- 05.08.1999, 10:25:19
- /
- OTS0074
OeNB -Konjunkturelle Entwicklung in Österreich=
Lebhafter privater Konsum kompensiert schwache
Exportnachfrage.
Gute Beschäftigungsentwicklung in preisstabilem Umfeld.
In der Publikationsreihe "Berichte und Studien",
Heft 2/1999, erschienen.
Wien (OTS) - Die österreichische Exportkonjunktur hat sich im
zweiten Halbjahr 1998 merklich abgeschwächt. Die Warenexporte
lagen - nach einer Wachstumsrate von 12.1% im ersten Halbjahr -
im zweiten Halbjahr nur noch um 3.7% über dem Vorjahreswert. Die
verschlechterten Aussichten für die Exportwirtschaft wirken sich
auch auf die Investitionstätigkeit aus: Die Bruttoanlage-
investitionen lagen im zweiten Halbjahr um 2.7% über dem
Vorjahreswert. Dies bedeutet eine merkliche Abschwächung
gegenüber dem ersten Halbjahr (8.4%).
Der private Konsum hat sich dagegen, gestützt durch höhere
Einkommen und optimistischere Erwartungshaltungen, durchgehend
robust entwickelt. Die Erwartungen der Konsumenten über ihre
zukünftige finanzielle Situation und die Konsumabsichten blieben
auch im ersten Quartal 1999 stabil. Die Diskrepanzen in der
Nachfrageentwicklung spiegeln sich auch in zunehmenden
Divergenzen in der Produktionsentwicklung der Industrie und den
Dienstleistungssektoren wider: Während sich das Wachstum in der
Sachgüterproduktion zuletzt merklich abgeschwächt hat, deuten
verschiedene Indikatoren auf eine stabile Entwicklung im
Dienstleistungsbereich.
Das Beschäftigungswachstum hat sich im vierten Quartal 1998
parallel zum Wirtschaftswachstum abgeschwächt. Das erste Quartal
1999 zeigte eine überraschend gute Entwicklung: Die aktive
Beschäftigung lag um 1.2% über dem Vorjahreswert. Diese stammt
primär aus einer kräftigen Ausweitung in den unternehmensnahen
und halböffentlichen (Gesundheit, Unterricht, sonstige
persönliche und öffentliche) Dienstleistungen. Ein hoher Anteil
der neugeschaffenen Arbeitsplätze dürfte weiterhin mit
Teilzeitarbeit verbunden sein.
Österreich befindet sich seit 1997 im engsten Kreis der
preisstabilen Länder der EU: Im April 1999 lag der HVPI nur mehr
um 0.1% über dem Vorjahreswert. Die niedrige Inflation ergibt
sich aus einer zurückhaltenden Lohnpolitik, den verzögerten
Effekten der gefallenen Ölpreise und einer schwachen
Preisentwicklung in den Dienstleistungen und bei
Nahrungsmitteln. In beiden letztgenannten Bereichen dürfte
verstärkter Wettbewerb eine Rolle spielen.
Nähere Details können dem gleichnamigen Beitrag,
veröffentlicht in "Berichte und Studien", Heft 2/1999, entnommen
werden.
Rückfragehinweis: Oesterreichische Nationalbank
Sekretariat des Direktoriums /
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.Nr.: (1) 404 20 DW 6666
http://www.oenb.co.at
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ONB/ONB