- 31.08.1999, 11:05:08
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Prammer: Kein EU-Beitritt der Slowakei mit einem AKW Bohunice!
: Österreichische Stellungnahme zum slowakischen Energiekonzept offiziell übermittelt.
Wien (OTS) - Ohne die Schließung des Kernkraftwerks Bohunice ist
ein EU-Beitritt der Slowakei unmöglich. Bis zum EU-Gipfel in Helsinki
Ende des Jahres muß unser Nachbarstaat einen verbindlichen
Schließungsplan vorlegen. "Das Kernkraftwerk Bohunice stellt ein
Sicherheitsrisiko dar und muß schnellstens geschlossen werden",
betont Konsumentenschutzministerin Prammer, die eine österreichische
Stellungnahme zum slowakischen Energiekonzept in Auftrag gegeben hat,
die heute offiziell an die Slowakei übermittelt wurde.
"Ich gehe nach wie vor davon aus, daß das Kernkraftwerk Bohunice
im Jahr 2000 geschlossen wird. Dieser Termin ist auch in der Agenda
2000 vorgesehen und muß eingehalten werden. Ansonsten ist ein
EU-Beitritt der Slowakei nicht möglich", stellt Prammer fest und
verweist auch auf den Anti-Atom-Aktionsplan der österreichischen
Bundesregierung.
In diesem Aktionsplan, der in enger Zusammenarbeit mit den
führenden österreichischen Umweltorganisationen und einzelnen
Bundesländern erarbeitet wurde, ist festgeschrieben, daß ein
EU-Beitritt der Beitrittswerber nur mit Kernkraftwerken, die den
strengsten Sicherheitskriterien und dem Stand der Technik
entsprechen, möglich ist.
Deshalb müssen für die Kernkraftwerke Bohunice (Slowakei),
Ignalina (Litauen) und Kosloduj (Bulgarien), welche diese Standards
nicht erreichen können, verbindliche Schließungspläne vorgelegt
werden, so Prammer. Diese Forderung Österreichs hat Prammer heute dem
slowakischen Wirtschaftsminister Cernak im Rahmen der
österreichischen Stellungnahme zum slowakischen Energiekonzept
übermittelt.
Österreich hat der Slowakei beim Ausstieg aus der Kernenergie aber
auch die bestmögliche Zusammenarbeit angeboten. Wenn auf die
Verwendung von Kernenergie verzichtet wird, müssen alternative
Energieformen verstärkt genutzt werden. Hier wird Österreich die im
slowakischen Energiekonzept enthaltenen konstruktiven Ansätze zur
verstärkten Nutzung alternativer Energien unterstützen, so Prammer
abschließend.
Rückfragehinweis: BM für FrauenAngelegenheiten und
Verbraucherschutz, Robert Wier
Tel.: 01/711 72/4621
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