• 11.08.1999, 12:27:29
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Rattle: Definitiv kein Interesse an Salzburger Intendanz - Kritik- an Politikern, die Mortier gehen lassen

Aus der Umgebung der Findungskommission dringen sieben Namen - Schaden: "Künstler möglich"

Wien (OTS) - Simon Rattle, designierter Chef der Berliner
Philharmoniker und derzeit gesuchtester Dirigent der Welt, wird trotz
explizitem Interesse von Kunst-Staatssekretär Wittmann nicht
Intendant der Salzburger Festspiele. Das erklärt Rattle in einem
Interview, für die morgen erscheinende Ausgabe des Wochenmagazins
NEWS.

Rattle, der einschlägige Fragen bisher stets ausweichend
beantwortete, zu NEWS: "Wie Sie sich erinnern, habe ich soeben einen
Job angenommen. Eine solche Doppelbelastung mag zu Karajans Zeiten
funktioniert haben - in der modernen Welt ist dafür kein Platz. Das
wäre für die Festspiele ein Schritt zurück. Am Ende bleibt bei
solcher Kumulierung die Musik auf der Strecke. Übrigens muß man
Masochist sein, um sich dieses Amts aufzuladen."

Mortiers Abgang im Jahr 2001, so Rattle zu NEWS, sei "sehr schade
für Salzburg. Er und Hans Landesmann sind starke, intelligente,
hocheffiziente Leute. Die Verlängerungs-Causa wurde politisch
miserabel gehandhabt. Hier wird, alles in allem, Hervorragendes
geleistet."

Rattle beendet im NEWS-Interview auch Spekulationen der jüngsten
Zeit über eine Causa prima des CD-Geschäfts: Er wird im Jahr 2002
alle neun Symphonien Beethoven mit den Wiener Philharmonikern
aufnehmen. Man hatte lang vermutet, der Dirigent werde nach seiner
Designierung auf das Berliner Orchester umdisponieren.

NEWS bringt in seiner morgigen Ausgabe auch Recherchen aus der
Umgebung der (selbst schweigsamen) Findungskommission für die
Mortier-Nachfolge. Zum jetzigen, noch frühen Zeitpunkt konzentrieren
sich demnach die Überlegungen auf sieben Namen:

Alexander Pereira, Intendant der Zürcher Oper; Franz Xaver
Ohnesorg, Artistic Director der Caregie Hall, New York- Hermann Beil,
bis Juni 1999 Peymanns Vizedirektor: Daniel Barenboim, Dirigent und
Intendant der Berliner Staatsoper; Frank Baumbauer, Salzburger
Schauspielchef; Dieter Dorn, Noch-Intendant der Münchner
Kammerspiele; und Gerhard Brunner, Noch-Intendant in Graz und
künftiger Super-Ballettchef in Berlin.

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden dementiert via NEWS
ausdrücklich, die Findungskommission sei zur Suche nach einem Manager
verpflichtet worden. "Wenn sich ein geeigneter Künstler findet, ist
er selbstverständlich willkommen. Er darf nur nicht aus
Eigeninteressen andere ausgrenzen."

Rückfragehinweis: Sekretariat NEWS Chefredaktion
Tel.: 01/213 12/103

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