- 28.06.1999, 10:58:36
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KfV-Tips für eine sichere Urlaubsfahrt: RICHTIG REISEN WILL GELERNT SEIN !
Wien (OTS) - Reiseplanung, Auto-"Urlaubs-Check" und richtige
Gepäcks- sicherung sind das A & O - Rasten statt rasen: mindestens
alle 2-3 Stunden Pause machen !
Die Ferienzeit steht vor der Tür - und damit auch die Zeit des
Kofferpackens und -verladens, falls die Fahrt auf vier Rädern in die
wohlverdiente Erholung führt. Zur richtigen Planung und Gestaltung
einer Autoreise einige wichtige Tips von den Experten des Kuratorium
für Verkehrssicherheit.
Richtig planen:
*Gut geplant ist halb gereist: Wer seine Ferienfahrt im
vorhinein mittels aktueller Straßenkarten - inklusive Baustellenplan
- und Informationen von Autofahrerclubs und Verkehrsservice perfekt
plant, Staus miteinberechnet und optimalerweise neuralgische
Zeitpunkte für An- und Rückreise vermeidet, wird ungetrübteren
Urlaubsfreuden entgegensehen können.
*Auch Ihr Auto braucht das nötige Rüstzeug: Vor der Fahrt ist
ein umfangreicher "Urlaubs-Check" angesagt! Dabei dürfen folgende
Tests nicht fehlen:
*Beleuchtung prüfen: Lampen und Leuchten säubern, Einstellung
für beladenes Fahrzeug o.k.?
*Reifenprofil und -druck prüfen - Luftdruck dem
Beladungszustand anpassen, Reserverad nicht vergessen!
*Scheiben säubern und - falls nötig - Wachs- oder
Silikonrückstände mit geeigneten Mitteln entfernen
*Stand von Öl, Bremsflüssigkeit, Kühlwasser,
Scheibenreinigungsflüssigkeit kontrollieren
*Scheibenwischerblätter prüfen
Richtig packen:
*Im Kofferraum: Schwere Gepäckstücke kommen generell ganz nach
unten und formschlüssig an die Rücksitzbank, leichtere obenauf.
*Im Fond des Wagens keine Gepäckstücke ablegen, die zu
Geschoßen werden könnten - das gilt besonders für Schirme, Taschen,
Flaschen und ähnliches.
*Besonders bei Kombis: Nicht bis über die Oberkante der
Sitzbank beladen - einzige Ausnahme: bei zusätzlichem Gepäckgitter
zwischen Rücksitzbank und Kofferraum - und auch dann nur leichte,
weiche Gegenstände wie z.B. Polster oder Kleidung ohne Verpackung
obenauf.
*Gepäckstücke auch im Kofferraum festzurren - falls
Befestigungspunkte vorhanden.
*Kofferraum voll, Rücksitzbank leer: Geschlossene
Sicherheitsgurte können - wenn keine Fondpassagiere im Auto -
verhindern, daß bei einem Aufprall Gepäck durch die Rücksitzbank in
den Fahrgastraum durchbricht.
*Beladung auf dem Dach: Maximale Belastbarkeiten von Dach,
Lastenträger und einer eventuellen Dachbox beachten! Wenn vermeidbar,
keine schweren Gegenstände am Dach verladen - wenn aber unbedingt
notwendig, so müssen diese mit der Masse des Ladeguts entsprechenden
Zurrgurten befestigt werden, "Gummispanner" sind zuwenig -
schließlich kommt nicht immer alles Gute von oben!
*Thema Tiere: Derzeit ist noch keine im Falle eines Unfalls
wirksame Sicherung - speziell für größere Tiere - erhältlich. Die
teilweise im Ausland vorgeschriebene Sicherung dient vor allem dazu,
eine Behinderung des Fahrers durch das Tier zu vermeiden. Tiere
sollten daher möglichst tief am Fahrzeugboden und vom Fahrer entfernt
befördert werden. Bei Kombis können Rex & Co. auf der Ladefläche,
hinter einem Gitter, Platz nehmen. Miez und Mauz werden prinzipiell
in einem ausbruchssicheren Katzenkorb chauffiert, der im Fond des
Wagens sicher verankert werden muß. Nervöse Vierbeiner sollten von
einer vertrauten Bezugsperson am Rücksitz beruhigt werden.
*Die Scheinwerfereinstellung - besonders bei schwerer Beladung
- checken und, wenn keine selbst vorgenommene Anpassung möglich, von
der Kfz-Werkstätte durchführen lassen.
Richtig reisen:
*Richtig sitzen: Die Oberkante der Kopfstützen muß sich auf
gleicher Höhe wie die Kopfoberkante des Passagiers befinden. Die
korrekte Sitzposition muß - auch bei noch so großem
Bequemlichkeitsbedürfnis des Beifahrers - immer beibehalten werden,
denn: je schräger die Sitzeinstellung, desto höher das
Verletzungsrisiko bei einem Aufprall. Das Armaturenbrett ist auch für
die müdesten Beifahrerfüße tabu - schwere Verletzungen, besonders bei
Auslösung des Airbags, können im Fall des Unfalls die Folge sein.
*Fahrverhalten: Vollgepackt ändert sich das Fahrverhalten des
Fahrzeugs wesentlich: Der Bremsweg wird länger, in Kurven neigt sich
das Fahrzeug und reagiert auf schnelle Lenkbewegungen völlig
ungewohnt. Vergrößerter Sicherheitsabstand und geringere
Kurvengeschwindigkeit tragen daher viel zum sicheren Ankommen am
Reiseziel bei.
*Mach mal Pause: Regelmäßig alle 2-3 Stunden bzw. bei den
ersten Anzeichen von Ermüdung - Verspannung in der Nackenmuskulatur,
Müdigkeit in den Armen, Schwere des Kopfes und
Konzentrationsstörungen sind Warnsignale zum baldigen Zwischenstopp.
Ebenfalls "Alarmstufe Rot": wenn das Fahrverhalten der anderen
Verkehrsteilnehmer überraschend wirkt oder deren Fahrmanöver
verspätet wahrgenommen werden. Wer nicht auf seinen Körper hört,
steuert dem gefährlichen "Sekundenschlaf" zu. Übermüdung ist -
besonders im Ferienreiseverkehr - in Zusammenhang mit nichtangepaßter
Geschwindigkeit und zu geringem Sicherheitsabstand eine der
Hauptunfallursachen. Gegen Müdigkeit gibt es daher nur ein Mittel:
Schlaf - also eine ausgiebige Schlummerpause! Marathon-Autotouren
bringen erhöhtes Risiko: Am gefährlichsten sind die Nachtstunden
zwischen 23.00 Uhr und 5.00 Uhr früh - hier treten, zumeist bedingt
durch die Monotonie der Fahrt in der Dunkelheit, häufig Leistungs-
und Konzentrationsstörungen auf. Doch nicht nur in der Stille der
Nacht, auch am frühen Nachmittag plagen den Lenker oft
Ermüdungserscheinungen - schuld daran: das physiologische
Leistungstief (Verdauungsphase nach dem Mittagessen), die zumeist
sehr hohe Temperatur im Fahrzeuginneren und das Fehlen visueller
Reize auf nahezu geradlinigen Straßen.
*Balsam für Leib und Seele: In den Pausen Bewegung in der
freien Natur, leichte, vitaminreiche Kost und antialkoholische
Durstlöscher - am besten Tee oder ungesüßte Fruchtsäfte -, kein
Kaffee, denn dieser pusht den Kreislauf nur kurzfristig hinauf, der
hinausgezögerte Zusammenbruch ist dann umso heftiger.
*Immer mit der Ruhe: Der Beifahrer sollte als souveräner
Copilot fungieren und den Fahrer weder mit emotional bewegenden
Gesprächsthemen, noch mit hemmungslosen "Fütterungsaktionen" oder
grundlosen Panikreaktionen ablenken.
*Gu(r)te Fahrt: Vor der Fahrt muß es "klick" machen - das
Risiko, bei einem Unfall getötet zu werden, ist für ungesicherte
Lenker achtmal höher als für gesicherte. Und ein Aufprall mit 100
km/h entspricht einem Sturz aus 40 Metern Höhe!
*Handy weg vom Steuer: Ab 1.7.1999 ist Telefonieren während
der Fahrt nur mehr mit Freisprecheinrichtung erlaubt. Allerdings sind
beim Autofahren nicht nur freie Hände, sondern auch ein freier Kopf
gefragt - daher im Optimalfall Telefongespräche nur bei
Fahrzeugstillstand. Natürlich sollten auch andere Arten der Ablenkung
wie Rauchen, Essen oder Trinken während der Fahrt vermieden werden -
dazu sind die Pausen da!
Die Verkehrstoten der Woche vom 21. bis 27.6.1999:
Insgesamt starben in diesem Zeitraum 20 Menschen auf Österreichs
Straßen: 13 Pkw-Insassen, 2 Lkw-Insassen, 2 Motorrad- und 1
Moped-Lenker, 1 Radfahrer und 1 Traktor-Lenker. Drei tödlich
verletzte Personen waren nicht angegurtet, drei Fahrzeuglenker hatten
keine Lenkberechtigung.
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