- 14.06.1999, 10:00:07
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- OTS0330
Apotheker zum Schulschluß: Prüfungsangst nicht kritiklos mit Medikamenten bekämpfen
Wien (OTS) - Rechtzeitig zur Prüfungszeit vor Schulschluß warnt
die Apothekerkammer davor, Schulprobleme, also etwa Prüfungsstreß und
Prüfungsangst, kritiklos mit Medikamenten zu behandeln. Dazu der
Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Herbert Cabana:
"Es geht darum, den vernünftigen Gebrauch von Medikamenten vom
Mißbrauch klar abzugrenzen. Es gibt Kinder, die regelmäßig
Arzneimittel brauchen, etwa Asthmatiker. Gefährlich kann es werden,
wenn die Eltern, oder die Schüler selbst, versuchen, Prüfungsstreß
mit Beruhigungsmitteln oder mit Ecstasy-Tabletten und Alkohol zu
bekämpfen. Das kann schnell zu Abhängigkeiten führen."
Gerade Kinder und Jugendliche müssen lernen mit Streßsituationen
aus eigener Kraft fertig zu werden. Dazu brauchen sie unsere
Zuwendung und Unterstützung. Mißbräuchlich verwendet können
Arzneimittel, Alkohol oder andere Mittel als Einstiegsdrogen in
spätere Suchtgiftabhängigkeit führen. Denn diese Jugendlichen haben
gelernt, so Cabana, daß unangenehme Gefühle in bestimmten Situationen
durch das Schlucken von derartigen Mitteln kurzfristig vermieden
werden können.
Besorgte Eltern sollten daher folgende Fragen für ihr Kind
beantworten:
1. Zeigt Ihr Kind in Streßsituationen (z.B. Prüfungen)
Auffälligkeiten oder wird es häufig krank?
2. Fällt auf, daß Ihr Kind häufig zu Medikamenten oder Mitteln
(Energydrinks, Alkohol, unkontrollierter Gebrauch von
Vitaminpräparaten, Alkohol, Nikotin, ...) greift, von denen es
aufputschende oder beruhigende Wirkung erwartet?
Präsident Cabana: "Wenn Sie als Eltern nach Beantwortung dieser
Fragen den Eindruck haben, daß Ihr Kind gefährdet ist abhängig zu
werden, wenden Sie sich an einen Fachmann. Fragen Sie Ihren
Apotheker, der Ihnen kostenlos und anonym weiterhelfen kann oder
wenden Sie sich an die schulpsychologischen Beratungsstellen der
Landesschulräte!"
Rückfragehinweis: Pressereferat der ÖAK,
Tel.: 01/404 14/600
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