- 18.06.1999, 10:26:57
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- OTS0078
LR Bauer: Fachtagung Kinderschutz in Maria Enzersdorf
50 Jahre Jubiläum der Kinderabteilung des KH Mödling
St. Pölten, (SPI) - Die Kinderabteilung des KH Mödling feiert dieser
Tage ihr 50jähriges Bestandsjubiläum. Aus diesem Anlaß findet heute,
Freitag, von 9.00 bis 17.00 Uhr, im Schloß Hunyadi in Maria
Enzersdorf eine hochkarätig besetzte Fachtagung zum Thema
"Kinderschutz von Anfang an" statt. Die Themenbereiche reichen dabei
von Mutterschutz und medizinischer Probleme des frühen
Säuglingsalters bis hin zu neuen Methoden der Sozialarbeit und
stützender Begleitung von problematischen Eltern-Kind-Beziehungen.
Landesrat Dr. Hannes Bauer nahm die Eröffnung vor und nahm in seiner
Eröffnungsansprache auf die neuen Initiativen des Landes
Niederösterreich in Sachen Kinderschutz und Jugendwohlfahrt
Bezug.****
"Kinderschutz und Jugendwohlfahrt sieht sich zunehmend steigenden
Anforderungen gegenüber. Aufgrund sich rasch verändernder
gesellschaftlicher Bedingungen benötigen immer mehr Menschen
differente Angebote des Kinderschutzes, der Jugendwohlfahrt und der
betreuenden Familienhilfe. Die Bedingungen des Aufwachsens für
Kinder- und Jugendliche werden aufgrund starker gesellschaftlicher
Veränderungen - wie (Jugend-) Arbeitslosigkeit oder Armut,
Erwerbslosigkeit der Eltern oder Schulden, zunehmender Leistungsdruck
in Schule und beim Berufseinstieg, neue Freiheiten in der
Lebensgestaltung usw. - schwieriger und vielfach für die Familien und
Jugendlichen nicht leicht bewältigbar", so Landesrat Dr. Hannes
Bauer.
Im Bereich des Kinderschutzes setzte das Land Niederösterreich daher
eine Reihe von neuen Initiativen, die auch auf neueste
wissenschaftliche Erkenntnisse aufbauen.
1) Die Einrichtung von Kinderschutzgruppen in den Kinderabteilungen
der NÖ Krankenanstalten.
Wir haben bereits in den drei Krankenhäusern St. Pölten, Wr. Neustadt
und Tulln diese Gruppen eingerichtet, in Folge sollen
Kinderschutzzentren in allen 8 nö. Krankenhäusern mit einer
Kinderabteilung folgen, als letzter Ausbauschritt sollen
Kinderschutzzentren in allen niederösterreichischen Krankenhäusern
verwirklicht werden. Im Vordergrund dieses Konzeptes steht die
stärkere Vernetzung und Koordination zwischen Arzt, Pflegepersonal
und dem Sozialarbeiter. "Ich halte dies für wichtig, denn
Krankenhäuser sind häufig erste Anlaufstellen für Kinder, die
Verletzungen aufweisen. Die Installierung von Kinderschutzgruppen in
Krankenhäusern ist daher ein wichtiger Schritt zum Schutz für Kinder,
die im familiären Milieu Gewalt erfahren haben (Sexueller Mißbrauch
und Gewalt passiert vorwiegend im näheren familiären Umfeld)", betont
Bauer.
2. Kinderschutzzentrum
Aufgrund des Erfolges des vom Verein Möwe betriebenen
Kinderschutzzentrums
St. Pölten werden wir im Lauf des Jahres (Mitte 1999) ein zweites
Zentrum in Neunkirchen einrichten. Ein weiterer Ausbau dieser
Einrichtungen ist geplant, einen wichtigen Beitrag dazu leistet auch
die Organisation der Kinderfreunde.
3. Reduzierung der Heim- bzw. Pflegeplatzunterbrinung
Im Sinne der Reduzierung der auch kostenintensivsten
Heimunterbringungen müssen wir daher noch stärkter die ambulanten und
teilstationären Angebote ausbauen. Das sind vor allem
familienergänzende und familienstützende Hilfsangebote. Ich halte es
auch für richtig und sehr wichtig, daß sich auch unsere
Landes-Jugendheime in der letzten Zeit für teilstationäre Angebote
geöffnet haben. "Wichtige Hilfe leisten uns bei diesem Ansinnen
Vereine und private Initiativen, wie beispielsweise der Verein Ananas
oder der Verein "Rettet das Kind". Auch auf dieser Ebene wird die
Kinder- und Jugendarbeit, die begleitende soziale Betreuung von
Familien mit "Schwierigkeiten", ausgebaut. Diese Vereine bieten
vielschichtige Formen sozialpädagogischer Familienhilfe an, die dazu
dient, Familiensysteme zu stützen und Heimunterbringungen zu
verhindern", so LR Bauer abschließend.
(Schluß) fa
Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ
Tel: 02742/200/2794
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