• 23.07.1999, 12:12:09
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  • OTS0136

GPA-Jugend: Farnleitner kann´s nicht lassen!

Junge Menschen sind keine Versuchskaninchen für Ministerträumereien

Wien (GPA/ÖGB). Die anlässlich der Verordnungen des Lehrberufspakets
1999 gemachten Aussagen von Wirtschaftsminister Farnleitner sind
äußerst bedenklich. "Der Herr Minister ist tatsächlich noch immer
davon überzeugt, mit modernen Berufstiteln Lehrplätze schaffen zu
können. Nur plakative Überschriften zu produzieren reicht nicht - auf
die Inhalte kommt es an”, kommentiert der Jugendsekretär der GPA,
Alexander Prischl, die jüngsten Aussagen Farnleitners zur Einführung
der neuen Lehrberufe.++++

Berufsausbildung nach dem Motto "probier ma’s mal” ist den
Jugendlichen gegenüber unverantwortlich. "Junge Menschen, die einen
Lehrplatz suchen, haben den Anspruch auf eine gute,
zukunftsorientierte Berufsausbildung und dürfen nicht als
Versuchskaninchen des Wirtschaftsministers missbraucht werden”, meint
Prischl. Der Minister muss erst erklären, welche Zukunfts- und vor
allem Mobilitätschancen Jugendliche mit einer neuen Lehrausbildung
als "Servierfachkraft” oder "Fleischverkäufer” haben sollen.

Was den Vorwurf Farnleitners einer angeblichen Zeitverzögerung
seitens des Sozialministeriums zur Einführung der neuen Lehrberufe
betrifft, soll sich der Wirtschaftsminister selber fragen, wo die
Lehrberufe geblieben sind, auf die sich die ExpertInnen der
Sozialpartner schon seit längerer Zeit geeinigt haben. So liegt der
Gruppenlehrberuf "FertigungstechnikerIn" seit Mai 1998 oder die
Neuordnung des Lehrberufes "Einzelhandelskaufmann" seit Mai 1999
verordnungsreif im Wirtschaftsministerium. "Das Problem ist hier,
dass die selbst ernannten Experten des Ministers fertig
ausverhandelte und vor allem mit ExpertInnen aus der Praxis
abgestimmte Entwürfe bis zur Unkenntlichkeit nach eigenem Gutdünken
verstümmeln. Das bedeutet zurück zum Start und damit einen
Zeitverlust, der aber auf kein anderes Konto als auf das des
Wirtschaftsministers persönlich geht”, erklärt Prischl als Mitglied
des Bundes-Berufsausbildungsbeirates die Vorgänge.

Auch der Vorwurf Farnleitners, dass durch den Kompromiss mit der
ArbeitnehmerInnenseite angeblich 2.000 Lehrplätze weniger erreicht
werden, ist völlig aus der Luft gegriffen und entbehrt jeglicher
vernünftigen Grundlage. "Der Herr Minister sollte sich entweder eine
neue Kristallkugel kaufen oder sich mit besseren Hellsehern umgeben,
anders sind die genannten Zahlen nicht zu verstehen!”, verbannt
Prischl diese Zahlen eher in das Reich der Märchen und Mythen. Wie
erfolgreich die Lehrlingsstrategie Farnleitners ist, zeigt sich
anhand eines Blickes auf die Entwicklung der 1998 von ihm verordneten
Lehrberufe. "So werden zum Beispiel im noch vor einem Jahr so
gepriesenen Lehrberuf "Sportartikelmonteur” derzeit ganze zwei
Lehrlinge ausgebildet”, stellt Prischl fest und schließt: "Kein
Wunder, dass ein um sein politisches Überleben kämpfender Minister in
Vorwahlzeiten andere Schuldige suchen muss. Es bleibt nur zu hoffen,
dass nach der Nationalratswahl die Berufsausbildung wieder zum Wohle
der Jugendlichen und nicht nur für Schlagzeilen betrieben wird. Wir
werden als GPA auf jeden Fall genau darauf achten!” (ew)

ÖGB, 23. Juli 1999 Nr. 376

Rückfragehinweis: GPA/PR

MMag. Franko Petri
Tel. (01) 313 93/511 Dw. bzw. 0676/313 93 21
GPA-Jugend, Alexander Prischl
Tel. (01) 313 93/238 Dw.

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