Den Geheimnissen des Heidentores auf der Spur

Zwei Pfeiler fielen schon vor 600 Jahren

St.Pölten (NLK) - Das Heidentor von Petronell war kein Stadttor
und zeigte auch nicht den vermessungstechnisch wichtigen "Absteckpunkt" von Carnuntum an, der sich im Zentrum der Stadt befunden haben muß. Tatsächlich war das Bauwerk ein "Quadrifrons", bestehend aus vier Pfeilern und einem Kreuzgewölbe, der außerhalb der Stadt erst im Laufe des 4. Jahrhunderts n.Chr. errichtet wurde. Münzen, Inschriften, Keramik, Gewandspangen und andere Gegenstände, in letzter Zeit bei den Grabungen rund um das Heidentor und bei der Restaurierung des geheimnisvollen Bauwerkes zutage getreten, zeigen dies unmißverständlich an. Um die Grabungen unmittelbar neben dem Heidentor fortsetzen zu können, werden jetzt mit Hilfe eines Spezialkrans zwei mächtige Mauerblöcke von 60 und 22 Tonnen um einige Meter versetzt, wodurch die östlichen Bauwerksfundamente und ihre Umgebung vollständig freigelegt werden.

Die beiden Blöcke gehörten zum östlichen Pfeilerpaar, das gemeinsam mit dem verbindenden Kreuzgewölbe schon vor dem 16. Jahrhundert durch Sprengung zum Einsturz gebracht worden war. Das charakteristische Bild der Ruine als Torbogen resultiert aus ihrer langen Verfallszeit. Von ursprünglich vier Pfeilern steht heute nur mehr das westliche Pfeilerpaar mit dem Ziegelbogen aufrecht. Das Bauwerk als Tor oder Torbogen zu bezeichnen, ist wissenschaftlich deshalb nicht länger haltbar. Ursprünglich trug das Bauwerk vier gewaltige quadratische Fundamentblöcke von 6 Metern Seitenlänge, die fast 2,50 Meter in den Schotterboden eingetieft waren und den einst zweigeschoßigen Aufbau trugen. Architektonische Einzelheiten werden von Experten des Instituts für Baugeschichte und Bauforschung der Technischen Universität München geklärt, ehe die Restaurierungen beginnen. Die Arbeiten erfolgen im Einvernehmen und mit tatkräftiger Unterstützung mehrerer Abteilungen des Bundesdenkmalamtes.

Der Weg von der Fundermittlung bis zur Ausführung ist langwierig und arbeitsintensiv, weil über frühere Restaurierungen keine Dokumentationen vorliegen. Unsachgemäße Grabungen haben überdies Schäden hinterlassen. Das Restaurierungsprojekt Heidentor soll bis zum Jahr 2001 abgeschlossen sein.

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