• 25.08.1999, 13:00:48
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  • OTS0159

Zadek kehrt mit Ibsen-Inszenierung an die "Burg" zurück - Wiederaufnahme von Handkes "Einbaum" zweifelhaft - Bachler zum späten Saisonbeginn, zu Klestils Salzburger Rede und zu Volksopern-Chef Mentha

Wien (OTS) - Peter Zadek kehrt ans Burgtheater zurück. Das
berichtet das Wochenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden
Ausgabe. Der bedeutende Regisseur wird im Herbst am Akademietheater
Ibsens "Rosmersholm" inszenieren. Für die Hauptrollen sind Gert Voss
und Angela Winkler vorgesehen.

Probleme mit Handke. NEWS bringt auch ein ausführliches
Einstandsinterview mit dem ab 1. September amtierenden
Burgtheaterdirektor Klaus Bachler. Dabei räumt Bachler
Schwierigkeiten mit der Wiederaufnahme der nur selten gespielten
Handke-Uraufführung "Die Fahrt im Einbaum" ein. Bachler: "Da sind
zehn Gäste drin, und ich weiß nicht, ob wir das nochmals hinkriegen."

Bachler zum späten Saisonbeginn. Auf den späten Saisonbeginn (am
19. September) angesprochen, antwortet Bachler in NEWS: "Peymann hat
ja vieles aus seiner letzten Spielzeit mangels Zulauf selbst
abgesetzt. Im übrigen sind wir entschlossen, ganz anders zu
beginnen." Und: "Jeden Tag bei halbvollem Haus spielen, wie es auch
schon der Fall war, bringt doch keine Einnahmen. Da sperren wir, um
Endproben zu gewährleisten, auch einmal zu (was manchmal auch
ökonomisch effizient und im übrigen unsere Angelegenheit ist und
nicht die von Zeitungskommentatoren) und bringen im Gegenzug ein
großes Angebot."

Die 60 Prozent Auslastung am großen Haus, auf die Peymann zuletzt
verweisen konnte, wären für Bachler "katastrophal. Wobei das ganze ja
nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine atmosphärische Seite
hat, wie jeder weiß, der einmal erlebt hat, wie im Burgtheater 300
Leute sitzen."

Kritik an Klestils Salzburger Rede und Findungskommission. Kritik
übt Bachler via NEWS an den Vorgängen um die Salzburger Festspiele.
Der Burgtheaterdirektor zu Klestils Eröffnungsrede: "Sie hat mir
überhaupt nicht gefallen. Man redet immer von Freiheit der Kunst. Mir
würde schon Respekt vor der Kunst genügen. Die Menschen haben viel
Respekt vor der Gefäßchirurgie, weil sie wissen, daß sie nichts davon
verstehen. Und sie haben keinen Respekt vor der Kunst - weil sie
glauben, daß sie von ihr etwas verstehen."

Die Vorgänge um die Suche nach dem Mortier-Nachfolger goutiert
Bachler nicht. "Ich halte es für phantasielos, wenn die Politiker
sagen, eine neuer Mortier muß her. Warum behält man dann nicht gleich
den alten? Von Findungskommissionen halte ich nichts, auch nicht von
der Festlegung auf einen Manager. Ich kenne Dirigenten mit äußerst
großen und Manager mit äußerst geringen Managementfähigkeiten."

Bachler über Mentha. Über Volksopern-Chef Dominique Mentha, der
ankündigt, mit offizieller Billigung zwecks Nachjustierung sein
Budget zu überziehen: "Nach meinem Informationsstand ist der
Geschäftsführer einer G.m.b.H. persönlich verantwortlich, wenn er
sein Budget überzieht. Ich wäre sehr interessiert daran, zu erfahren,
wo man so eine Genehmigung bekommt."

Rückfragehinweis: Sekretariat News Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 / 103

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