- 16.06.1999, 12:09:39
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Greenpeace fordert Dioxin-Maßnahmen- Paket
Greenpeace: Lebensmittel dürfen nicht zur Müllkippe für Gifte werden
Wien (OTS) - Greenpeace forderte heute von der österreichischen
Bundesregierung ein Dioxin-Maßnahmenpaket, mit dem konkrete Schritte
gegen die schleichende Vergiftung von Umwelt und Lebensmitteln mit
Dioxinen und anderen gefährlichen Dauergiften gesetzt werden. Nach
Greenpeace müsse diese einen Vorstoß in der EU zum Verbot von
gefährlichen Chemikalien setzen, ein rasches Dioxin-Ausstiegsprogramm
für die EU und Österreich entwickeln und umsetzen, EU-weit
verbindliche Grenzwerte für Dioxin in Futtermittel beschließen, sowie
ein umfassendes, lückenloses Kontrollsystem aufbauen. 'Unsere
Lebensmittel dürfen nicht zur Müllkippe für Umweltgifte wie Dioxine
und PCBs werden. Nur wenn diese Dauergifte verboten werden, wird
unsere Umwelt und Nahrung vor ihnen sicher sein. Die derzeitigen
Gesetze und Überprüfungen reichen dazu bei weitem nicht aus',
erklärte Greenpeace Chemiker Dr. Thomas Belazzi.
Bereits vor einem Jahr fanden sich in Milch und Fleisch in
mehreren EU-Ländern erhöhte Dioxinkonzentrationen. Grund dafür waren
Futtermittel, die stark Dioxin-haltigen Kalk- Beimischungen (in
Zitrus-Presslingen aus Abfällen der Orangensaftproduktion) aus
Brasilien enthielten. Als Dioxinquelle wurde ein brasilianisches
Tochterunternehmen des belgischen Chlorproduzenten Solvay erkannt.
100.000 Tonnen dieser Futtermittellieferung liegen noch immer in elf
EU-Staaten konfiziert auf Lager. Die EU-Kommission hat bis heute dazu
noch keinen Abschlußbericht veröffentlicht. Greenpeace wirft den
österreichischen Behörden vor, aus diesem Skandal keine Konsequenzen
gezogen und ihre Kontrollpflichten klar vernachlässigt zu haben.
Greenpeace fordert daher: Einevorsorgende EU-Chemikalienpolitik,
die u.a. rasche EU-weite Verbote von gefährlichen Chemikalien möglich
macht.Minister Bartenstein muß sich am EU- Umweltministerrat nächste
Woche in Brüssel dafür einsetzen. einDioxin-Ausstiegsprogramm für
Österreich und die EU. Die Art der Dioxinquellen ist vielfältig und
reicht von der Produktion von chlororganischen Verbindungen zu
Stahlwerken, von Müllverbrennungsanlagen bis zu Chlorprodukten wie
PVC. einenraschen Abschluß der internationalen Verhandlungen für ein
weltweites Protokoll zum Verbot von Umweltgiften wie Dioxin
einerasche Umsetzung der seit Jahren von der EU verschleppten Verbote
von anderen Umweltgiften wie Chlor- und Brom-Flammschutzmitteln und
Chlorpestiziden, die sich ebenfalls in der Umwelt und im menschlichen
Körper anreichern Aufbaueines lückenlosen Dioxin-Kontollsystems in
Österreich Beschlußvon strengen Grenzwerten für Dioxin und anderen
Umweltgiften in Futtermitteln
Rückfragehinweis: Thomas Belazzi, Chemie-Experte, Greenpeace
Österreich, Tel: 01/ 5454580-40
*** Matthias Schickhofer Greenpeace
Austria, Communications Director
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A-1050 Wien E-mail: [email protected]
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