LR Bauer: Fachtagung Kinderschutz in Maria Enzersdorf

50 Jahre Jubiläum der Kinderabteilung des KH Mödling

St. Pölten, (SPI) - Die Kinderabteilung des KH Mödling feiert dieser Tage ihr 50jähriges Bestandsjubiläum. Aus diesem Anlaß findet heute, Freitag, von 9.00 bis 17.00 Uhr, im Schloß Hunyadi in Maria Enzersdorf eine hochkarätig besetzte Fachtagung zum Thema "Kinderschutz von Anfang an" statt. Die Themenbereiche reichen dabei von Mutterschutz und medizinischer Probleme des frühen Säuglingsalters bis hin zu neuen Methoden der Sozialarbeit und stützender Begleitung von problematischen Eltern-Kind-Beziehungen. Landesrat Dr. Hannes Bauer nahm die Eröffnung vor und nahm in seiner Eröffnungsansprache auf die neuen Initiativen des Landes Niederösterreich in Sachen Kinderschutz und Jugendwohlfahrt Bezug.****

"Kinderschutz und Jugendwohlfahrt sieht sich zunehmend steigenden Anforderungen gegenüber. Aufgrund sich rasch verändernder gesellschaftlicher Bedingungen benötigen immer mehr Menschen differente Angebote des Kinderschutzes, der Jugendwohlfahrt und der betreuenden Familienhilfe. Die Bedingungen des Aufwachsens für Kinder- und Jugendliche werden aufgrund starker gesellschaftlicher Veränderungen - wie (Jugend-) Arbeitslosigkeit oder Armut, Erwerbslosigkeit der Eltern oder Schulden, zunehmender Leistungsdruck in Schule und beim Berufseinstieg, neue Freiheiten in der Lebensgestaltung usw. - schwieriger und vielfach für die Familien und Jugendlichen nicht leicht bewältigbar", so Landesrat Dr. Hannes Bauer.

Im Bereich des Kinderschutzes setzte das Land Niederösterreich daher eine Reihe von neuen Initiativen, die auch auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aufbauen.

1) Die Einrichtung von Kinderschutzgruppen in den Kinderabteilungen der NÖ Krankenanstalten.
Wir haben bereits in den drei Krankenhäusern St. Pölten, Wr. Neustadt und Tulln diese Gruppen eingerichtet, in Folge sollen Kinderschutzzentren in allen 8 nö. Krankenhäusern mit einer Kinderabteilung folgen, als letzter Ausbauschritt sollen Kinderschutzzentren in allen niederösterreichischen Krankenhäusern verwirklicht werden. Im Vordergrund dieses Konzeptes steht die stärkere Vernetzung und Koordination zwischen Arzt, Pflegepersonal und dem Sozialarbeiter. "Ich halte dies für wichtig, denn Krankenhäuser sind häufig erste Anlaufstellen für Kinder, die Verletzungen aufweisen. Die Installierung von Kinderschutzgruppen in Krankenhäusern ist daher ein wichtiger Schritt zum Schutz für Kinder, die im familiären Milieu Gewalt erfahren haben (Sexueller Mißbrauch und Gewalt passiert vorwiegend im näheren familiären Umfeld)", betont Bauer.

2. Kinderschutzzentrum
Aufgrund des Erfolges des vom Verein Möwe betriebenen Kinderschutzzentrums
St. Pölten werden wir im Lauf des Jahres (Mitte 1999) ein zweites Zentrum in Neunkirchen einrichten. Ein weiterer Ausbau dieser Einrichtungen ist geplant, einen wichtigen Beitrag dazu leistet auch die Organisation der Kinderfreunde.

3. Reduzierung der Heim- bzw. Pflegeplatzunterbrinung
Im Sinne der Reduzierung der auch kostenintensivsten Heimunterbringungen müssen wir daher noch stärkter die ambulanten und teilstationären Angebote ausbauen. Das sind vor allem familienergänzende und familienstützende Hilfsangebote. Ich halte es auch für richtig und sehr wichtig, daß sich auch unsere Landes-Jugendheime in der letzten Zeit für teilstationäre Angebote geöffnet haben. "Wichtige Hilfe leisten uns bei diesem Ansinnen Vereine und private Initiativen, wie beispielsweise der Verein Ananas oder der Verein "Rettet das Kind". Auch auf dieser Ebene wird die Kinder- und Jugendarbeit, die begleitende soziale Betreuung von Familien mit "Schwierigkeiten", ausgebaut. Diese Vereine bieten vielschichtige Formen sozialpädagogischer Familienhilfe an, die dazu dient, Familiensysteme zu stützen und Heimunterbringungen zu verhindern", so LR Bauer abschließend.
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