Künstlergespräch mit JANNIS KOUNELLIS 25. Juni 1999, 19.00 Uhr

Wien (OTS) - Im Rahmen der Ausstellung Jannis Kounellis - Il sarcofago degli sposi wird am Freitag, dem 25. Juni 1999 um 19.00 Uhr in der MAK-Ausstellungshalle ein Künstlergespräch stattfinden. Jannis Kounellis wird über seine aktuelle Arbeit, die er für das MAK geschaffen hat, sowie über Themen und Werke der Ausstellung sprechen. Jannis Kounellis, eine Schlüsselfigur der zeitgenössischen Kunst und Mitbegründer der Arte Povera Bewegung im Italien der 60er Jahre, hat durch seine stilistische Freiheit und sprachlichen Neuerungen spätere Generationen nachhaltig beeinflußt. Die Ausstellung, die noch bis zum 22. August im MAK zu sehen ist, zeigt mit über dreißig Werken einen repräsentativen Querschnitt durch das Werk von Jannis Kounellis. Neben wichtigen Arbeiten der 60er Jahre und späteren Hauptwerken wird in der Ausstellung eine neue, eigens für das MAK geschaffene Rauminstallation in der zentralen Ausstellungshalle präsentiert.

Datum: 25. Juni 1999
Uhrzeit: 19.00 Uhr
Ort: MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst MAK-Ausstellungshalle
Weiskirchnerstraße 3
A-1010 Wien
Info: +43-1-711 36-345 oder +43-1-711 36-233

Bruno Gironcoli

Lady Madonna. Nachtrag zu einer vergangenen Ausstellung.

Pressepreview: Dienstag, 6. Juli 1999, 10.30 Uhr
Ausstellungsort: MAK-Ausstellungshalle
MAK - Österreichisches Museum für angewandte
Kunst
Weiskirchnerstraße 3, A-1010 Wien
Ausstellungsdauer: 7. Juli - 29. August 1999
Öffnungszeiten: Di - So 10.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 21.00 Uhr, Mo geschlossen

Lady Madonna. Nachtrag zu einer vergangenen Ausstellung. ist die zweite große Ausstellung des österreichischen Bildhauers Bruno Gironcoli im MAK. Den 1997 gezeigten raumfüllenden Skulpturen Gironcolis folgt nun vom 7. Juli bis 29. August ein Zyklus von 154 Buntstiftzeichungen aus den Jahren 1980-1985.

In Bruno Gironcolis Werk spielt die Zeichnung eine wichtige Rolle. Ihr kommen verschiedene pragmatische und ästhetische Funktionen zu. War sie zu Beginn der sechziger Jahre autonome Studie, wurde sie später zum Entwurf für die unterschiedlichen Polyesterformen seiner Skulpturen. In den siebziger Jahren entwickelte Gironcolis Zeichnung - neben nach wie vor existierenden kleinen Entwurfskizzen - einen zunehmend eigenständigen Wert. In ihr formuliert Gironcoli Ideen und breitet das Inventar seiner Skulpturen aus: Ähren, Trauben, Wannen, Kämme, Löffel, Teller, Gasventile und -schläuche, engerlingshafte Objekte, Toilettschüsseln, Maschinen- und Möbelteile. All diese Dinge gehören zum Repertoire Gironcolis, das er der kleinbürgerlichen Lebenswelt entnommen hat. Besetzt mit Erinnerungen sind sie Ausdruck unterschiedlichster widerstreitender Gefühle. Embryonen, Männer, Frauen, Hunde, rumpfförmige, oft gesichtslose Gestalten bevölkern diese Objektwelten, die sich oft zu futuristisch anmutenden Ambienten ausweiten.

Der menschliche Körper erscheint bei Gironcoli fragmentiert, verformt, mit Auswüchsen versetzt oder siamesischen Zwillingen gleich mit anderen verschmolzen. Er ist Träger von Sexualität, der Beziehung zwischen den Geschlechtern und von Mutterschaft, einem zentralen Thema in Gironcolis Werk. Die oft beklemmenden, in ein bedrohlich-aggressives oder zumindest beunruhigendes Umfeld gestellten Wesen suggerieren Isolation, Verstörtheit und die Zwanghaftigkeit mechanischer oder menschlicher Abläufe. Gironcoli schafft besonders in seinen Zeichnungen eine Welt aus symbolbeladenen, einer persönlichen Ikonographie verbundenen Gegenständen und angedeuteten ritualisierten Handlungsabläufen, aus der es trotz der Vieldeutigkeit kein Entrinnen zu geben scheint.

Ein weiteres wichtiges Thema, das sich in den Zeichnungen wiederfindet, ist Bruno Gironcolis formale Auseinandersetzung mit dem Thema Kreis. In den Zeichnungen werden Details von Objekten geklärt und neue Zuordnungen gefunden. Es wird hier auch nachvollziehbar, wie der Künstler Figuratives mit abstrakt Dekorativem überblendet so wie er auch abstrakte Formen in biomorphe Strukturen überführt.

Der ausgestellte Zyklus der Buntstiftzeichungen fällt zeitlich in eine Phase des Umbruchs in Gironcolis Werk: die Entwicklung geht trotz ähnlichen Vokabulars hin zu abstrakter und dynamischer wirkenden Formen. Parallel zum Zyklus der Buntstiftzeichnungen zeigt das MAK zwei neue Skulpturen von Bruno Gironcoli, die das Zusammenspiel von Zeichnung und Skulptur verdeutlichen. Die literarische Komponente in Gironcolis Zeichnungen zeigt eigentlich erst den Zweck seiner Skulpturen: auf Handlungspartituren wird deren Funktion vorgeführt, ein Spielraum entworfen, der erst die wahre Dimension der jeweiligen Plastik verdeutlicht. Die Skulptur wird illusionistisch benützt und so erst eigentlich fertiggestellt.

Lady Madonna. Nachtrag zu einer vergangenen Ausstellung soll eine aktuelle Auseinandersetzung mit dem zeichnerischen Werk von Bruno Gironcoli evozieren, das gleich seinem bildhauerischen eine stark individuelle Stellung im Rahmen des zeitgenössischen Kunstdiskurses einnimmt.

Ausstellungsdaten: Bruno Gironcoli
Lady Madonna. Nachtrag zu einer
vergangenen Ausstellung.

Pressepreview: Dienstag, 6. Juli, 10.30 Uhr
Eröffnung: Dienstag, 6. Juli 1999, 20.00 Uhr
Ausstellungsort: MAK-Ausstellungshalle
MAK - Österreichisches Museum für
angewandte Kunst
Weiskirchnerstraße 3, A-1010 Wien
Ausstellungsdauer: 7. Juli - 29. August 1999
Öffnungszeiten: Di - So 10.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 21.00 Uhr, Mo geschlossen

Ausstellung: Bruno Gironcoli, Peter Noever
MAK-Kurator: Bettina M. Busse
Assistenz: Cornelia Greber
Projektmanagement: Margarete Heck
Technische Leitung: Harald Trapp, Philipp Krummel

Katalog: Bruno Gironcoli. Zeichnungen 1980-1985.
Mit einem Beitrag von Wolfgang Pauser.
116 Seiten, 148 Farbabbildungen, Eigenverlag des
Künstlers,
ATS 280.-

Führungen: Samstags, 16.00 Uhr
Treffpunkt: Foyer Weiskirchnerstraße
Schulklassen, Gruppen und Sondertermine gegen
Anmeldung: Gabriele Fabiankowitsch,
Tel. 01-711 36-298

Feiertage: 15. 8. Maria Himmelfahrt10.00-18.00 Uhr

MAK-Eintritt: öS 90,00/öS 45,00 ermäßigt für Schüler, Studenten, Senioren ab 60, Soldaten, Zivildiener, Gruppen ab 10 Personen/Freier Eintritt für Kinder bis 10,
Mitglieder der MAK ART SOCIETY, Studenten der Universität für angewandte Kunst, Museumspaß, Arbeitslose, österr. Schulklassen.

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