• 12.07.1999, 12:19:20
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  • OTS0113

NÖ mit Normkostenmodell Vorreiter bei Gesundheitsfinanzierung

Sobotka: Balance zwischen Wettbewerb und Versorgungsauftrag

St.Pölten (NLK) - Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka präsentierte
heute in St.Pölten in seiner Funktion als NÖGUS-Vorsitzender zum
einen das Normkostenmodell und zum anderen das kürzlich für alle
Krankenhäuser Niederösterreichs abgesegnete Budget.

Demnach kommt es zu einer Steigerung von etwa vier Prozent,
wodurch für den muralen Bereich für das Jahr 2000 11,8 Milliarden
Schilling zur Verfügung stehen. Im Detail beinhaltet die
Aufschlüsselung 300 Millionen Schilling Strukturmittel, 425 Millionen
Schilling für Großgeräteförderung und Ausbauprogramm, 350 Millionen
Schilling Ambulanzgebühren, 28 Millionen Schilling Verwaltungsaufwand
und erstmals extra budgetierte 150 Millionen Schilling
Schulförderung.

Von der Summe von 10,6 Milliarden Schilling LKF-Mittel gelangt man
unter Abzug von 200 Millionen Schilling für den Anpassungstopf zu
einer Summe von 10,4 Milliarden Schilling. Abzüglich der 350
Millionen Schilling Steuerungsmittel als Schlüssel für die
Normkostenersparnis u.a. werden demnach 9,6 Milliarden Schilling nach
Punkten auf die Spitäler Niederösterreichs aufgeteilt. 2002 werde man
so weit sein, daß das Normkostenmodell durchschlage, so Sobotka, der
auch darauf verwies, daß damit keine Querfinanzierungen für
Kindergärten oder Dienste wie "Essen auf Rädern" u.a. mehr möglich
seien.

Das Normkostenmodell, das die Krankenhäuser nach einheitlichen
Kriterien bewerte und die Verteilung der Mittel auf Leistungsprofile
abstelle, stelle sicher, "daß etwa ein Blinddarm überall die gleiche
Punktezahl und Finanzmenge erfordert", so Sobotka. Nach diesem Modell
werden Krankenanstalten in bezug auf Stations-, Funktions- und
Ambulanz-, Intensiv-, Stammdaten-, OP- und Nebenkostenstellenmodelle
durchleuchtet und mit Strukturparametern sowie einem Mengen- und
Wertgerüst verbunden.

Mit diesem sehr komplexen Modell, das pro Jahr Einsparungen bzw.
effizienteren Geldmitteleinsatz von 400 bis 500 Millionen Schilling
bringen soll, will Sobotka unter Beibehaltung der akkordierten
Flächendeckung das System im Gleichgewicht zwischen
Versorgungsauftrag und Wettbewerb halten. "Marktmechanismen allein
funktionieren nicht, Krankenhäuser können ihre Aufgaben nur im Rahmen
des Versorgungsauftrages erfüllen", so Sobotkas Schlußfolgerung.

Mit dem Normkostenmodell sollen Anreize für ein Gleichgewicht
zwischen Kosten- und Leistungsverhältnis geschaffen werden.
Krankenhäuser mit einem schlechten Kosten-/Leistungsverhältnis sollen
im Zeitraum von drei bis fünf Jahren u.a. mit Mitteln aus dem
Anpassungstopf ihr Manko aufholen. Nicht zuletzt sei das
Normkostenmodell, mit dem Niederösterreich eine Vorreiterrolle in der
Gesundheitsfinanzierung übernehme, auch ein wichtiger Schritt für die
Positionierung des Landes bei Verhandlungen mit dem Bund, weil man
dann genau wisse, bei welchen Strukturen Einsparungspotentiale
bestünden und dennoch der medizinische Versorgungsauftrag erfüllt
werde, so Sobotka abschließend.

Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung

Pressestelle
Tel.: 02742/200-2175

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