- 29.07.1999, 12:06:25
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Sommersaison: "Leichtes Plus, aber keine Euphorie"
Umstrukturierungsprozeß geht weiter - Fachverband Hotellerie legt aktuellen Lagebericht vor
PWK - Für die Sommersaison 1999 sei ein leichtes Plus, jedoch kein
Ergebnis, das zu Euphorie Anlaß geben könnte, zu erwarten. Der in den
letzten Jahren erfolgreich eingeleitete Umstrukturierungsprozeß der
heimischen Hotellerie werde weitergehen. Insgesamt habe sich - nach
sechsjähriger Durststrecke - die positive Trendwende im heimischen
Tourismus bestätigt, zog der Vorsteher des Fachverbandes Hotellerie
in der Wirtschaftskammer Österreich, Hans Melcher, am Donnerstag vor
Journalisten eine erste Bilanz der laufenden Saison. ****
Erfreulich, so Melcher, ist insbesondere das Wachsen der
Tourismusumsätze. Nach 194 Milliarden im Jahr 1998 werden für das
gesamte Jahr 1999 Reiseverkehrseinnahmen von mehr als 200 Milliarden
Schilling erwartet. Da andererseits die Österreicher inzwischen etwas
weniger ins Ausland reisen, dürfte sich, laut WIFO-Prognose, die
Reiseverkehrsbilanz insgesamt um rund acht Milliarden Schilling
verbessern. "Dieser Erfolg ist den enormen Investitionen der
Hotellerie in Qualitätsverbesserung und Angebots-Spezialisierung,
aber auch der verbesserten Kooperation sowie professionellen
Werbekampagnen zuzuschreiben", faßte Melcher zusammen: "Die Sujets
Familie, Wandern, Radfahren, Kultur/Stadt entsprechen dem
traditionellen Profil Österreichs als eines sicheren, sauberen und
gepflegten Landes nach wie vor am besten". Ein besonderes Augenmerk
sollte "wettersicheren Alternativprogrammen" für Schlechtwetter-
Perioden gelten.
Die volkswirtschaftlich guten Daten haben allerdings auf
betriebswirtschaftlicher Ebene noch keinen Niederschlag gefunden. Es
wäre grundlegend falsch, wollte der Gesetzgeber die einsetzende
Aufwärtsentwicklung durch neue Begehrlichkeiten sofort wieder
abwürgen, warnte Fachverbandsvorsteher-Stellvertreter Dr. Klaus
Ennemoser. "Die neue Nachfrage muß den Kopf freimachen für neue
Ideen. Auch muß es damit möglich sein, gerechtfertigte
Preiserhöhungen am Markt durchzusetzen", erklärte Unternehmensexperte
Ennemoser.
In seinem ausführlichen Lagebericht ging Melcher u.a. auf das
Thema Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten ein. Die
Hotellerie mit einem Verhältnis von 8 : 1 von Arbeitern zu
Angestellten würde überproportional zur Kassa gebeten werden. Erhöhte
Kosten gäbe es vor allem durch Kündigungsfristen und Krankengeld.
"Die fordernde Gewerkschaft hat hier leider nicht das Fairness-,
sondern das Rosinen-Prinzip im Auge. Das ist Fairness zu Lasten
anderer, was nach allgemeinem Sprachgebrauch eher als 'unfair'
definiert wird", betonte der Sprecher der Beherbergungs-Branche. Zum
Thema Getränkesteuer wiederholte Melcher die Forderung nach
ersatzloser Streichung dieser anachronistischen Belastung. "In dieser
Frage bekommen wir laufend Faxe empörter Wirte." Profitieren würden
vom Wegfall der Getränkesteuer neben den Gastronomen vor allem die
Konsumenten.
Im Vergleich zu anderen EU-Staaten sind die Disagio-Sätze der
österreichischen Kreditkarten-Organisationen deutlich überhöht. "Es
könnte hier ein de-facto-Kartell vermutet werden", sagte Melcher.
Derzeit sind bei der Wettbewerbsbehörde in Brüssel zwei Beschwerden
aus Österreich anhängig. Untersuchungen zufolge erwarten 52 Prozent
der Gäste den Komfort, mit der Karte zahlen zu können. Diese
Gästeschicht sei auch bereit, mit der Kreditkarte mehr auszugeben
(plus 35 Prozent pro Tag).
(Schluß) hp
Rückfragehinweis: Fachverband Hotellerie
Dr. Michael Raffling
Tel. 501 05 DW 3555
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