Wien hilft Tourismusbetrieben beim Umweltschutz

Neu im "ÖkoBusinessPlan Wien": "Umweltzeichen Tourismus":

Wien, (OTS) Das "Umweltzeichen Tourismus" ist das neueste Umweltprogramm im "ÖkoBusinessPlan Wien", dem Umwelt-Service-Paket für die Wiener Wirtschaft. Ab sofort wird das "Umweltzeichen Tourismus" für die Wiener Hotellerie- und Gastronomiebetriebe angeboten. Dieses neue "ÖkoBusinessPlan Wien"-Umweltprogramm wurde am Freitag von Umweltstadtrat Fritz Svihalek und Wirtschaftskammer Wien-Präsident Komm.Rat Walter Nettig, vorgestellt.

Speziell abgestimmt auf diese Wiener Betriebe, kann dieses Programm vom Hotel bis zum Heurigenlokal verwirklicht werden. Maßnahmen werden hauptsächlich in den Bereichen Abfall, Abwasser, effizienter Energieeinsatz, umweltfreundlicher Einkauf und ökologische Reinigung gesetzt. Den Betrieben wird beim Umsetzen
der Maßnahmen auch finanziell geholfen. Rund dreißig Prozent der Investionskosten werden von der Stadt übernommen. Die "Umweltzeichen Tourismus"-Betriebe werden beim jährlichen "ÖkoBusinessPlan Wien"-Award, gemeinsam mit den "Ökoprofit-, EMAS-und Klimabündnisbetrieben" ausgezeichnet. Infos und Folder über das "Umweltzeichen Tourismus", aber auch zu den anderen drei "ÖkoBusinessPlan Wien" - Programmen "EMAS", "Ökoprofit" und "Betriebe im Klimabündnis" gibt es bei der Wiener Umweltschutzabteilung unter der Telefonnummer 4000/88258 (Projektbetreuung: Dipl. Ing. Christoph Breuer).****

Umweltstadtrat Fritz Svihalek: "Wie auch alle anderen Umweltprogramme im ‘ÖkoBusinessPlan Wien’ (EMAS, ÖKOPROFIT, Betriebe im Klimabündnis) arbeitet auch das Umweltzeichen
Tourismus nach einem simplen aber wirkungsvollen Prinzip: Durch sinnvolle und effiziente Umweltmaßnahmen werden Kosten gespart. Denn weniger Energie für Strom und Heizen, weniger Abfälle, weniger Abwasser weniger Reinigungsmittel, das wirkt sich nicht
nur positiv auf die Umwelt aus, sondern auch auf die Bilanz der Unternehmen."

Wirtschaftskammerpräsident Walter Nettig: "Wie gut der im Oktober 1998 gestartete "ÖkoBusinessPlan Wien" funktioniert, beweisen mittlerweile mehr als dreißig Wiener Unternehmen, die mit einem der ‘ÖkoBusinessPlan Wien’-Programme seither begonnen haben. Der bisherige Erfolg zeigt eindrucksvoll, daß mit Umweltprogrammen auf freiwilliger Basis sehr viel erreicht werden kann, vor allem dann, wenn sich die Umweltmaßnahmen für die Unternehmer lohnen."

Das "Umweltzeichen Tourismus" gibt es bereits seit 1996 in Österreich. Dabei arbeiten kompetente Partner zusammen. Das Gütesiegel wird vom Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten gemeinsam betreut. Seit 1996 wurden österreichweit 51 Betriebe damit ausgezeichnet, allerdings nur fünf in Wien. Deshalb wurden im "ÖkoBusinessPlan Wien" die Beratungsunterlagen und der Maßnahmenkatalog für das "Umweltzeichen Tourismus" speziell auf die Wiener Verhältnisse abgestimmt. Mit dem "ÖkoBusinessplan Wien" sollen nun pro Jahr zwischen 15 und 20 Wiener Betriebe zum "Umweltzeichen Tourismus" geführt werden.

Die Wiener Schwerpunktaktion im Rahmen des ÖkoBusinessplan Wien" wird von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22), gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien und Wien-Tourismus durchgeführt.
Bei der Präsentation waren diese "Umweltzeichen Tourismus"-Partner durch Dipl.-Ing. Andreas Tschulik (in Vertretung von
Sektionsleiter Dr. Fritz Unterpertinger) (Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie), Direktor Mag. Karl Seitlinger (Wien-Tourismus), und Komm.Rat Siegfried Graninger (Obmannstellvertreter der Sektion Tourismus in der Wirtschaftskammer Wien) vertreten.

"Umweltzeichen Tourismus"-Betriebe speziell gekennzeichnet durch Wien-Tourismus

Vom Beisl bis zum Haubenlokal, vom Kaffeehaus bis zum
Heurigen, vom familiär geführten City-Hotel bis zu den großen Häusern internationaler Hotelketten: Das "Umweltzeichen Tourismus" eignet sich für alle diese Wiener Betriebe, die derzeit von der Wiener Wirtschaftskammer den "Umweltzeichen-Tourismus"-Folder per Post erhalten.
Mit insgesamt zirka 7.000 Wiener Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben ist die Branche ein entscheidender Wirtschaftsfaktor: Allein die 7,7 Millionen Nächtigungen 1998 in den Wiener Hotels und Pensionen brachten einen Rekordumsatz von
3,67 Milliarden Schilling. Wien-Tourismus-Direktor Mag. Karl Seitlinger: "Der Tourismus prägt die Stadt in ökonomischer wie auch ökologischer Sicht. Schon aus ganz eigennützigen Gründen werden unsere Betriebe beim "Umweltzeichen Tourismus" mitmachen. Denn eine ausgezeichnete Lebens- und Umweltqualität sind entscheidende Faktoren, will man als Tourismusstadt weiterhin punkten. Mit dem "Umweltzeichen Tourismus" ausgezeichnete Betriebe werden deshalb im Hotellerie- und Gastronomieführer der Wien-Tourismus speziell gekennzeichnet und auch im Internet-Buchungssystem "net-hotels".

Eine intakte Umwelt ist für die Touristen ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl der Urlaubsziele. Das zeigt auch die letzte, im Jahr 1997/98 durchgeführte Gästebefragung in Österreich. 44 Prozent der österreichischen Gäste halten es für besonders wichtig, daß die Tourismusverantwortlichen sich um eine intakte Umwelt bemühen, berichtete Dipl.-Ing. Andreas Tschulik vom Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie.

Wie wird man "Umweltzeichen Tourismus"-Betrieb in Wien

Alle Betriebe, die am "Umweltzeichen Tourismus" im Rahmen des "ÖkoBusinessPlan Wien" teilnehmen, werden von fünf ausgewählten, professionellen Energie- und Umweltberatern betreut. Der Maßnahmenkatalog wurde vom Österreichischen Verein für Konsumenteninformation (VKI) ausgearbeitet und entspricht den modernen Standards umweltschonender Hotellerie- und Gastronomieführung.

In einem ersten Umweltcheck ermittelt der Betreuer jene Maßnahmen, die dem Betrieb noch fehlen, damit er das
"Umweltzeichen Tourismus" erhalten kann. Danach werden die individuell auf die Betriebsgröße und den Betriebstyp abgestimmten Maßnahmen mit Hilfe der Umweltprofis in der Praxis realisiert. So werden zum Beispiel umweltverträgliche Reinigungsmittel gezielt eingesetzt, die Heizungsregelung auf den Stand der Technik
gebracht, Abfälle konsequent vermieden oder getrennt. Dadurch wird die Umwelt entlastet, gleichzeitig sinken die Betriebskosten bei gleichbleibender oder sogar höherer Servicequalität.

Nach der Beratungs- und Umsetzungsphase geht der Betreuer
noch einmal auf "Nummer Sicher". Er kontrolliert vorab, ob alle notwendigen Maßnahmen richtig umgesetzt wurden. Ob die Kriterien für die Vergabe des Gütesiegels vorliegen, wird dann von einem unabhängigen Expertenteam vom Verein für Konsumenteninformation überprüft. Danach wird der Betrieb mit dem "Umweltzeichen Tourismus" ausgezeichnet.

Einer der ersten Betriebe, die das "Umweltzeichen Tourismus"
im Rahmen des "ÖkoBusinessPlan Wien" erhalten wollen, ist das traditionsreiche Wiener Kaffeehaus "Dommayer". Dem "Dommayer" war Umweltschutz immer schon ein besonderes Anliegen. Bereits vor zwanzig Jahren wurde ein Energiekonzept ausgearbeitet, das nun weiter verbessert wird. So wird zum Beispiel der Schanigarten nur mehr mit Energiesparlampen beleuchtet. Abgesehen vom Energiesparen setzt das "Dommayer" auch noch auf ökologische Reinigungsmittel
und auf verpackungsarme Lebensmittelprodukte. So wird Marmelade, Zucker, Butter etc. nicht mehr einzeln verpackt serviert.

Effiziente Förderung, werbewirksame Auszeichnung und die Behörde als Partner

Allen Wiener Tourismus Betrieben, die das "Umweltzeichen Tourismus" im Rahmen des "ÖkoBusinessPlan Wien" erhalten, werden aus einem speziellen Investitionsförderprogramm des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds unterstützt. Gefördert werden vorsorgende Umweltinvestitionen, sofern die Amortisationszeit länger als zwei Jahre beträgt. Die Höhe der Zuschüsse beträgt dreißig Prozent der Kosten. Außerdem: Die Umwelt Check´s beim "Umweltzeichen Tourismus" sind grundsätzlich kostenlos und werden über die ökologische Betriebsberatung des WIFI finanziert. Die Stadt Wien und die Wirtschaftkammer Wien übernehmen auch bis zu 75 Prozent der Beratungskosten der ersten fünf Beratungstage.

Betriebe, die am "Umweltzeichen Tourismus" erfolgreich teilnehmen, werden beim jährlichen "ÖkoBusinessPlan Wien" - Award gemeinsam mit den "Ökoprofit-, EMAS- und Klimabündnisbetrieben" ausgezeichnet. Die werbewirksame Veranstaltung findet unter der Patronanz von Wiens Umweltstadtrat Fritz Svihalek statt.

Die Magistratischen Bezirksämter als Gewerbebehörde, die Hauptsachverständigen der Magistratsabteilung 36 (Technische Gewerbeangelegenheiten) und die Mitarbeiter der Umweltschutzabteilung (MA 22) helfen den Betrieben bei rechtlichen und technischen Fragen. Denn ein wichtiges Ziel im
"ÖkoBusinessPlan Wien" ist es, das Verhältnis zwischen Betrieben und Behörde zu verbessern. "Denn nicht immer läuft alles reibungslos", weiß Siegfried Graninger, Obmannstellvertreter der Sektion Tourismus in der Wirtschaftskammer Wien. "Ziel ist es, den Betrieben die Schwellenangst zu nehmen, und durch Gespräche bestehende Probleme effizient zu lösen. Das ‘Umweltzeichen Tourismus’ ist ein wichtiger Beitrag, damit Unternehmer und Behörde gemeinsam auf unbürokratische und manchmal sogar auf unkonventionelle Weise für mehr Umweltschutz sorgen".

Was ist der "ÖkoBusinessPlan Wien"

"Mehr Umweltschutz, mehr Gewinn für Wiener Betriebe", unter diesem Motto wurde im Oktober 1998 der "ÖkoBusinessPlan Wien" gestartet, ein Umwelt-Service-Paket für die Wiener Wirtschaft. Das erfolgreiche Konzept: im "ÖkoBusinessPlan Wien" stehen vier Umweltprogramme für verschiedene Betriebsgrößen zur Auswahl:
"Ökoprofit", "EMAS" (EG-System für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung), "Betriebe im Klimabündnis" und "Umweltzeichen Tourismus". "Ökoprofit" wird als Programm für Klein- und Mittelbetriebe mit 20 bis 100 Mitarbeitern empfohlen. "EMAS" ist das Umwelt-Fullservice für Mittel- und Großbetriebe mit mehr als achtzig Mitarbeitern. Zielgruppe für "Klimabündnis im Betrieb" sind hauptsächlich Kleinbetriebe mit weniger als zwanzig Beschäftigten. Für Wiener Tourismusbetriebe wird das Programm "Umweltzeichen Tourismus" angeboten.
Insgesamt 32 Wiener Unternehmen wollen bisher mit dem "ÖkoBusinessPlan Wien" zu ökologischen Musterbetrieben werden. Dazu gehören Firmen wie Kattus, Henkell, Austrian Aerospace, Chrysler, Opel Austria, EVVA, Bunzl & Biach, Landis & Staefa oder Liebherr Austria.

Geleitet und koordiniert wird der "ÖkoBusinessPlan Wien" von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22). Mehr Beratung, besseren Service, praktische Hilfe beim Realisieren der Umwelt-Maßnahmen
und insgesamt zehn Millionen Schilling Förderung pro Jahr, das leistet der "ÖkoBusinessPlan Wien" für die Wiener Wirtschaft. Der "ÖkoBusinessPlan Wien" läuft vorerst bis zum Jahr 2002 und wird regelmäßig von der Wirtschaftsuniversität Wien auf seine Effizienz hin überprüft.

Partner beim "ÖkoBusinessPlan Wien" sind die
Wirtschaftskammer Wien (WKW), der Wiener
Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), das Wiener Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI-Wien), das Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie (BMUJF), die Arbeiterkammer-Wien (AK-Wien), der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), die Magistratischen Bezirksämter als Gewerbebehörde und die Hauptsachverständigen der Magistratsabteilung 36 (zuständig u.a. für technische Gewerbeangelegenheiten). (Schluß) ma

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