• 16.06.1999, 09:30:56
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  • OTS0050

Vom Abenteuerspielplatz meilenweit entfernt Vier Pfoten kritisieren Alibihandlung der Agrarminister

Wien (OTS) - Gestern, am 15. Juni, hat sich der
EU-Agrarministerrat auf eine Änderung der Käfighaltung von
Legehennen geeinigt. Legebatterien sollen ab dem Jahr 2003 jedem Huhn
einen Platz von 750 Quadratzentimeter samt Sitzstangen bieten. Die
Zugabe von einigen Zentimetern verringert jedoch das Tierleid nicht
einmal im Ansatz.

Cornelia Kafka, Tierschutzverein VIER PFOTEN: "Vom Dioxinskandal
zu Entscheidungen genötigt, versucht der EU-Agrarministerrat
Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Das Ergebnis dieser
Alibihandlungen ist denkbar enttäuschend. Die Regelung ist
bestenfalls ein kosmetisches Übertünchen lang aufgezeigter XXX. Sie
verhindert in keiner Weise die übliche, grausame Haltung der Tiere.
Von einem Abenteuerspielplatz für Hühner, wie von einigen
Delegationsmitgliedern in den Raum gestellt, kann keine Rede sein.

Die Tatsache, daß ab dem jahr 2003 pro Huhn anstatt 450 nun 750
Quadratzentimeter Platz zur Verfügung stehen sollen, diese dann über
Einstreu verfügen würden und sich zusätzlich Sitzstangen in den
Käfigen befinden müßten bedeutet natürlich auch, daß bis dahin
Batteriebetreiber die verbleibende Zeit sehr wohl dafür nützen
werden, die traurigen Haltungsbedingungen zu prolongieren. Zudem ist
zu erwarten, daß die Käfighaltung sukzessive nach Osteuropa verlagert
wird.

Daß die neue Regelung von der Aussattungsindustrie als durchaus
positiv bewertet wird - wie der deutsche
Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke meint, ist
naheliegend. Sie sind die einzigen Nutznießer dieses Beschlusses.

Einzig positives Ergebnis des EU Agrarminstertreffens ist ein
Konsens über eine Kennzeichnungspflicht von Eiern nach der
Haltungsform - was dem Konsumenten in Zukunft eine bewußte Wahl eines
Produktes überhaupt erst ermöglichen soll.

Cornelia Kafka, VIER PFOTEN: "Das Ergebnis des EU
Agrarminsterrates ist Beweis dafür, daß die EU von Industrie und
Agrarlobby regiert wird, in dem Tiere nach wie vor als Ware gelten."

Rückfragehinweis: Dr. Silvia Lausmann,
Pressesprecherin
Tel.: 0664/30 86 303
Nutztierreferentin, Cornelia Kafka

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

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