Keusch: Aktive Förder- und Standortpolitik anstatt "Verwaltung von Förderungen”

Mit begleitenden Maßnahmen Wirtschaftsentwicklung absichern und Defizite beseitigen

St. Pölten, (SPI) – "Die Entwicklung der NÖ Wirtschaft zeigt im letzten Jahrzehnt eine deutlich höhere Wachstumsdynamik als die übrigen Bundesländer. Als Grund dafür gelten die Ostöffnung, der EU-Beitritt Österreichs und die verstärkte Auslagerung von Produktionsstandorten aus Wien. Dies führte dazu, daß die Rohwertschöpfung der NÖ Wirtschaft von 1988 bis 1996 in Niederösterreich um durchschnittlich 6,2 % anstieg, bei einem österreichischen Durchschnittswert von 5,7 %. Niederösterreich
lag damit an der Spitze aller Bundesländer”, stellt SP-Landtagsabgeordneter Eduard Keusch im Rückblick auf die Aktuelle Stunde zum Thema "Wirtschaftsförderung und
Arbeitsplatzsicherung” bei der vergangenen Sitzung des NÖ Landtages fest.****

Die Folge davon war auch ein Anstieg der Zahl der unselbständig Erwerbstätigen im Zeitraum von 1988 bis 1997 um 15,3 %
(Österreich + 8,7 %). Dies ist allerdings kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Niederösterreich ist zumeist von Branchen dominiert, die österreichweit eine unterdurchschnittliche Wachstumsdynamik aufweisen, wie etwa Bergbau,
Mineralölindustrie, aber auch die Landwirtschaft. Betrachtet man auch die Wertschöpfung pro Einwohner, so liegt diese in Niederösterreich deutlich unter dem österreichischen
Durchschnitt und betrug 1996 247.385,-- S oder nur 85,7 % des Bundesdurchschnitts.

"Die Wachstumsdaten der NÖ Wirtschaft dürfen auch nicht darüber hinwegtäuschen, daß es innerhalb unseres Bundeslandes enorme regionale Wohlstandsunterschiede gibt. So liegt etwa das
Weinviertel am unteren Ende mit einer Wertschöpfung pro
Einwohner von etwa 65 % des österreichischen Durchschnitts. Im Mostviertel, Waldviertel, der Region NÖ Süd und dem nördlichen Wiener Umland erreichte die Bruttowertschöpfung immerhin 80 bis
90 % des österreichischen Durchschnitts und das südliche Umland Wiens lag mit 156 % sogar deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Diese regionalen Divergenzen spiegeln sich auch in den Wachstumsraten der einzelnen Regionen wider.

"Deshalb gilt es im Rahmen der Wirtschaftsförderung vor allem
eine aktive Förder- und Ansiedelungspolitik zu betreiben. Ein bloßes "Verwalten” von Fördertöpfen ist nämlich dann nicht zielführend, wenn die erwähnten Strukturschwierigkeiten nicht mittelfristig bereinigt werden können. Der Strukturwandel in Niederösterreichs Wirtschaft ist aktiv zu beeinflußen und nicht nur zu "begleiten”. Nur damit schaffen wir die Voraussetzung,
den "turn arround” für neue Technologien und Industrien und
damit auch für neue Arbeitsplätze zu schaffen”, so der SP-Finanzsprecher weiter.
Notwendige Maßnahmen sind daher:

  • Herstellung der Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur, Anbindung an internationale Netze.
  • Mobilisierung von Privatkapital für innovationsorientierte Unternehmen.
  • Technologietransfer zwischen Universitäten bzw. externen Forschungseinrichtungen einerseits und dem klein- und mittelbetrieblich strukturierten Unternehmensbereich andererseits forcieren.
  • Kooperationsplattformen zwischen Groß- sowie Klein- und Mittelbetrieben unterstützen.
  • Durchforstung des Förderungssystems nach wenig zielführenden bzw. uneffizienten Modellen – stärkere technologie- und innovationspolitische Ausrichtung.
  • Förderdesign in Richtung Marketing, Design und Controlling optimieren.
  • Förderbegleitung von der Idee bis zum fertigen Produkt.
  • Der Ausbau einiger (weniger) höchstwertiger "Spezialstandorte” mit optimaler Infrastruktur im Rahmen einer Selektion Technologiepolitik.
  • Die Teilnahme niederösterreichischer Unternehmen an den einschlägigen EU-Programmen sollte stärker unterstützt werden.
  • Vermeidung von Doppelgleisigkeiten von Bundes- und Landesförderprogrammen (Schluß) fa

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