"Einem soll sich mit Expertenmeinungen auseinandersetzen"

Güterbeförderer kritisieren "Fluchtweg in die Minister- verantwortlichkeit" - "Maßnahmen ein Wahlkampfgag"

PWK - Obwohl dem Kalender nach noch Sommer ist, befinden wir uns offenbar bereits mitten im herbstlichen Wahlkampf. Verkehrsminister Caspar Einem sorgt dabei einmal mehr für helle Aufregung bei der Wirtschaft, den Transporteuren und den Interessenvertretungen, nachdem er über die Tiroler Tageszeitung angekündigt hat, ein generelles Überholverbot für Lkw über 7,5 Tonnen auf österreichischen Autobahnen einzuführen. ****

Ein Proteststurm der Interessenvertretungen hat zumindest dazu geführt, dass der Verkehrsminister zugesagt hat, die Länder und die Interessensverbände diesmal mit einzubeziehen. "Das war am 20. August. Heute schreiben wir den 31. August, und die Interessensvertretungen haben noch nicht einmal einen Beistrich, geschweige denn vollständige Verordnungstexte, oder gar die schriftlichen Untersuchungsergebnisse erhalten, die den Minister angeblich veranlassen, eine so einschneidende Maßnahme zu setzen", kritisierte der Vorsteher des Fachverbandes Güterbeförderung, KommRat. Adolf Moser, am Dienstag in einem Pressegespräch.

"Wenn der Herr Verkehrsminister ernsthaft der Meinung ist, dass ein Lkw-Überholverbot eine verkehrssicherheitstechnisch sinnvolle Maßnahme ist, dann soll er auch den Mut haben, sich in einem ordnungsgemäßen Begutachtungsverfahren mit den Argumenten und den Experten der Interessenvertretungen auseinanderzusetzen. Der Fluchtweg in die Ministerverantwortlichkeit zeigt, daß die angepeilten Maßnahmen ein billiger Wahlkampfgag sind, die offenbar darauf abzielen, die eisenbahnorientierten Stammwähler der SPÖ bei der Stange zu halten", erklärte Moser.

Der Fachverband Güterbeförderung habe für gewisse zeitliche und streckenbezogene Überholverbote Verständnis gezeigt. Je kürzer Überholverbotsstrecken gestaltet sind, um so eher könne man davon ausgehen, daß diese von den Autolenkern beachtet werden. Soweit aus dem Verkehrsministerium zu hören ist, solle das Verbot Tag und Nacht gelten, also auch dann, wenn so gut wie kein Verkehr auf Autobahnen vorhanden ist. Allein daran erkenne man, dass es sich hier nicht um eine Verkehrssicherheitsmaßnahme, sondern um eine Lkw-Verhinderungsmaßnahme handelt, stellte Moser fest: "Die Durchschnittsgeschwindigkeiten des Lkw-Verkehrs sollen heruntergesetzt werden. Ein Hochleistungsstraßensystem wird mit dieser Maßnahme in seiner Kapazität massiv eingeschränkt, obwohl genau dieses Straßensystem für einen zügigen Verkehr ausgebaut wurde und wird. Straßentransporte werden langsamer und teurer und gefährden damit den Wirtschaftsstandort Österreich".

Dafür steige die Unfallgefahr, weil im Kolonnenverkehr die Gefahr der schnelleren Ermüdung durch die extrem langen Strecken ohne Überholmöglichkeit gleichsam vorprogrammiert ist.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 585 68 40
Mag. Rudolf Bauer

Fachverband Güterbeförderung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/SCHLUß