OeNB -Konjunkturelle Entwicklung in Österreich

Lebhafter privater Konsum kompensiert schwache

Wien (OTS) - Exportnachfrage.
Gute Beschäftigungsentwicklung in preisstabilem Umfeld.
In der Publikationsreihe "Berichte und Studien",
Heft 2/1999, erschienen.

Die österreichische Exportkonjunktur hat sich im
zweiten Halbjahr 1998 merklich abgeschwächt. Die Warenexporte lagen - nach einer Wachstumsrate von 12.1% im ersten Halbjahr -
im zweiten Halbjahr nur noch um 3.7% über dem Vorjahreswert. Die verschlechterten Aussichten für die Exportwirtschaft wirken sich auch auf die Investitionstätigkeit aus: Die Bruttoanlage-investitionen lagen im zweiten Halbjahr um 2.7% über dem Vorjahreswert. Dies bedeutet eine merkliche Abschwächung
gegenüber dem ersten Halbjahr (8.4%).

Der private Konsum hat sich dagegen, gestützt durch höhere Einkommen und optimistischere Erwartungshaltungen, durchgehend robust entwickelt. Die Erwartungen der Konsumenten über ihre zukünftige finanzielle Situation und die Konsumabsichten blieben auch im ersten Quartal 1999 stabil. Die Diskrepanzen in der Nachfrageentwicklung spiegeln sich auch in zunehmenden
Divergenzen in der Produktionsentwicklung der Industrie und den Dienstleistungssektoren wider: Während sich das Wachstum in der Sachgüterproduktion zuletzt merklich abgeschwächt hat, deuten verschiedene Indikatoren auf eine stabile Entwicklung im Dienstleistungsbereich.

Das Beschäftigungswachstum hat sich im vierten Quartal 1998 parallel zum Wirtschaftswachstum abgeschwächt. Das erste Quartal 1999 zeigte eine überraschend gute Entwicklung: Die aktive Beschäftigung lag um 1.2% über dem Vorjahreswert. Diese stammt primär aus einer kräftigen Ausweitung in den unternehmensnahen
und halböffentlichen (Gesundheit, Unterricht, sonstige
persönliche und öffentliche) Dienstleistungen. Ein hoher Anteil der neugeschaffenen Arbeitsplätze dürfte weiterhin mit Teilzeitarbeit verbunden sein.

Österreich befindet sich seit 1997 im engsten Kreis der preisstabilen Länder der EU: Im April 1999 lag der HVPI nur mehr
um 0.1% über dem Vorjahreswert. Die niedrige Inflation ergibt
sich aus einer zurückhaltenden Lohnpolitik, den verzögerten Effekten der gefallenen Ölpreise und einer schwachen Preisentwicklung in den Dienstleistungen und bei
Nahrungsmitteln. In beiden letztgenannten Bereichen dürfte verstärkter Wettbewerb eine Rolle spielen.

Nähere Details können dem gleichnamigen Beitrag, veröffentlicht in "Berichte und Studien", Heft 2/1999, entnommen werden.

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