Kfz-Versicherungssummen:Österreich zählt zu EU-Schlußlichtern -GRAFIK

ÖAMTC fordert gesetzliche Erhöhung zum Schutz der Verkehrsopfer

Wien (ÖAMTC-Presse) - Österreich ist nach wie vor eines der schwächsten Länder bei den Mindestversicherungssummen in der Kfz-Haftpflichtversicherung innerhalb der EU. Der ÖAMTC fordert nun eine Erhöhung der gesetzlich garantierten Mindestversicherungssummen.

"Unfälle wie jener im Tauerntunnel haben sehr deutlich gezeigt, wie wenig die derzeit garantierten S 15 Millionen pauschaler Schutz pro Fahrzeug für Personen- und Sachschäden ist", so ÖAMTC-Chefjurist Dr. Hugo Haupfleisch. Nach derzeitigen Schätzungen betragen allein die Personen- und Fahrzeugschäden S 50 Millionen. Dazu kommen noch die Reparaturkosten am Tunnel selbst von S 40 bis 50 Millionen.

Ist die Schadenssumme höher als die Deckung der Haftpflicht, kommt der Unfallverursacher zum Handkuß. Er muß in einem solchen Fall damit rechnen, daß er die Ersatzleistungen, für die er nicht versichert ist, lebenslänglich aus der eigenen Tasche bezahlen muß. Ist der Schädiger oder der Fahrzeugeigentümer vermögenslos, erhalten die Verkehrsopfer unter Umständen nur einen Bruchteil ihres Schadens ersetzt.

Der ÖAMTC hat nun in einem Brief die Regierung aufgefordert, für eine Erhöhung der Mindestsummen zu sorgen. Eine schrittweise Erhöhung der Pauschale auf mindestens 7 Millionen Euro (entspricht fast S 100 Millionen) würde auch Österreich auf den Standard der EU-Länder mit vorbildlichem Versicherungsschutz bringen.

Unbegrenzte Personendeckung bereits in sieben EU-Ländern

Im europäischen Vergleich liegt die Mehrzahl der Länder deutlich besser als Österreich: In Deutschland zahlt die Versicherung bei Personenschäden S 105 Millionen, in Schweden werden sogar umgerechnet S 454 Millionen garantiert. Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland und Spanien haben unbeschränkte Personendeckung. In Luxemburg und Belgien ist sogar zusätzlich auch der Sachschaden unbegrenzt abgesichert.

Nur Griechenland, Italien, Portugal und die Niederlande liegen mit Personen- und Sachschadendeckung noch hinter Österreich. Jeder Tourist sollte daher vor Reisen in diese Länder eine eigene Kaskoversicherung abschließen, um bei Großschäden vollen Ersatz zu bekommen, auch wenn die "Gegenseite" zu 100 Prozent schuld am Unfall ist.

Der ÖAMTC fordert die Versicherungswirtschaft auf, sich nicht ständig mit Hinweis auf drohende dramatische Prämienerhöhungen am Problem vorbeizuschwindeln: Wenn alle Versicherten das Risiko gemeinsam tragen, sind die Mehrkosten bei der zum Glück nur geringen Zahl von Großschäden im Bereich von ein paar Schilling, so der ÖAMTC-Jurist abschließend.

Siehe auch AOM/Original Grafik-Service www.ots.apa.at/file-service/4078.htm

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