• 18.06.1999, 12:52:46
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  • OTS0204

Geduld der Gewerkschaft HGPD bei Aktion Fairness zu Ende

Bachner fordert Unterstützung des Verzetnitsch- Initiativantrages

Wien (HGPD/ÖGB). "Die Geduld der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe
Persönlicher Dienst (HGPD) bei der Beseitigung der
Ungleichbehandlung und Benachteiligung der österreichischen
Arbeiterinnen und Arbeiter ist zu Ende. Wir fordern daher alle
Abgeordneten zum Nationalrat, insbesondere aber jene der ÖVP auf,
den Initiativantrag von ÖGB-Präsident Verzetnitsch zu
unterstützen, der eine parlamentarische Lösung zur Beseitigung
dieses Unrechts zum Ziel hat", erklärte heute HGPD-
Zentralsekretärin Roswitha Bachner. ++++

Am Ende des 20. Jahrhunderts gibt es noch immer Taglöhnersystem

Bachner verwies darauf, dass es auch im Betreuungsbereich der
Gewerkschaft HGPD noch immer arbeitsrechtliche Bestimmungen gibt,
die Arbeiterinnen und Arbeiter gegenüber Angestellten krass
benachteiligen: "Mehr als 10.000 Frauen und Männer arbeiten im
Bereich der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung. Dort gibt es
im 1. Dienstjahr noch immer die Möglichkeit, einen Dienstnehmer
von einem Tag auf den anderen zu kündigen. Gerade so wie am Anfang
unseres Jahrhunderts, als noch Pferdefuhrwerke statt Autos das
Straßenbild prägten."

Wirtschaftskammer unterbreitete "obszönes Angebot"

Bachner: "Obwohl beide Regierungsparteien versprochen hatten, die
Ungleichbehandlung der Arbeiterinnen und Arbeiter noch in dieser
Legislaturperiode zu beseitigen, sind die Verhandlungen mit der
Arbeitgeberseite darüber gescheitert. Die Arbeitnehmervertreter
haben sich bis zuletzt auch um Teilschritte bemüht und der
Wirtschaft eine nachhaltig wirksame Kompensation der Mehrkosten
zugesichert. Die Arbeitgebervertreter unterbreiteten den
Gewerkschaften aber das 'obszöne Angebot', Verbesserungen für
Arbeiter und damit die Gleichbehandlung von rund 1,3 Millionen
Beschäftigten nur dann zuzustimmen, wenn es im Gegenzug massive
Verschlechterungen für alle Arbeitnehmer gibt."

Nagelprobe für politische Glaubwürdigkeit der ÖVP

Es sei eine "Nagelprobe für die politische Glaubwürdigkeit der
ÖVP", wie sie nun mit dem Initiativantrag des ÖGB-Präsidenten im
Parlament umgeht. "Versprechen hat es auch von der ÖVP im Dutzend
gegeben, die Aktion Fairness zu unterstützen. Jetzt kommt es
darauf an, dass die ÖVP-Abgeordneten den Versprechen auch Taten
folgen lassen", schloss Bachner. (ws)

ÖGB, 18. Juni 1999 Nr. 304

Rückfragehinweis: HGPD-Zentralsekretärin

Roswitha Bachner
Tel.: (01) 534 44/502 Dw.
HGPD-Presse
Wolfgang Schwarz
Tel.: 0664/358 14 69

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