- 29.06.1999, 10:12:12
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- OTS0071
Transporteure: KV-Verhandlungen an 0,14 Prozent gescheitert
Gewerkschaft HTV verläßt neuerlich den Verhandlungstisch - Bauer: "Gewerkschaft hat sich verkehrspolitisch abgemeldet"
PWK - "Die Gewerkschaft HTV hat scheinbar am Demonstrieren
Geschmack gefunden, anders ist der Abgang vom Verhandlungstisch nicht
erklärbar", kommentiert Rudolf-Christian Bauer, Geschäftsführer des
Fachverbandes Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Österreich,
das überraschende Ende der letzten KV-Runde. ****
Nach mehr als fünf Stunden Verhandlung konnten die anfangs
gegensätzlichen Standpunkte ziemlich angenähert werden. Über die
Laufzeit, die Diätenzahlungen, kleine arbeitsrechtliche Anpassungen
und die Abgeltung für den verflossenen Stichtag konnte bereits
Einigung erzielt werden.
Die Arbeitgeberseite hat angeboten, die Stundenlöhne linear um
1,50 Schilling zu erhöhen. Die Gewerkschaft hat eine verlaufende
Lohnerhöhung um 1,9 Prozent gefordert. Auf Jahreslohnbasis gerechnet
wäre das eine Differenz von 0,14 Prozent. Trotz einer Inflationsrate
von 0,3 Prozent und einem Transportpreisverfall von 25 Prozent war
die Gewerkschaft nicht bereit abzuschießen.
"Wir haben als Verhandlungsteam der Arbeitgeber eine wesentliche
wirtschaftliche Verantwortung auch für die Sicherheit der
Arbeitsplätze im Bereich der Transporteure", analysiert Bauer die
Situation. "Die wirtschaftliche Basis der Klein- und Mittelbetriebe
in der Transportwirtschaft ist äußerst schlecht. Die Globalisierung
der Wirtschaft wird immer mehr zum Bumerang für diese
Unternehmensgruppe. Es wird auch die Gewerkschaft HTV zur Kenntnis
nehmen müssen, daß die wirtschaftliche Ertragslage den Lohnerhöhungen
gewisse Grenzen setzt. Die Wünsche der Arbeitnehmerseite werden von
Verhandlung zu Verhandlung mehr und höher. Die Transportunternehmer
haben kein Verständnis dafür, daß sie von der Gewerkschaft in der
Öffentlichkeit schlecht gemacht werden und dafür auch noch in Form
von Lohnerhöhungen bezahlen sollen".
Die Gewerkschaft hat neuerlich Straßenblockaden und Demonstrationen
angekündigt. Die Transporteure sehen dem mit Interesse entgegen. Die
österreichische Verkehrspolitik hat in den letzten Wochen derartig
viele Einschränkungen für den Lkw-Verkehr gebracht (Tunnelverordnung,
Ferienreiseverordnung, Überholverbote), die den Transporteuren
Schäden in Millionenhöhe bescheren, aber von der Fahrergewerkschaft
war nichts zu hören und zu sehen. Offenbar hat sich die HTV
verkehrspolitisch abgemeldet und ist zum Lohnverhandlungsverein
mutiert.
(Schluß) hp
Rückfragehinweis: FV Güterbeförderungsgewerbe
Mag. Rudolf Bauer
Tel: 5856840-0
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