FORMAT: Peter Rosenstingl wälzt Schuld auf seinen Bruder Herbert ab

Ex-Politiker packt bei Vernehmungen durch U-Richterin über internationale Kreditbetrüger aus und bekennt sich in allen Punkten nicht schuldig

Wien (OTS) - Der Ex-FPÖ-Abgeordnete und mutmaßliche Millionenbetrüger Peter Rosenstingl hat bei seinen Vernehmungen durch Untersuchungsrichterin Ingrid Altmann versucht, die Schuld auf seinen älteren Bruder Herbert abzuwälzen. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

FORMAT zitiert aus Peter Rosenstingls 76 Seiten umfassenden Vernehmungsprotokoll, in dem sich der nach Brasilien geflüchtete Ex-Politikern zu allen Vorwürfen nicht schuldig bekennt: "Ich habe bis zuletzt an die Seriosität und kaufmännische Glaubwürdigkeit meines Bruders geglaubt ." Bis zum Frühjahr sei das Verhältnis zum seit 14 Monaten in Untersuchungshaft sitzenden Ex-Geflügelhändler und Pleitier Herbert Rosenstingl "trotz der finanziellen Probleme doch relativ konfliktfrei" gewesen: "Erst als ich feststellen mußte, daß er Blankowechsel mißbrächlich verwendet hat, kam es zu erheblichen Spannungen... Ab diesem Zeitpunkt habe ich den Kontakt auf ein Mindestmaß reduziert."

Herbert Rosenstingl war vor drei Wochen in einem FORMAT-Interview mit den Worten in die Offensive gegangen: "Es ist unglaublich, daß mich mein eigener Bruder in die Pfanne haut, im unsinnigen Glauben, damit seinen Kopf zu retten."

Laut FORMAT belastet der Ex-Politiker außerdem den vor drei Jahren nach Kenia ausgewanderten Schwiegersohn Herbert Rosenstingls, Hermann Nowak, schwer. Nowak, gegen den Staatsnwalt Ronald Schön ebenfalls eine Anklageschrift beantragen wird, habe "Lieferscheine im Ausmaß von 40 Millionen Schilling vernichtet."

Peter Rosenstingl behauptet außerdem, daß kurz nach seiner Flucht in den Konkurs geschlitterte Hendl-Imperium seines Bruders sei "bis zum Juni 1997 ertragreich" gewesen. Den von Gerichtsgutachter Bruno Bohle erhobenen Vorwurf, er habe die Bilanzen der Unternehmen seines Bruders "geschönt", weist Peter Rosenstingl zurück. Laut FORMAT behauptet er, ein großer Unbekannter habe die Bilanzen gefäslcht:
"Ich erkläre die Fälschungen damit, daß ein Unbekannter ein von mir anläßlich der Bilanzübersendung hergestelltes Original mißbrächlich im Inhalt verfälscht hat."

FORMAT berichtet außerdem, daß Rosenstingl sich mit einem halben Dutzend internationaler Kredithaie eingelassen hat, denen nicht nur die Gebrüder Rosenstingl, sondern auch zwei österreichische Banken auf den Leim gingen. Die Folge: Anklageschriften gegen zwei Bankdirektoren.

Laut Vernehmungsprotokoll forderte Vermittler Avi C. Peter Rosenstingl Monate vor seiner Flucht dazu auf, ihm als "kleine Sicherheit" seinen Mercedes zu überlassen. Rosenstingl zur U-Richterin: "Darauf habe ich einen Wutanfall gekriegt und sagte meiner Sekretärin, daß sie sofort die Wirtschaftspolizei verständigen soll."

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