- 06.06.1999, 10:00:22
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Verbund will Hauptversammlungsbeschlüsse vor Gericht anfechten
Wien (OTS) - Verbund-Sprecher Hans Haider kündigt Widerstand
gegen die Beschlüsse der jüngsten Hauptversammlung an. Dies berichtet
das Nachrichtenmagazin Format in seiner am Montag erscheinenden
Ausgabe. Kern der Kritik: Die Entsendung von drei leitenden
Angestellten des Konsortiums EVN, Wienstrom und TIWAG in den
Verbund-Aufsichtsrat. Haider im Interview: "Hier liegt ein
Interessenskonflikt vor. Auf der einen Seite das Interesse der
Verbundgesellschaft. Auf der anderen Seite die Partikularinteressen
einzelner Aktionäre, die sich durch ihre Präsenz im Aufsichtsrat
Vorteile verschaffen wollen."
Die Hauptversammlung werde, so Haider wörtlich, "ein Nachspiel
haben". Zitat: "Wir überlegen noch, ob wir selbst anfechten, oder
zuwarten, bis ein anderer Aktionär das durchzieht." Der
Verbund-Sprecher bezieht sich dabei auf das Aktiengesetz, wonach der
Vorstand das Recht hat, Hauptversammlungsbeschlüsse vor Gericht
anzufechten= , wenn sich beispielsweise ein Aktionär Sondervorteile
zum Schaden der Gesellschaft verschafft.
Heftige Kritik übt Haider zudem an der Syndikatsvereinbarung zwischen
dem Mehrheitsaktionär Republik Österreich und den drei
Landesversorgern. Die Vereinbarung ist, wie Format bereits
berichtete, zumindest in einem Punkt höchst umstritten. Demnach soll
die Übereinkunft, daß die Syndikatspartner zu Beratungen den
Verbund-Vorstand beiziehen können, klar gegen das Aktiengesetz
verstoßen. Haider gegenüber Format: "Es ist tatsächlich fraglich, ob
diese privatrechtliche Vereinbarung zweier Aktionärsgruppen über den
Vorstand hinweg im Sinne aller Aktionäre sein kann. Auch wenn der
Bund und die Landesversorger 78 Prozent kontrollieren, habe ich als
Vorstan= d die Interessen aller Aktionäre zu wahren."
Rückfragehinweis: Michael Nikbakhsh, 0664 301 46 16
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