- 23.07.1999, 10:30:21
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Wiener Liberale fordern mehr Betreuungseinrichtungen für PatientInnen mit schweren Hirnverletzungen!=
Bolena: "Versorgungslücke bei Spätrehabilitation ist unverantwortlich!"
Wien (OTS) Eine Ausweitung des Betreuungsangebotes für PatientInnen
mit schweren Hirnverletzungen und finanzielle Unterstützung für
entsprechende Therapieeinrichtungen durch das Land Wien forderte
heute Alexandra Bolena, Gesundheitssprecherin des Wiener Liberalen
Forums. In einem gemeinsamen Pressegespräch mit der Leiterin der
Praxis für Neurorehabilitation, Ulrike Barber, machte sie darauf
aufmerksam, daß in Wien zwar für Erstversorgung und
Frührehabilitation der Betroffenen gesorgt sei, es aber im Bereich
der Spätrehabilitation große Defizite gebe.
Einzig die privatwirtschaftlich geführte Praxis für
Neurorehabilitation in der Märzstraße bietet derzeit in Wien
ambulante, längerfristige Nachbetreuung für PatientInnen mit
erworbener Hirnschädigung. "Ansonsten gibt es kaum
Therapieeinrichtungen für ganzheitliche Spätrehabilitation in Wien.
Finanzielle Unterstützung seitens der Stadt Wien für entsprechende
Einrichtungen gibt es schon gar nicht", erläuterte die liberale
Gesundheitssprecherin die aktuelle Situation.
"Dabei ist die Spätbetreuung von PatientInnen mit schweren
Hirnverletzungen unbestritten ein wesentlicher Bestandteil für eine
erfolgreiche Gesamtrehabilitation", sagte Ulrike Barber. In der von
ihr geleiteten Praxis für Neurorehabilitation werden PatientInnen
psychologisch, ergotherapeutisch, physiologisch und logopädisch -
d.h. ganzheitlich - nachbetreut. Die Kosten dafür werden aber nur
zum Teil von der Krankenkasse übernommen: Für die psychologische
Behandlung, ein wichtiger Bestandteil der ganzheitlich konzipierten
Behandlung, gibt es beispielsweise kein Geld von der Krankenkasse.
"Viele PatientInnen können sich die Behandlung deshalb oft nicht
leisten", so Barber.
Immer mehr PatientInnen bräuchten nach einem Unfall oder
Schlaganfall längerfristige Nachbetreuung. Da es in Wien viel zu
wenige Rehabilitationseinrichtungen gibt, können Betroffene oft
nicht betreut werden, was den Gesamterfolg ihrer Rehabilitation
negativ beeinflußt. Wien müsse deshalb endlich für ausreichende
Betreuungseinrichtungen sorgen.
"Ähnlich wie die von Wien finanzierten geriatrischen Tageszentren
oder die Tageszentren für PatientInnen mit Multipler Sklerose sollen
auch Betreuungseinrichtungen für PatientInnen mit Hirnschädigung von
Wien finanziell unterstützt werden", forderte Bolena. Sie verwies in
diesem Zusammenhang auf die in Vorarlberg mit Unterstützung des
Landes eingerichtete "Sozialmedizinische Organisationsgesellschaft",
die ambulante Spätbetreuung in ihrer ganzen Bandbreite anbietet.
Je schneller PatientInnen nach der Erstversorgung und
Frührehabilitation längerfristig nachbetreut werden können, umso
größer sind ihre Erfolgsaussichten. "Aus gesundheitspolitischer
Sicht ist es unverantwortlich, daß Wien in diesem Zusammenhang so
lange untätig war", so Bolena abschließend.
(Schluß)
Rückfragehinweis: Liberales Forum - Landtagsklub Wien
Pressestelle
Tel.: 4000-81557
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