• 13.07.1999, 10:51:17
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  • OTS0083

Den Geheimnissen des Heidentores auf der Spur

Zwei Pfeiler fielen schon vor 600 Jahren

St.Pölten (NLK) - Das Heidentor von Petronell war kein Stadttor
und zeigte auch nicht den vermessungstechnisch wichtigen
"Absteckpunkt" von Carnuntum an, der sich im Zentrum der Stadt
befunden haben muß. Tatsächlich war das Bauwerk ein "Quadrifrons",
bestehend aus vier Pfeilern und einem Kreuzgewölbe, der außerhalb der
Stadt erst im Laufe des 4. Jahrhunderts n.Chr. errichtet wurde.
Münzen, Inschriften, Keramik, Gewandspangen und andere Gegenstände,
in letzter Zeit bei den Grabungen rund um das Heidentor und bei der
Restaurierung des geheimnisvollen Bauwerkes zutage getreten, zeigen
dies unmißverständlich an. Um die Grabungen unmittelbar neben dem
Heidentor fortsetzen zu können, werden jetzt mit Hilfe eines
Spezialkrans zwei mächtige Mauerblöcke von 60 und 22 Tonnen um einige
Meter versetzt, wodurch die östlichen Bauwerksfundamente und ihre
Umgebung vollständig freigelegt werden.

Die beiden Blöcke gehörten zum östlichen Pfeilerpaar, das
gemeinsam mit dem verbindenden Kreuzgewölbe schon vor dem 16.
Jahrhundert durch Sprengung zum Einsturz gebracht worden war. Das
charakteristische Bild der Ruine als Torbogen resultiert aus ihrer
langen Verfallszeit. Von ursprünglich vier Pfeilern steht heute nur
mehr das westliche Pfeilerpaar mit dem Ziegelbogen aufrecht. Das
Bauwerk als Tor oder Torbogen zu bezeichnen, ist wissenschaftlich
deshalb nicht länger haltbar. Ursprünglich trug das Bauwerk vier
gewaltige quadratische Fundamentblöcke von 6 Metern Seitenlänge, die
fast 2,50 Meter in den Schotterboden eingetieft waren und den einst
zweigeschoßigen Aufbau trugen. Architektonische Einzelheiten werden
von Experten des Instituts für Baugeschichte und Bauforschung der
Technischen Universität München geklärt, ehe die Restaurierungen
beginnen. Die Arbeiten erfolgen im Einvernehmen und mit tatkräftiger
Unterstützung mehrerer Abteilungen des Bundesdenkmalamtes.

Der Weg von der Fundermittlung bis zur Ausführung ist langwierig
und arbeitsintensiv, weil über frühere Restaurierungen keine
Dokumentationen vorliegen. Unsachgemäße Grabungen haben überdies
Schäden hinterlassen. Das Restaurierungsprojekt Heidentor soll bis
zum Jahr 2001 abgeschlossen sein.

Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung

Pressestelle
Tel.: 02742/200-2174

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VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

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