Vom Abenteuerspielplatz meilenweit entfernt Vier Pfoten kritisieren Alibihandlung der Agrarminister

Wien (OTS) - Gestern, am 15. Juni, hat sich der
EU-Agrarministerrat auf eine Änderung der Käfighaltung von Legehennen geeinigt. Legebatterien sollen ab dem Jahr 2003 jedem Huhn einen Platz von 750 Quadratzentimeter samt Sitzstangen bieten. Die Zugabe von einigen Zentimetern verringert jedoch das Tierleid nicht einmal im Ansatz.

Cornelia Kafka, Tierschutzverein VIER PFOTEN: "Vom Dioxinskandal zu Entscheidungen genötigt, versucht der EU-Agrarministerrat Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Das Ergebnis dieser Alibihandlungen ist denkbar enttäuschend. Die Regelung ist bestenfalls ein kosmetisches Übertünchen lang aufgezeigter XXX. Sie verhindert in keiner Weise die übliche, grausame Haltung der Tiere. Von einem Abenteuerspielplatz für Hühner, wie von einigen Delegationsmitgliedern in den Raum gestellt, kann keine Rede sein.

Die Tatsache, daß ab dem jahr 2003 pro Huhn anstatt 450 nun 750 Quadratzentimeter Platz zur Verfügung stehen sollen, diese dann über Einstreu verfügen würden und sich zusätzlich Sitzstangen in den Käfigen befinden müßten bedeutet natürlich auch, daß bis dahin Batteriebetreiber die verbleibende Zeit sehr wohl dafür nützen werden, die traurigen Haltungsbedingungen zu prolongieren. Zudem ist zu erwarten, daß die Käfighaltung sukzessive nach Osteuropa verlagert wird.

Daß die neue Regelung von der Aussattungsindustrie als durchaus positiv bewertet wird - wie der deutsche Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke meint, ist naheliegend. Sie sind die einzigen Nutznießer dieses Beschlusses.

Einzig positives Ergebnis des EU Agrarminstertreffens ist ein Konsens über eine Kennzeichnungspflicht von Eiern nach der Haltungsform - was dem Konsumenten in Zukunft eine bewußte Wahl eines Produktes überhaupt erst ermöglichen soll.

Cornelia Kafka, VIER PFOTEN: "Das Ergebnis des EU Agrarminsterrates ist Beweis dafür, daß die EU von Industrie und Agrarlobby regiert wird, in dem Tiere nach wie vor als Ware gelten."

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Nutztierreferentin, Cornelia Kafka

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