Archäologische Sensation in Baden

Friedhof aus der frühen Karolingerzeit ausgegraben

St.Pölten (NLK) - Ende Juli dieses Jahres wurde in Baden, Isabellestraße bei Aushubarbeiten ein Gräberfeld aus der Zeit um 800 n.Chr. angeschnitten. In Absprache mit dem Bundesdenkmalamt wurde die Perchtoldsdorfer Archäologin Dr. Dorothea Talaa mit der Ausgrabung des Friedhofes betraut. Bisher konnten 58 Bestattungen gesichert bzw. ergraben werden.

Anhand der Funde wurde das Gräberfeld in die frühe Karolingerzeit datiert. Die beigesetzten Personen waren Mitglieder der bodenständigen, einheimischen Bevölkerung. Karl der Große eroberte im Jahr 796 das Awarische Reich bis zur Donau in Ungarn. Die Menschen im heutigen Most- und Industrieviertel kamen unter fränkische Herrschaft. Bis zur Missionierung des Wiener Beckens im zweiten Drittel des 9. Jahrhunderts wurde der Friedhof benutzt.

Eine große Zahl Beigaben wurde bereits geborgen. Es handelt sich dabei um Messer, Finger- und Ohrringe, Glasperlenketten sowie Keramikgefäße. Besondere Bedeutung hat das Grab eines Kriegers, der mit Dolch und Lanze bestattet wurde.

Wissenschafter des Institutes für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien bezeichnen die Entdeckung des Friedhofes als Sensation. Erstmals ist es der Archäologie gelungen, die durchgehende Besiedlung der niederösterreichischen Thermenregion für die Zeit des Umbruches um 800 nachzuweisen. Die Ausgrabungen werden bis Ende dieses Jahres abgeschlossen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2180

Niederösterreichische Landesregierung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK