Zadek kehrt mit Ibsen-Inszenierung an die "Burg" zurück - Wiederaufnahme von Handkes "Einbaum" zweifelhaft - Bachler zum späten Saisonbeginn, zu Klestils Salzburger Rede und zu Volksopern-Chef Mentha

Wien (OTS) - Peter Zadek kehrt ans Burgtheater zurück. Das berichtet das Wochenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Der bedeutende Regisseur wird im Herbst am Akademietheater Ibsens "Rosmersholm" inszenieren. Für die Hauptrollen sind Gert Voss und Angela Winkler vorgesehen.

Probleme mit Handke. NEWS bringt auch ein ausführliches Einstandsinterview mit dem ab 1. September amtierenden Burgtheaterdirektor Klaus Bachler. Dabei räumt Bachler Schwierigkeiten mit der Wiederaufnahme der nur selten gespielten Handke-Uraufführung "Die Fahrt im Einbaum" ein. Bachler: "Da sind zehn Gäste drin, und ich weiß nicht, ob wir das nochmals hinkriegen."

Bachler zum späten Saisonbeginn. Auf den späten Saisonbeginn (am 19. September) angesprochen, antwortet Bachler in NEWS: "Peymann hat ja vieles aus seiner letzten Spielzeit mangels Zulauf selbst abgesetzt. Im übrigen sind wir entschlossen, ganz anders zu beginnen." Und: "Jeden Tag bei halbvollem Haus spielen, wie es auch schon der Fall war, bringt doch keine Einnahmen. Da sperren wir, um Endproben zu gewährleisten, auch einmal zu (was manchmal auch ökonomisch effizient und im übrigen unsere Angelegenheit ist und nicht die von Zeitungskommentatoren) und bringen im Gegenzug ein großes Angebot."

Die 60 Prozent Auslastung am großen Haus, auf die Peymann zuletzt verweisen konnte, wären für Bachler "katastrophal. Wobei das ganze ja nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine atmosphärische Seite hat, wie jeder weiß, der einmal erlebt hat, wie im Burgtheater 300 Leute sitzen."

Kritik an Klestils Salzburger Rede und Findungskommission. Kritik übt Bachler via NEWS an den Vorgängen um die Salzburger Festspiele. Der Burgtheaterdirektor zu Klestils Eröffnungsrede: "Sie hat mir überhaupt nicht gefallen. Man redet immer von Freiheit der Kunst. Mir würde schon Respekt vor der Kunst genügen. Die Menschen haben viel Respekt vor der Gefäßchirurgie, weil sie wissen, daß sie nichts davon verstehen. Und sie haben keinen Respekt vor der Kunst - weil sie glauben, daß sie von ihr etwas verstehen."

Die Vorgänge um die Suche nach dem Mortier-Nachfolger goutiert Bachler nicht. "Ich halte es für phantasielos, wenn die Politiker sagen, eine neuer Mortier muß her. Warum behält man dann nicht gleich den alten? Von Findungskommissionen halte ich nichts, auch nicht von der Festlegung auf einen Manager. Ich kenne Dirigenten mit äußerst großen und Manager mit äußerst geringen Managementfähigkeiten."

Bachler über Mentha. Über Volksopern-Chef Dominique Mentha, der ankündigt, mit offizieller Billigung zwecks Nachjustierung sein Budget zu überziehen: "Nach meinem Informationsstand ist der Geschäftsführer einer G.m.b.H. persönlich verantwortlich, wenn er sein Budget überzieht. Ich wäre sehr interessiert daran, zu erfahren, wo man so eine Genehmigung bekommt."

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