Geduld der Gewerkschaft HGPD bei Aktion Fairness zu Ende

Bachner fordert Unterstützung des Verzetnitsch- Initiativantrages

Wien (HGPD/ÖGB). "Die Geduld der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe Persönlicher Dienst (HGPD) bei der Beseitigung der Ungleichbehandlung und Benachteiligung der österreichischen Arbeiterinnen und Arbeiter ist zu Ende. Wir fordern daher alle Abgeordneten zum Nationalrat, insbesondere aber jene der ÖVP auf, den Initiativantrag von ÖGB-Präsident Verzetnitsch zu unterstützen, der eine parlamentarische Lösung zur Beseitigung dieses Unrechts zum Ziel hat", erklärte heute HGPD-Zentralsekretärin Roswitha Bachner. ++++

Am Ende des 20. Jahrhunderts gibt es noch immer Taglöhnersystem

Bachner verwies darauf, dass es auch im Betreuungsbereich der Gewerkschaft HGPD noch immer arbeitsrechtliche Bestimmungen gibt, die Arbeiterinnen und Arbeiter gegenüber Angestellten krass benachteiligen: "Mehr als 10.000 Frauen und Männer arbeiten im Bereich der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung. Dort gibt es im 1. Dienstjahr noch immer die Möglichkeit, einen Dienstnehmer
von einem Tag auf den anderen zu kündigen. Gerade so wie am Anfang unseres Jahrhunderts, als noch Pferdefuhrwerke statt Autos das Straßenbild prägten."

Wirtschaftskammer unterbreitete "obszönes Angebot"

Bachner: "Obwohl beide Regierungsparteien versprochen hatten, die Ungleichbehandlung der Arbeiterinnen und Arbeiter noch in dieser Legislaturperiode zu beseitigen, sind die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite darüber gescheitert. Die Arbeitnehmervertreter haben sich bis zuletzt auch um Teilschritte bemüht und der Wirtschaft eine nachhaltig wirksame Kompensation der Mehrkosten zugesichert. Die Arbeitgebervertreter unterbreiteten den Gewerkschaften aber das 'obszöne Angebot', Verbesserungen für Arbeiter und damit die Gleichbehandlung von rund 1,3 Millionen Beschäftigten nur dann zuzustimmen, wenn es im Gegenzug massive Verschlechterungen für alle Arbeitnehmer gibt."

Nagelprobe für politische Glaubwürdigkeit der ÖVP

Es sei eine "Nagelprobe für die politische Glaubwürdigkeit der ÖVP", wie sie nun mit dem Initiativantrag des ÖGB-Präsidenten im Parlament umgeht. "Versprechen hat es auch von der ÖVP im Dutzend gegeben, die Aktion Fairness zu unterstützen. Jetzt kommt es
darauf an, dass die ÖVP-Abgeordneten den Versprechen auch Taten folgen lassen", schloss Bachner. (ws)

ÖGB, 18. Juni 1999 Nr. 304

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