• 18.06.1999, 11:31:18
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Wien hilft Tourismusbetrieben beim Umweltschutz=

Neu im "ÖkoBusinessPlan Wien": "Umweltzeichen Tourismus":

Wien, (OTS) Das "Umweltzeichen Tourismus" ist das neueste
Umweltprogramm im "ÖkoBusinessPlan Wien", dem Umwelt-Service-Paket
für die Wiener Wirtschaft. Ab sofort wird das "Umweltzeichen
Tourismus" für die Wiener Hotellerie- und Gastronomiebetriebe
angeboten. Dieses neue "ÖkoBusinessPlan Wien"-Umweltprogramm wurde
am Freitag von Umweltstadtrat Fritz Svihalek und Wirtschaftskammer
Wien-Präsident Komm.Rat Walter Nettig, vorgestellt.

Speziell abgestimmt auf diese Wiener Betriebe, kann dieses
Programm vom Hotel bis zum Heurigenlokal verwirklicht werden.
Maßnahmen werden hauptsächlich in den Bereichen Abfall, Abwasser,
effizienter Energieeinsatz, umweltfreundlicher Einkauf und
ökologische Reinigung gesetzt. Den Betrieben wird beim Umsetzen
der Maßnahmen auch finanziell geholfen. Rund dreißig Prozent der
Investionskosten werden von der Stadt übernommen. Die
"Umweltzeichen Tourismus"-Betriebe werden beim jährlichen
"ÖkoBusinessPlan Wien"-Award, gemeinsam mit den "Ökoprofit-, EMAS-
und Klimabündnisbetrieben" ausgezeichnet. Infos und Folder über
das "Umweltzeichen Tourismus", aber auch zu den anderen drei
"ÖkoBusinessPlan Wien" - Programmen "EMAS", "Ökoprofit" und
"Betriebe im Klimabündnis" gibt es bei der Wiener
Umweltschutzabteilung unter der Telefonnummer 4000/88258
(Projektbetreuung: Dipl. Ing. Christoph Breuer).****

Umweltstadtrat Fritz Svihalek: "Wie auch alle anderen
Umweltprogramme im ‘ÖkoBusinessPlan Wien’ (EMAS, ÖKOPROFIT,
Betriebe im Klimabündnis) arbeitet auch das Umweltzeichen
Tourismus nach einem simplen aber wirkungsvollen Prinzip: Durch
sinnvolle und effiziente Umweltmaßnahmen werden Kosten gespart.
Denn weniger Energie für Strom und Heizen, weniger Abfälle,
weniger Abwasser weniger Reinigungsmittel, das wirkt sich nicht
nur positiv auf die Umwelt aus, sondern auch auf die Bilanz der
Unternehmen."

Wirtschaftskammerpräsident Walter Nettig: "Wie gut der im
Oktober 1998 gestartete "ÖkoBusinessPlan Wien" funktioniert,
beweisen mittlerweile mehr als dreißig Wiener Unternehmen, die mit
einem der ‘ÖkoBusinessPlan Wien’-Programme seither begonnen haben.
Der bisherige Erfolg zeigt eindrucksvoll, daß mit Umweltprogrammen
auf freiwilliger Basis sehr viel erreicht werden kann, vor allem
dann, wenn sich die Umweltmaßnahmen für die Unternehmer lohnen."

Das "Umweltzeichen Tourismus" gibt es bereits seit 1996 in
Österreich. Dabei arbeiten kompetente Partner zusammen. Das
Gütesiegel wird vom Bundesministerium für Umwelt, Jugend und
Familie und vom Bundesministerium für wirtschaftliche
Angelegenheiten gemeinsam betreut. Seit 1996 wurden österreichweit
51 Betriebe damit ausgezeichnet, allerdings nur fünf in Wien.
Deshalb wurden im "ÖkoBusinessPlan Wien" die Beratungsunterlagen
und der Maßnahmenkatalog für das "Umweltzeichen Tourismus"
speziell auf die Wiener Verhältnisse abgestimmt. Mit dem
"ÖkoBusinessplan Wien" sollen nun pro Jahr zwischen 15 und 20
Wiener Betriebe zum "Umweltzeichen Tourismus" geführt werden.

Die Wiener Schwerpunktaktion im Rahmen des ÖkoBusinessplan
Wien" wird von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22), gemeinsam
mit der Wirtschaftskammer Wien und Wien-Tourismus durchgeführt.
Bei der Präsentation waren diese "Umweltzeichen Tourismus"-Partner
durch Dipl.-Ing. Andreas Tschulik (in Vertretung von
Sektionsleiter Dr. Fritz Unterpertinger) (Bundesministerium für
Umwelt, Jugend und Familie), Direktor Mag. Karl Seitlinger (Wien-
Tourismus), und Komm.Rat Siegfried Graninger (Obmannstellvertreter
der Sektion Tourismus in der Wirtschaftskammer Wien) vertreten.

"Umweltzeichen Tourismus"-Betriebe speziell gekennzeichnet
durch Wien-Tourismus

Vom Beisl bis zum Haubenlokal, vom Kaffeehaus bis zum
Heurigen, vom familiär geführten City-Hotel bis zu den großen
Häusern internationaler Hotelketten: Das "Umweltzeichen Tourismus"
eignet sich für alle diese Wiener Betriebe, die derzeit von der
Wiener Wirtschaftskammer den "Umweltzeichen-Tourismus"-Folder per
Post erhalten.
Mit insgesamt zirka 7.000 Wiener Gastronomie- und
Beherbergungsbetrieben ist die Branche ein entscheidender
Wirtschaftsfaktor: Allein die 7,7 Millionen Nächtigungen 1998 in
den Wiener Hotels und Pensionen brachten einen Rekordumsatz von
3,67 Milliarden Schilling. Wien-Tourismus-Direktor Mag. Karl
Seitlinger: "Der Tourismus prägt die Stadt in ökonomischer wie
auch ökologischer Sicht. Schon aus ganz eigennützigen Gründen
werden unsere Betriebe beim "Umweltzeichen Tourismus" mitmachen.
Denn eine ausgezeichnete Lebens- und Umweltqualität sind
entscheidende Faktoren, will man als Tourismusstadt weiterhin
punkten. Mit dem "Umweltzeichen Tourismus" ausgezeichnete Betriebe
werden deshalb im Hotellerie- und Gastronomieführer der Wien-
Tourismus speziell gekennzeichnet und auch im Internet-
Buchungssystem "net-hotels".

Eine intakte Umwelt ist für die Touristen ein entscheidendes
Kriterium bei der Auswahl der Urlaubsziele. Das zeigt auch die
letzte, im Jahr 1997/98 durchgeführte Gästebefragung in
Österreich. 44 Prozent der österreichischen Gäste halten es für
besonders wichtig, daß die Tourismusverantwortlichen sich um eine
intakte Umwelt bemühen, berichtete Dipl.-Ing. Andreas Tschulik vom
Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie.

Wie wird man "Umweltzeichen Tourismus"-Betrieb in Wien

Alle Betriebe, die am "Umweltzeichen Tourismus" im Rahmen des
"ÖkoBusinessPlan Wien" teilnehmen, werden von fünf ausgewählten,
professionellen Energie- und Umweltberatern betreut. Der
Maßnahmenkatalog wurde vom Österreichischen Verein für
Konsumenteninformation (VKI) ausgearbeitet und entspricht den
modernen Standards umweltschonender Hotellerie- und
Gastronomieführung.

In einem ersten Umweltcheck ermittelt der Betreuer jene
Maßnahmen, die dem Betrieb noch fehlen, damit er das
"Umweltzeichen Tourismus" erhalten kann. Danach werden die
individuell auf die Betriebsgröße und den Betriebstyp abgestimmten
Maßnahmen mit Hilfe der Umweltprofis in der Praxis realisiert. So
werden zum Beispiel umweltverträgliche Reinigungsmittel gezielt
eingesetzt, die Heizungsregelung auf den Stand der Technik
gebracht, Abfälle konsequent vermieden oder getrennt. Dadurch wird
die Umwelt entlastet, gleichzeitig sinken die Betriebskosten bei
gleichbleibender oder sogar höherer Servicequalität.

Nach der Beratungs- und Umsetzungsphase geht der Betreuer
noch einmal auf "Nummer Sicher". Er kontrolliert vorab, ob alle
notwendigen Maßnahmen richtig umgesetzt wurden. Ob die Kriterien
für die Vergabe des Gütesiegels vorliegen, wird dann von einem
unabhängigen Expertenteam vom Verein für Konsumenteninformation
überprüft. Danach wird der Betrieb mit dem "Umweltzeichen
Tourismus" ausgezeichnet.

Einer der ersten Betriebe, die das "Umweltzeichen Tourismus"
im Rahmen des "ÖkoBusinessPlan Wien" erhalten wollen, ist das
traditionsreiche Wiener Kaffeehaus "Dommayer". Dem "Dommayer" war
Umweltschutz immer schon ein besonderes Anliegen. Bereits vor
zwanzig Jahren wurde ein Energiekonzept ausgearbeitet, das nun
weiter verbessert wird. So wird zum Beispiel der Schanigarten nur
mehr mit Energiesparlampen beleuchtet. Abgesehen vom Energiesparen
setzt das "Dommayer" auch noch auf ökologische Reinigungsmittel
und auf verpackungsarme Lebensmittelprodukte. So wird Marmelade,
Zucker, Butter etc. nicht mehr einzeln verpackt serviert.

Effiziente Förderung, werbewirksame Auszeichnung und die
Behörde als Partner

Allen Wiener Tourismus Betrieben, die das "Umweltzeichen
Tourismus" im Rahmen des "ÖkoBusinessPlan Wien" erhalten, werden
aus einem speziellen Investitionsförderprogramm des Wiener
Wirtschaftsförderungsfonds unterstützt. Gefördert werden
vorsorgende Umweltinvestitionen, sofern die Amortisationszeit
länger als zwei Jahre beträgt. Die Höhe der Zuschüsse beträgt
dreißig Prozent der Kosten. Außerdem: Die Umwelt Check´s beim
"Umweltzeichen Tourismus" sind grundsätzlich kostenlos und werden
über die ökologische Betriebsberatung des WIFI finanziert. Die
Stadt Wien und die Wirtschaftkammer Wien übernehmen auch bis zu 75
Prozent der Beratungskosten der ersten fünf Beratungstage.

Betriebe, die am "Umweltzeichen Tourismus" erfolgreich
teilnehmen, werden beim jährlichen "ÖkoBusinessPlan Wien" - Award
gemeinsam mit den "Ökoprofit-, EMAS- und Klimabündnisbetrieben"
ausgezeichnet. Die werbewirksame Veranstaltung findet unter der
Patronanz von Wiens Umweltstadtrat Fritz Svihalek statt.

Die Magistratischen Bezirksämter als Gewerbebehörde, die
Hauptsachverständigen der Magistratsabteilung 36 (Technische
Gewerbeangelegenheiten) und die Mitarbeiter der
Umweltschutzabteilung (MA 22) helfen den Betrieben bei rechtlichen
und technischen Fragen. Denn ein wichtiges Ziel im
"ÖkoBusinessPlan Wien" ist es, das Verhältnis zwischen Betrieben
und Behörde zu verbessern. "Denn nicht immer läuft alles
reibungslos", weiß Siegfried Graninger, Obmannstellvertreter der
Sektion Tourismus in der Wirtschaftskammer Wien. "Ziel ist es, den
Betrieben die Schwellenangst zu nehmen, und durch Gespräche
bestehende Probleme effizient zu lösen. Das ‘Umweltzeichen
Tourismus’ ist ein wichtiger Beitrag, damit Unternehmer und
Behörde gemeinsam auf unbürokratische und manchmal sogar auf
unkonventionelle Weise für mehr Umweltschutz sorgen".

Was ist der "ÖkoBusinessPlan Wien"

"Mehr Umweltschutz, mehr Gewinn für Wiener Betriebe", unter
diesem Motto wurde im Oktober 1998 der "ÖkoBusinessPlan Wien"
gestartet, ein Umwelt-Service-Paket für die Wiener Wirtschaft. Das
erfolgreiche Konzept: im "ÖkoBusinessPlan Wien" stehen vier
Umweltprogramme für verschiedene Betriebsgrößen zur Auswahl:
"Ökoprofit", "EMAS" (EG-System für das Umweltmanagement und die
Umweltbetriebsprüfung), "Betriebe im Klimabündnis" und
"Umweltzeichen Tourismus". "Ökoprofit" wird als Programm für
Klein- und Mittelbetriebe mit 20 bis 100 Mitarbeitern empfohlen.
"EMAS" ist das Umwelt-Fullservice für Mittel- und Großbetriebe mit
mehr als achtzig Mitarbeitern. Zielgruppe für "Klimabündnis im
Betrieb" sind hauptsächlich Kleinbetriebe mit weniger als zwanzig
Beschäftigten. Für Wiener Tourismusbetriebe wird das Programm
"Umweltzeichen Tourismus" angeboten.
Insgesamt 32 Wiener Unternehmen wollen bisher mit dem
"ÖkoBusinessPlan Wien" zu ökologischen Musterbetrieben werden.
Dazu gehören Firmen wie Kattus, Henkell, Austrian Aerospace,
Chrysler, Opel Austria, EVVA, Bunzl & Biach, Landis & Staefa oder
Liebherr Austria.

Geleitet und koordiniert wird der "ÖkoBusinessPlan Wien" von
der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22). Mehr Beratung, besseren
Service, praktische Hilfe beim Realisieren der Umwelt-Maßnahmen
und insgesamt zehn Millionen Schilling Förderung pro Jahr, das
leistet der "ÖkoBusinessPlan Wien" für die Wiener Wirtschaft. Der
"ÖkoBusinessPlan Wien" läuft vorerst bis zum Jahr 2002 und wird
regelmäßig von der Wirtschaftsuniversität Wien auf seine Effizienz
hin überprüft.

Partner beim "ÖkoBusinessPlan Wien" sind die
Wirtschaftskammer Wien (WKW), der Wiener
Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), das Wiener
Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI-Wien), das Bundesministerium
für Umwelt, Jugend und Familie (BMUJF), die Arbeiterkammer-Wien
(AK-Wien), der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), die
Magistratischen Bezirksämter als Gewerbebehörde und die
Hauptsachverständigen der Magistratsabteilung 36 (zuständig u.a.
für technische Gewerbeangelegenheiten). (Schluß) ma

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz: www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink/

Renate Marschalek
Tel.: 4000/81 070
e-mail: [email protected]

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