AK: Baukoordinator sorgt für Sicherheit

Wien (OTS) - In keinem Wirtschaftszweig sind
Gesundheitsverschleiß und Unfallrisiko durch Arbeit so hoch wie am Bau. Zwei von drei Arbeitsunfällen, so eine EU-Untersuchung, sind durch Fehler in der Planung, Organisation von Baustellen und der Koordination praktisch vorprogrammiert. Das neue Baustellenkoordinationsgesetz soll das ändern, begrüßt Georg Ziniel, stellv. Direktor der AK Wien, die längst fällige Übernahme entsprechender EU-Richtlinien. "Der Baukoordinator wird für mehr Sicherheit sorgen.", ist Ziniel überzeugt. Kleine Baustellen, wie Adaptierungen oder Sanierungen im Wohnbereich seien jedenfalls
davon nicht betroffen. Anderslautende Meldungen seien Polemik und würden lediglich zu unnötiger Verunsicherung führen, kritisiert Ziniel: "Der Arbeitgeber war und ist für den Arbeitnehmerschutz verantwortlich, und nicht der Konsument." ****

Im Baubereich ereignen sich die meisten Arbeitsunfälle und existiert der größte Gesundheitsverschleiß. Das Baukoordinationsgesetz soll helfen, diese extremen Risiken zu minimieren. Für Ziniel ist die Übernahme dieser EU-Bestimmungen keine Fleißaufgabe, sondern dringendes Gebot gewesen. Jeder Unfall oder berufsbedingter Krankenstand fordert Leid und verursacht
Kosten für Betriebe und Volkswirtschaft. Es sei daher richtig, bereits vor Aufnahme der eigentlichen Bauarbeiten, also im Planungsstadium, Bauherren bzw. Koordinatoren zu verpflichten, den Arbeitnehmerschutz auf künftigen Baustellen umfassend zu berücksichtigen. Das gelte aber ausdrücklich nur für Baustellen, wo gleichzeitig oder unmittelbar aufeinanderfolgend Arbeitnehmer mehrerer Arbeitgeber tätig sind.

Die Regelungen sollen, so Ziniel, das "Zusammenspiel" mehrerer Unternehmer regeln. Keineswegs sei daran gedacht, die Bestimmungen etwa auf Wohnungsmieter anzuwenden, die mit einem plötzlichen technischen Gebrechen konfrontiert seien. Zumeist werden in Notfällen, wie bei einem Wasserrohrbruch, nicht mehrere Firmen gleichzeitig tätig, sondern im Regelfall in einem bestimmten zeitlichen Abstand. "Eine Verpflichtung für den Auftraggeber,
einen Baustellenkoordinator zu bestellen, besteht daher gar
nicht.", betont der AK-Direktor. Selbst wenn dies zutreffen würde, gebe es einen unkomplizierten Weg der Lösung: Der Betroffene soll einfach den erst tätigen Professionisten zum Koordinator machen. Selbst wenn der Betroffene dies unterlassen würde, übernehme der Bauherr weder die Verantwortung für den Arbeitnehmerschutz, noch fallen ihm irgendwelche höheren Kosten an. "Das war bisher bereits im Arbeitnehmerschutz verankert und das wird sich auch in Hinkunft nicht ändern.", stellt Ziniel fest.

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