolgreich sein kann. Es gibt bekanntlich zu wenig ausgebildete Fachkräfte - und das auf allen Ebenen. "Die Wirtschaftskammer Österreich hat aus diesem Grund Fachleute der wichtigsten Unternehmen zu einer "Bildungsplattform Informatikberufe" eingeladen, um kurz-, mittel- und langfristige Lösungen zu diskutieren, die das Problem fehlender Fachkräfte in den Griff bekommen", so Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildung in der Wirtschaftskammer Österreich. ****

Während des Sommers wurde eine Unternehmensbefragung vom ibw -Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft gestartet, um den Fachkräftemangel quantitativ und qualitativ besser abschätzen zu können. Es geht nicht nur um den Mangel an Universitäts- oder Fachhochschulabsolventen, oder von Absolventen höherer technischer Lehranstalten, sondern im vermehrten Ausmaß um die Facharbeiterqualifikation.

Kurzfristig bietet das WIFI in den Bundesländern zahlreiche neue Informatik-Kurse an. Somit kann gerechnet werden, dass sich die Teilnehmerzahl an IT-Kursen von rd 4.000 im Jahr 1997/98, das sind derzeit ca 10 Prozent der EDV-Kursteilnehmer, heuer wesentlich erhöhen wird. Es gibt zusätzlich 65 neue WIFI-IT-Kursthemen.

Eine weitere Maßnahme wäre auch eine spezielle Quote für Be-schäftigung von ausländischen hoch qualifizierten Fachleuten, insbesondere aus den Reformstaaten. Durch eine solche Maßnahme könnte vermieden werden, dass sich Firmen aufgrund des Fachkräftemangels im Ausland ansiedeln.

Die meisten Maßnahmen im Bereich der Bildungspolitik sind aber mit-telfristig, einige wurden bereits eingeleitet. So gibt es im FHS-Sektor ein umfangreiches Angebot für Informatikausbildung, das heuer noch erweitert wird. Auch die höheren technischen Lehranstalten und erstmalig auch der Fachschulsektor bieten einschlägige Ausbildungen an. Allerdings ist ein Zeitfaktor von drei bis fünf Jahren bei diesen Ausbildungen zu beachten. Der Ausbau des Schulsektors im Bereich der Informationstechnologie hängt aber auch mit dem Mangel an Lehrern zusammen. Hier wird seitens der Wirtschaft das Thema "Part-time-Lehrer" diskutiert. Die Wirtschaft könnte über das Sponsoring solcher Part-time-Lehrer kurzfristig der Schulverwaltung helfen. Mittel- und langfristig müssen aber hochgradige Spezialisten in den Schulen entsprechend attraktive Arbeitsbedingungen vorfinden.

Ein weiteres Hoffnungsgebiet stellt das Telelearning bzw Distance Learning dar. Hier wird sich die Wirtschaft als "Informationsbroker" betätigen und die zahlreich vorhandenen Aus- und Weiterbildungsangebote auf europäischer Ebene den Firmen zugänglich machen.

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