Gewerbeverein: Wie arbeitslos sind wir wirklich?

Wien (OTS) - Folgt man der amtlichen Statistik, dann weist Österreich seit nahezu eineinhalb Jahren die gleiche Arbeitslosenrate aus: zwischen 4,4 und 4,6 Prozent. Hört man die Politikererklärungen, dann ist jeder Monatsletzte - der Erhebungstag - ein Jubeltag. Die Tendenz zum Besseren scheint danach unübersehbar - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) in einer Presseaussendung.

Nun arbeiten alle Länder im EU-Raum mit der gleichen Ermittlungsmethode. Dort wo sich in Österreich - außer um nicht mehr 0,2 Prozent - keine Besserung zeigt, weist etwa im gleichen Zeitraum Schweden eine Verbesserung um 1,6 Prozentpunkte aus. (Zugegebenermaßen von einem höheren Ausgangswert).

Deutschland zeigte uns kurz vor der Bundestagswahl 1998, wie man rasch die Arbeitslosenziffer nach der genannten Statistik nach unten preßt - danach ging's wieder bergauf - mit der Statistik. Der ÖGV fordert von der Bundesregierung endlich, aussagefähige Daten über die Arbeitsmarktsituation im EU-Raum zu verlangen. Der Staat fordert von uns zu recht, daß wir Geschwindigkeitsbeschränkungen und Alkohollimits penibel einhalten. Wir fordern vom Staat, daß er EU-weit durchsetzt, exakte Daten erheben zu lassen. Die derzeitige Ermittlung - unterstützt mittels Meinungsumfragen und Mikrozensus bringt nichts. So ist etwa die Frage an Menschen, ob sie sich arbeitslos fühlen ein mehr als dubioses Erhebungsmittel für Arbeitslosigkeit. Mit der gleichen Fragetechnik könnte nämlich ein angeheiterter Lenker antworten: 'Ich fühle mich nüchtern' und ein Schnellfahrer: 'Es waren eh nur 30 km/h'. So wie die öffentlich-rechtliche Verwaltung exakte Sachverhalte - andere betreffend - ermittelt, sollte sie bei sich selbst vorgehen.

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