Sommersaison: "Leichtes Plus, aber keine Euphorie"

Umstrukturierungsprozeß geht weiter - Fachverband Hotellerie legt aktuellen Lagebericht vor

PWK - Für die Sommersaison 1999 sei ein leichtes Plus, jedoch kein Ergebnis, das zu Euphorie Anlaß geben könnte, zu erwarten. Der in den letzten Jahren erfolgreich eingeleitete Umstrukturierungsprozeß der heimischen Hotellerie werde weitergehen. Insgesamt habe sich - nach sechsjähriger Durststrecke - die positive Trendwende im heimischen Tourismus bestätigt, zog der Vorsteher des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, Hans Melcher, am Donnerstag vor Journalisten eine erste Bilanz der laufenden Saison. ****

Erfreulich, so Melcher, ist insbesondere das Wachsen der Tourismusumsätze. Nach 194 Milliarden im Jahr 1998 werden für das gesamte Jahr 1999 Reiseverkehrseinnahmen von mehr als 200 Milliarden Schilling erwartet. Da andererseits die Österreicher inzwischen etwas weniger ins Ausland reisen, dürfte sich, laut WIFO-Prognose, die Reiseverkehrsbilanz insgesamt um rund acht Milliarden Schilling verbessern. "Dieser Erfolg ist den enormen Investitionen der Hotellerie in Qualitätsverbesserung und Angebots-Spezialisierung, aber auch der verbesserten Kooperation sowie professionellen Werbekampagnen zuzuschreiben", faßte Melcher zusammen: "Die Sujets Familie, Wandern, Radfahren, Kultur/Stadt entsprechen dem traditionellen Profil Österreichs als eines sicheren, sauberen und gepflegten Landes nach wie vor am besten". Ein besonderes Augenmerk sollte "wettersicheren Alternativprogrammen" für Schlechtwetter-Perioden gelten.

Die volkswirtschaftlich guten Daten haben allerdings auf betriebswirtschaftlicher Ebene noch keinen Niederschlag gefunden. Es wäre grundlegend falsch, wollte der Gesetzgeber die einsetzende Aufwärtsentwicklung durch neue Begehrlichkeiten sofort wieder abwürgen, warnte Fachverbandsvorsteher-Stellvertreter Dr. Klaus Ennemoser. "Die neue Nachfrage muß den Kopf freimachen für neue Ideen. Auch muß es damit möglich sein, gerechtfertigte Preiserhöhungen am Markt durchzusetzen", erklärte Unternehmensexperte Ennemoser.

In seinem ausführlichen Lagebericht ging Melcher u.a. auf das Thema Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten ein. Die Hotellerie mit einem Verhältnis von 8 : 1 von Arbeitern zu Angestellten würde überproportional zur Kassa gebeten werden. Erhöhte Kosten gäbe es vor allem durch Kündigungsfristen und Krankengeld. "Die fordernde Gewerkschaft hat hier leider nicht das Fairness-, sondern das Rosinen-Prinzip im Auge. Das ist Fairness zu Lasten anderer, was nach allgemeinem Sprachgebrauch eher als 'unfair' definiert wird", betonte der Sprecher der Beherbergungs-Branche. Zum Thema Getränkesteuer wiederholte Melcher die Forderung nach ersatzloser Streichung dieser anachronistischen Belastung. "In dieser Frage bekommen wir laufend Faxe empörter Wirte." Profitieren würden vom Wegfall der Getränkesteuer neben den Gastronomen vor allem die Konsumenten.

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