- 06.06.1999, 14:22:03
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- OTS0059
Zweitägiges Europa-Forum Wachau in Göttweig beendet
Pröll: Wichtige Plattform des Dialogs, des Meinungsaustausches und des Überlegens
Niederösterreich (NLK) - Als eine wichtige Plattform des Dialogs,
des Meinungsaustausches und des Überlegens bezeichnete heute
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Altmanni-Saal des Stiftes Göttweig
die traditionellen Gespräche im Rahmen des Europa-Forums Wachau, das
anläßlich der EU-Volksabstimmung 1994 ins Leben gerufen wurde und
heuer bereits zum fünften Mal stattfand. Das Europa-Forum bot
internationalen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und
Politik wieder die Möglichkeit eines breiten Gedankenaustausches über
das Europa der Gegenwart und Zukunft. Dabei sei insbesondere auch die
Rolle Niederösterreichs aufgrund seiner exponierten Lage neu zu
überdenken und neu zu definieren, so Pröll. Niederösterreich habe
heute die Chance, vom Grenzland zum Kernland und zu einer Top-Region
in Europa zu werden. Globale Verantwortung in einem gemeinsamen
Europa verlange aber auch, die Interessen und Anliegen der Bürger auf
regionaler Ebene nicht aus den Augen zu verlieren. Die Erweiterung
der EU verlange zudem gemeinsames Geschick und politisches Gespür
aller Beteiligten, um "zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Schritt
in die richtige Richtung zu machen", sagt Pröll.
Für den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban bewege sich
Ungarn im Hinblick auf die Integration in Europa in die richtige
Richtung. So würden heute bereits 80 Prozent der Exporte in EU-Länder
gehen. Die Integration in Europa scheint für ihn jedoch nach wie vor
außer Reichweite zu sein. Dennoch hält Orban an einem EU-Beitritt
Ungarns im Jahr 2002 fest. Eine richtige Entscheidung Ungarns sei für
ihn auch die NATO-Mitgliedschaft, die dem Land Sicherheit gewähre. Um
jedoch einen dauerhaften Frieden in Jugoslawien gewährleisten zu
können, brauche es seiner Ansicht nach eine umfassende Lösung für
Südosteuropa.
Das Schlußwort beim heutigen Europaforum war Bundesminister und
Vizekanzler Dr. Wolfgang Schüssel vorbehalten. Für ihn hätte sich das
Europa-Forum Wachau von einer Gedenkveranstaltung zu einer
Nachdenkveranstaltung mit ganz beachtlicher Tiefe und Breite
entwickelt. Unter anderem sprach er auch zur EU-Erweiterung, die er
als ein zentrales, historisches Projekt der nächsten Jahre und
Jahrzehnte der Gemeinschaft bezeichnete. Optimistisch zeigte er sich,
daß die Kosovo-Krise zu einem guten Ende komme. Die Chance für den
Frieden lebe, dennoch sei Vorsicht geboten. Schüssel verteidigte auch
die Militäraktion in Jugoslawien. "Friede ist manchmal nur durch
militärische Festigkeit zu erreichen." Nun müßte allen Länder, auch
Jugoslawien, im Hinblick auf den Stabilitätspakt, Perspektiven
geboten werden. Das erfordere aber auch klare Bedingungen, freie
Marktwirtschaft, Rechtstaatlichkeit, freie Medien, etc. Wer ein
starkes gemeinsames Europa wolle, müsse gesamteuropäische Denkmuster
entwickeln, sagte Schüssel abschließen.
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Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742 / 200
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(Schluß)
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