- 05.06.1999, 11:05:00
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Muzik: Nach Serviceverschlechterungen durch ÖBB und NÖVOG - Weinviertler Pendler sind verärgert
Pröll und NÖVOG lassen den Weinviertler Nahverkehr langsam sterben
St. Pölten, (SPI) - Drei Schnellzüge werden aufgelassen, nur
einer wird als Ersatz wieder in den Fahrplan eingeführt. Die
NÖVOG (Niederösterreichische Verkehrs-Organisations-
Gesellschaft) verspricht moderne Zugsgarnituren, zum Einsatz
kommen total veraltete und sicherheitstechnisch bedenkliche
Fahrzeuge ohne jedweden Komfort und Bequemlichkeit. "Die stark
frequentierte Strecke von Wien Süd nach Marchegg wird für den
Pendlerverkehr offensichtlich langsam aber sicher aufgegeben",
befürchtet der Weinviertler SP-Landtagsabgeordnete und
Verkehrssprecher Hans Muzik. "NÖ-Landesverkehrsreferent Erwin
Pröll und sein ehemaliger Mitarbeiter, ÖBB-
Personenverkehrsdirektor Gerhard Stindl, ehemaliger NÖVOG-Chef
und enger Berater von Landeshauptmann Erwin Pröll, engen das
Angebot für die Pendler im Nahverkehr immer mehr ein. Auf Dauer
werden viele ein Ausweichen auf die überfüllten Straßen in
Erwägung ziehen - denn Reisezeiten von bis zu drei Stunden und
unzumutbares Wagenmaterial ist für viele nicht mehr akzeptabel",
so Muzik.****
Diese Politik der ÖVP ist an sich nicht verwunderlich. So ließ
Landesverkehrsreferent Erwin Pröll am vergangenen Mittwoch über
die "Krone" ausrichten: "Der Personenverkehr (Bahn; Anm. d.Red.)
stagniert und nimmt von Jahr zu Jahr ab." "Darauf sind Sie
stolz, Herr Landeshauptmann? Dafür sind Sie verantwortlich! Dies
ist das Ergebnis Ihrer völlig falschen Verkehrspolitik, die die
ÖVP in den letzten Jahrzehnten in Niederösterreich praktiziert.
Fast 300.000 Pendler müssen dafür tagtäglich die Zeche zahlen.
Entweder sie stecken im Stau völlig überlasteter Straßen, oder
sie darben im Winter bei großer Kälte und im Sommer bei
unerträglicher Hitze in veralteten Eisenbahnwaggons", kritisiert
Muzik.
"Es ist einfach ein Skandal, daß Pröll und die NÖVOG
Verkehrsleistungen und Züge einfach abbestellen, ohne Ersatz
anzubieten. "Selbstverständlich sind die ÖBB gerne bereit,
zusätzliche Leistungen zu erbringen. Dafür sind jedoch eine
entsprechende Bestellung durch das Land Niederösterreich bzw.
die NÖVOG nötig" hieß es in einer Aussendung der ÖBB vom 27. Mai
1999. "Wann werden Sie endlich Bestellungen für zusätzliche
Zugsverbindungen abgeben? Wann werden Sie sich mit ihrem
ehemaligen Mitarbeiter, ÖBB-Vorstandsdirektor Stindl, endlich
für Verbesserungen im NÖ-Nahverkehr einsetzen. Wann nehmen Sie
endlich Verantwortung wahr", so der SP-Mandatar in Richtung
Landesverkehrsreferent Erwin Pröll.
(Schluß) fa
Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ
Tel: 02742/200/2794
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