GdG-Ärztevertreterin fordert Aufwertung der Tätigkeit der Stationsärzte

Dr. Sabine Oberhauser: Umfrage bestätigt Gewerkschaftsforderungen

Wien (GdG/ÖGB). "Herzlichen Dank, Herr Gesundheitsstadtrat Rieder, für die Umfrage in Wiens Spitälern. Die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten sieht sich durch das Ergebnis in ihren Forderungen nach Ausbau des Projektes ‘Stationsärzte’ bestätigt. Psychologen alleine können nicht die Aufklärung der Patienten hinsichtlich Operation, Krankengeschichte etc. übernehmen", betont Dr. Sabine Oberhauser, Ärztevertreterin der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), Hauptgruppe II – Wiener Krankenanstaltenverbund. Seit nunmehr zehn Jahren läuft das
Projekt "Stationsärzte" (Hausärzte) in Wiens Spitälern. Aus finanziellen Gründen wird ihre Zahl – derzeit 60 - nicht aufgestockt. "Für diese wichtige Einrichtung fehlt der Stadt Wien einfach das Geld. Und das ist mehr als bedenklich", so Oberhauser.++++

Dass die Patienten mit der Aufklärung in Wiens Spitälern nicht zufrieden sind, sieht die GdG als Hilferuf und sieht sich in ihrer Forderung nach dem Ausbau des Projektes "Stationsärzte" bestätigt. Die Patienten wünschen das Gespräch: Der Stationsarzt wäre somit die Anlaufstelle auf der Station für sie und ihre Angehörigen. "Aber 60 Stationsärzte in ganz Wien sind dafür zu wenig. Wir treten daher vehement für den Ausbau des Projektes ‘Stationsarzt’ ein. Wenn schon kein Geld für mehr Stationsärzte vorhanden ist, so sollten wir die vorhandenen Kapazitäten, die wir ja haben, genützt werden", gibt Dr. Oberhauser zu bedenken.

Die GdG fordert daher – hinsichtlich des Umfrageergebnisses – mehr Stationsärzte sowie die Aufwertung der Berufsgruppe durch Aufstiegschancen und die Anerkennung ihrer Leistungen. "Die
Wünsche der Patienten zeigen uns dies sehr deutlich und bestätigen uns in unserer Arbeit", so die Ärztevertreterin in der GdG.

Ansprechpartner für die Patienten in Wiens Spitälern sollen die Stationsärzte, so genannte "Hausärzte auf den Stationen" sein. Die derzeit rund 60 im Einsatz befindlichen Stationsärzte sind jene ärztliche Berufsgruppe mit den schlechtesten Bedingungen, schlechtesten Dienstzeiten sowie keinen Aufstiegschancen. "Es kann nicht sein, dass qualifizierte Kolleginnen und Kollegen als Personalreserve und Lückenbüßer in den Spitälern herhalten müssen. Allein durch das zielgerechte Einsetzen ihrer Arbeitskraft an den Stationen könnte dem Problem der mangelnden Patienteninformation ein Ende gesetzt werden", so Dr. Oberhauser abschließend. (ew)

ÖGB, 13. Juli 1999 Nr. 361

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