NÖ mit Normkostenmodell Vorreiter bei Gesundheitsfinanzierung

Sobotka: Balance zwischen Wettbewerb und Versorgungsauftrag

St.Pölten (NLK) - Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka präsentierte heute in St.Pölten in seiner Funktion als NÖGUS-Vorsitzender zum einen das Normkostenmodell und zum anderen das kürzlich für alle Krankenhäuser Niederösterreichs abgesegnete Budget.

Demnach kommt es zu einer Steigerung von etwa vier Prozent, wodurch für den muralen Bereich für das Jahr 2000 11,8 Milliarden Schilling zur Verfügung stehen. Im Detail beinhaltet die Aufschlüsselung 300 Millionen Schilling Strukturmittel, 425 Millionen Schilling für Großgeräteförderung und Ausbauprogramm, 350 Millionen Schilling Ambulanzgebühren, 28 Millionen Schilling Verwaltungsaufwand und erstmals extra budgetierte 150 Millionen Schilling Schulförderung.

Von der Summe von 10,6 Milliarden Schilling LKF-Mittel gelangt man unter Abzug von 200 Millionen Schilling für den Anpassungstopf zu einer Summe von 10,4 Milliarden Schilling. Abzüglich der 350 Millionen Schilling Steuerungsmittel als Schlüssel für die Normkostenersparnis u.a. werden demnach 9,6 Milliarden Schilling nach Punkten auf die Spitäler Niederösterreichs aufgeteilt. 2002 werde man so weit sein, daß das Normkostenmodell durchschlage, so Sobotka, der auch darauf verwies, daß damit keine Querfinanzierungen für Kindergärten oder Dienste wie "Essen auf Rädern" u.a. mehr möglich seien.

Das Normkostenmodell, das die Krankenhäuser nach einheitlichen Kriterien bewerte und die Verteilung der Mittel auf Leistungsprofile abstelle, stelle sicher, "daß etwa ein Blinddarm überall die gleiche Punktezahl und Finanzmenge erfordert", so Sobotka. Nach diesem Modell werden Krankenanstalten in bezug auf Stations-, Funktions- und Ambulanz-, Intensiv-, Stammdaten-, OP- und Nebenkostenstellenmodelle durchleuchtet und mit Strukturparametern sowie einem Mengen- und Wertgerüst verbunden.

Mit diesem sehr komplexen Modell, das pro Jahr Einsparungen bzw. effizienteren Geldmitteleinsatz von 400 bis 500 Millionen Schilling bringen soll, will Sobotka unter Beibehaltung der akkordierten Flächendeckung das System im Gleichgewicht zwischen Versorgungsauftrag und Wettbewerb halten. "Marktmechanismen allein funktionieren nicht, Krankenhäuser können ihre Aufgaben nur im Rahmen des Versorgungsauftrages erfüllen", so Sobotkas Schlußfolgerung.

Mit dem Normkostenmodell sollen Anreize für ein Gleichgewicht zwischen Kosten- und Leistungsverhältnis geschaffen werden. Krankenhäuser mit einem schlechten Kosten-/Leistungsverhältnis sollen im Zeitraum von drei bis fünf Jahren u.a. mit Mitteln aus dem Anpassungstopf ihr Manko aufholen. Nicht zuletzt sei das Normkostenmodell, mit dem Niederösterreich eine Vorreiterrolle in der Gesundheitsfinanzierung übernehme, auch ein wichtiger Schritt für die Positionierung des Landes bei Verhandlungen mit dem Bund, weil man dann genau wisse, bei welchen Strukturen Einsparungspotentiale bestünden und dennoch der medizinische Versorgungsauftrag erfüllt werde, so Sobotka abschließend.

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