• 16.06.1999, 11:45:18
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Folgerecht: Der Kunstmarkt wehrt sich=

Wien (KMfB/ÖGB). Man schätzt, daß der Gesamtumsatz mit Kunstwerken
weltweit ein Gesamtvolumen von acht Mrd. Euro erreicht, wobei
Wiederverkäufer einen Umsatz von 6,2 Mrd. Euro erzielen, wie die
Europäische Kommission festgestellt hat. Zwei internationale
Kunst-Auktionsunternehmen dominieren 60 Prozent des einschlägigen
Weltmarktes. Mit 1. Juli 1999 läuft eine Übergangsregelung aus,
mit der nur 2,5 Prozent Mehrwertsteuer erhoben wurden.
Verständlich, daß die Aufschiebung der Harmonisierung des
Folgerechts im Interesse der Galerien und einzelner
multinationaler Händler ist.++++

"Es darf nicht sein, daß auch im Kunstbereich das Recht des
Stärkeren Einzug hält. Diejenigen sollen davon profitieren, die
die Urheber der Werke sind", sagte Ernst Körmer, der Vorsitzende
der Gewerkschaft Kunst, Medien, freie Berufe (KMfB).

In einer Pressekonferenz am Montag feuerten vor allem arrivierte
Künstler und Galeriebesitzer Breitseiten gegen eine Einführung des
Folgerechts in der bildenden Kunst ab. Die Argumente sind
größtenteils unrichtig, nicht überprüfbar und rein hypothetisch.
Weder in Deutschland, noch in Frankreich oder sonstwo ist der
Kunstmarkt zusammengebrochen, als das Folgerecht eingeführt wurde.

"Ähnliche Behauptungen wurden aufgestellt, als in Österreich die
Leerkassettenabgabe eingeführt wurde". sagte Franz Becke, der
Urheberrechrtsexperte der KMfB dazu.

Es entstand keinerlei Schaden für die Wirtschaft, aber die
Künstler profitieren davon. Als die Mehrwertsteuer bei Einfuhr von
Kunstwerken in der EU eingeführt wurde, gab es eine ähnliche
Kampagne. Der Kunstmarkt wurde totgesagt. Ausgangspunkt aller
dieser Störaktionen ist Großbritannien mit dem größten
europäischen Marktanteil im Kunsthandel. Aber das ist auch bei
allen Harmonisierungsbestrebungen im gesamten Urheberrecht so, im
Versuch, alle Rechte den jeweiligen Produzenten zu erhalten (Film,
Musik, etc.).

ÖGB, 16. Juni 1999 Nr. 293

Rückfragen:
Thomas Linzbauer
Gewerkschaft KMfB
Maria-Theresien-Str. 11
1090 Wien
Tel. 31316-83802

Rückfragehinweis: ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Sepp Bacher
Tel. (01) 534 44/357 Dw.
Fax.: (01) 533 52 93

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