Arbeitgeber brechen Verhandlungen über KV für Leiharbeiter ab

Metallergewerkschaft plant Aktionen

Wien (Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie/ÖGB). "Offensichtlich haben die schwarzen Schafe unter den Arbeitskräfteüberlassern doch die Oberhand gewonnen", kommentiert Rudolf Nürnberger,
Vorsitzender der Metallergewerkschaft das gestrige Scheitern der Verhandlungen über einen Kollektivvertrag für die rund 20.000 Leiharbeiter.++++

Die Metallergewerkschaft verhandelte im Auftrag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes mit dem allgemeinen Fachverband des Gewerbes in der Wirtschaftskammer Österreich einen Kollektivvertrag für die Leiharbeiter. Bei einer Sitzung des Fachverbandes gestern, Montag, nachmittag, gab es keine Mehrheit für den von Gewerkschaft und Arbeitgebern ausverhandelten Entwurf. "Jetzt ist klar geworden, dass die Mehrheit der Arbeitgeber überhaupt keinen Kollektivvertrag will", sagt Nürnberger. Die Ablehnung des Entwurfs hätte nicht einzelne Punkte, sondern den Kollektivvertrag insgesamt betroffen. Am 4. Mai noch hatten Arbeitgeber und Gewerkschaft in einer gemeinsamen "Plattform für korrekte Leiharbeit" ihre Absicht kundgetan, den Kollektivvertrag rasch abzuschließen. "Jetzt haben aber anscheinend jene im Fachverband den Spieß umgedreht, die weder faire Wettbewerbsbedingungen in der eigenen Branche, noch gerechte Entlohnung ihrer Beschäftigten wollen", sagt Nürnberger.

Metaller für Wiederaufnahme der Verhandlungen

Die Metallergewerkschaft sei jederzeit bereit, die von den Arbeitgebern abgebrochenen Verhandlungen wieder aufzunehmen. "Wir wollen dafür sorgen, dass die gesetzlichen Ansprüche der Leiharbeiter nicht weiter mit Füßen getreten werden", erklärt Nürnberger. "Es ist verwunderlich, dass sich die schwarzen Schafe der Branche, die sich an keine Gesetze halten und ihre
Leiharbeiter oft nach Gutdünken entlohnen, durchgesetzt haben. Das ist nicht nur gegenüber den Beschäftigten unfair. Das ist durch die grobe Verzerrung des Wettbewerbs auch gegenüber jenen Branchenkollegen unfair, die bisher großes Interesse an einem Kollektivvertrag gezeigt haben und konstruktiv an dessen
Entstehung beteiligt waren."

Die Metaller werden in den nächsten Tagen die betroffenen Arbeitnehmer informieren. Sollten die Verhandlungen nicht wieder aufgenommen werden, werden im Herbst österreichweit Aktionen durchgeführt.

ÖGB, 29. Juni 1999 Nr. 323

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