GPA-Jugend: Farnleitner kann´s nicht lassen!

Junge Menschen sind keine Versuchskaninchen für Ministerträumereien

Wien (GPA/ÖGB). Die anlässlich der Verordnungen des Lehrberufspakets 1999 gemachten Aussagen von Wirtschaftsminister Farnleitner sind äußerst bedenklich. "Der Herr Minister ist tatsächlich noch immer davon überzeugt, mit modernen Berufstiteln Lehrplätze schaffen zu können. Nur plakative Überschriften zu produzieren reicht nicht - auf die Inhalte kommt es an”, kommentiert der Jugendsekretär der GPA, Alexander Prischl, die jüngsten Aussagen Farnleitners zur Einführung der neuen Lehrberufe.++++

Berufsausbildung nach dem Motto "probier ma’s mal” ist den Jugendlichen gegenüber unverantwortlich. "Junge Menschen, die einen Lehrplatz suchen, haben den Anspruch auf eine gute, zukunftsorientierte Berufsausbildung und dürfen nicht als Versuchskaninchen des Wirtschaftsministers missbraucht werden”, meint Prischl. Der Minister muss erst erklären, welche Zukunfts- und vor allem Mobilitätschancen Jugendliche mit einer neuen Lehrausbildung als "Servierfachkraft” oder "Fleischverkäufer” haben sollen.

Was den Vorwurf Farnleitners einer angeblichen Zeitverzögerung seitens des Sozialministeriums zur Einführung der neuen Lehrberufe betrifft, soll sich der Wirtschaftsminister selber fragen, wo die Lehrberufe geblieben sind, auf die sich die ExpertInnen der Sozialpartner schon seit längerer Zeit geeinigt haben. So liegt der Gruppenlehrberuf "FertigungstechnikerIn" seit Mai 1998 oder die Neuordnung des Lehrberufes "Einzelhandelskaufmann" seit Mai 1999 verordnungsreif im Wirtschaftsministerium. "Das Problem ist hier, dass die selbst ernannten Experten des Ministers fertig ausverhandelte und vor allem mit ExpertInnen aus der Praxis abgestimmte Entwürfe bis zur Unkenntlichkeit nach eigenem Gutdünken verstümmeln. Das bedeutet zurück zum Start und damit einen Zeitverlust, der aber auf kein anderes Konto als auf das des Wirtschaftsministers persönlich geht”, erklärt Prischl als Mitglied des Bundes-Berufsausbildungsbeirates die Vorgänge.

Auch der Vorwurf Farnleitners, dass durch den Kompromiss mit der ArbeitnehmerInnenseite angeblich 2.000 Lehrplätze weniger erreicht werden, ist völlig aus der Luft gegriffen und entbehrt jeglicher vernünftigen Grundlage. "Der Herr Minister sollte sich entweder eine neue Kristallkugel kaufen oder sich mit besseren Hellsehern umgeben, anders sind die genannten Zahlen nicht zu verstehen!”, verbannt Prischl diese Zahlen eher in das Reich der Märchen und Mythen. Wie erfolgreich die Lehrlingsstrategie Farnleitners ist, zeigt sich anhand eines Blickes auf die Entwicklung der 1998 von ihm verordneten Lehrberufe. "So werden zum Beispiel im noch vor einem Jahr so gepriesenen Lehrberuf "Sportartikelmonteur” derzeit ganze zwei Lehrlinge ausgebildet”, stellt Prischl fest und schließt: "Kein Wunder, dass ein um sein politisches Überleben kämpfender Minister in Vorwahlzeiten andere Schuldige suchen muss. Es bleibt nur zu hoffen, dass nach der Nationalratswahl die Berufsausbildung wieder zum Wohle der Jugendlichen und nicht nur für Schlagzeilen betrieben wird. Wir werden als GPA auf jeden Fall genau darauf achten!” (ew)

ÖGB, 23. Juli 1999 Nr. 376

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