- 08.07.1999, 16:01:19
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- OTS0215
Immobilientreuhänder lehnen Aufhebung der Maklerverordnung ab
Bundesinnungsmeister Steller: "Gegenwärtigen Status beibehalten"
PWK - Die Immobilientreuhänder lehnen die von Wirtschaftsminister
Hannes Farnleitner überfallsartig angekündigte Abschaffung der
Maklerverordnung ab. Dies sei ein Danaergeschenk für die Konsumenten
und für die Wohnungsmakler, betonte Bundesinnungsmeister Gerhard
Steller. Nach der Einführung der Immobilienmaklerverordnung 1996 sind
die Beschwerden über Makler deutlich zurückgegangen. Während sich
derzeit die Makler auch um die Vermietungen im Billigpreissegment
kümmern, würde dieser Sektor dann in den Schwarzmarkt abgleiten, was
weder im Sinne der Konsumenten noch der Makler sein kann. Steller
sprach sich dafür aus, den gegenwärtigen Status beizubehalten. ****
Eine klare Absage erteilte Steller allen Bestrebungen, die
Höchstsätze für Maklerprovisionen zu senken. Der nachweisbare Trend
zum Nachfragermarkt bedeute für das Maklergewerbe einen deutlich
höheren Aufwand, wodurch einmal mehr die in der Verordnung geregelten
Provisionssätze aus betriebswirtschaftlicher Sicht notwendig und
jedenfalls gerechtfertigt sind. "Ich sehe keinen Spielraum für eine
Reduzierung der Provisionshöchstsätze für die Vermittlung von
Mietwohnungen. In jenen Fällen, in denen aufgrund der gesetzlichen
Mietzinsbegrenzungen oder wegen einer preisgünstigen Lage eine
geringe Miete vereinbart wird, müssen die Höchstsätze zu einer
kostendeckenden Provision führen", so Steller. Gerade die Vermittlung
eines befristeten Mietvertrages verursache keinesweg weniger, sondern
eher mehr Arbeit als bei unbefristeten Mietverhältnissen.
Um ihren Betrieb und damit auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter
zu erhalten, müßten Makler bei jedem Geschäftsfall mindestens 17.000
Schilling verdienen. Das ist gerade im unteren Preissegment des
geschützten Bereiches nicht möglich. Allein in Wien wären 700 Makler
und deren Mitarbeiter durch eine Senkung der Höchstprovisionssätze
vom finanziellen Ruin bedroht.
Schon jetzt macht der durchschnittliche Maklerbetrieb fast keinen
Gewinn mehr, wie ein Betriebsvergleich zeigt. Die Mietzinshöhe ist
rückläufig, die Zahl der Transaktionen nimmt kontinuierlich ab. Fast
60% des Umsatzes gehen für Personalkosten auf, die Inserate
verschlingen rund 13% des Umsatzes und der Bürobetrieb mit allen
seinen Sachkosten verbraucht ca. 27% des Umsatzes.
Steller wies darauf hin, daß in Ländern mit deutlich niedrigeren
Durchschnittsprovisionen als in Österreich jedem Maklerkunden häufig
auch bei erfolgloser Vermittlung ein Aufwandsersatz für Inserate,
Besichtigungen auf Stundenhonorarbasis oder für das Aufstellen von
Schildern (zu verkaufen/vermieten) verrechnet wird. Im Gegensatz dazu
fallen für die österreichischen Kunden keinerlei Nebengebühren,
Manipulationsspesen etc. an, "obwohl gerade in Österreich besonders
hohe Lohnnebenkosten für die Mitarbeiter und eine geradezu 'barocke'
Anzeigenabgabe anzutreffen sind", schloß Steller.
(Schluß) MH
Rückfragehinweis: Bundesinnung Immobilien
Tel: 522 25 93
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