• 03.09.1999, 11:55:16
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  • OTS0128

Wirtschaftskammer-Bildungsplattform "Informatikberufe"

Piskaty: "Neue WIFI-Informatikkurse, Telelearning und neue IT-Lehrberufe als rasche Hilfe"

PWK - Der Informatiksektor ist ein Paradebeispiel dafür, dass nur
eine langfristige, zwischen Wirtschaft und Staat konzertierte Bil-
dungspolitik erfolgreich sein kann. Es gibt bekanntlich zu wenig
ausgebildete Fachkräfte - und das auf allen Ebenen. "Die
Wirtschaftskammer Österreich hat aus diesem Grund Fachleute der
wichtigsten Unternehmen zu einer "Bildungsplattform Informatikberufe"
eingeladen, um kurz-, mittel- und langfristige Lösungen zu
diskutieren, die das Problem fehlender Fachkräfte in den Griff
bekommen", so Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildung in der
Wirtschaftskammer Österreich. ****

Während des Sommers wurde eine Unternehmensbefragung vom ibw -
Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft gestartet, um den
Fachkräftemangel quantitativ und qualitativ besser abschätzen zu
können. Es geht nicht nur um den Mangel an Universitäts- oder
Fachhochschulabsolventen, oder von Absolventen höherer technischer
Lehranstalten, sondern im vermehrten Ausmaß um die
Facharbeiterqualifikation.

Kurzfristig bietet das WIFI in den Bundesländern zahlreiche neue
Informatik-Kurse an. Somit kann gerechnet werden, dass sich die
Teilnehmerzahl an IT-Kursen von rd 4.000 im Jahr 1997/98, das sind
derzeit ca 10 Prozent der EDV-Kursteilnehmer, heuer wesentlich
erhöhen wird. Es gibt zusätzlich 65 neue WIFI-IT-Kursthemen.

Eine weitere Maßnahme wäre auch eine spezielle Quote für Be-
schäftigung von ausländischen hoch qualifizierten Fachleuten,
insbesondere aus den Reformstaaten. Durch eine solche Maßnahme könnte
vermieden werden, dass sich Firmen aufgrund des Fachkräftemangels im
Ausland ansiedeln.

Die meisten Maßnahmen im Bereich der Bildungspolitik sind aber
mit-telfristig, einige wurden bereits eingeleitet. So gibt es im FHS-
Sektor ein umfangreiches Angebot für Informatikausbildung, das heuer
noch erweitert wird. Auch die höheren technischen Lehranstalten und
erstmalig auch der Fachschulsektor bieten einschlägige Ausbildungen
an. Allerdings ist ein Zeitfaktor von drei bis fünf Jahren bei diesen
Ausbildungen zu beachten. Der Ausbau des Schulsektors im Bereich der
Informationstechnologie hängt aber auch mit dem Mangel an Lehrern
zusammen. Hier wird seitens der Wirtschaft das Thema "Part-time-
Lehrer" diskutiert. Die Wirtschaft könnte über das Sponsoring solcher
Part-time-Lehrer kurzfristig der Schulverwaltung helfen. Mittel- und
langfristig müssen aber hochgradige Spezialisten in den Schulen
entsprechend attraktive Arbeitsbedingungen vorfinden.

Ein weiteres Hoffnungsgebiet stellt das Telelearning bzw Distance
Learning dar. Hier wird sich die Wirtschaft als "Informationsbroker"
betätigen und die zahlreich vorhandenen Aus- und
Weiterbildungsangebote auf europäischer Ebene den Firmen zugänglich
machen.

Schließlich ist auch darauf hinzuweisen, dass zusätzlich zu den
schon bestehenden Lehrberufen im EDV-Sektor Mitte September neue IT-
Lehrberufe entstehen, so dass die Betriebe auch im
Facharbeiterbereich ein entsprechendes Angebot an modernen
wirtschaftsnahen Berufsbildern vorfinden werden.
(Schluß) pt
Rückfragehinweis: Dr. Georg Piskaty

BW-Abteilung
Tel.: 50105/4072

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