- 25.05.1999, 08:05:00
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Keusch: Aktive Förder- und Standortpolitik anstatt "Verwaltung von Förderungen”
Mit begleitenden Maßnahmen Wirtschaftsentwicklung absichern und Defizite beseitigen
St. Pölten, (SPI) – "Die Entwicklung der NÖ Wirtschaft zeigt im
letzten Jahrzehnt eine deutlich höhere Wachstumsdynamik als die
übrigen Bundesländer. Als Grund dafür gelten die Ostöffnung, der
EU-Beitritt Österreichs und die verstärkte Auslagerung von
Produktionsstandorten aus Wien. Dies führte dazu, daß die
Rohwertschöpfung der NÖ Wirtschaft von 1988 bis 1996 in
Niederösterreich um durchschnittlich 6,2 % anstieg, bei einem
österreichischen Durchschnittswert von 5,7 %. Niederösterreich
lag damit an der Spitze aller Bundesländer”, stellt SP-
Landtagsabgeordneter Eduard Keusch im Rückblick auf die Aktuelle
Stunde zum Thema "Wirtschaftsförderung und
Arbeitsplatzsicherung” bei der vergangenen Sitzung des NÖ
Landtages fest.****
Die Folge davon war auch ein Anstieg der Zahl der unselbständig
Erwerbstätigen im Zeitraum von 1988 bis 1997 um 15,3 %
(Österreich + 8,7 %). Dies ist allerdings kein Grund, die Hände
in den Schoß zu legen. Niederösterreich ist zumeist von Branchen
dominiert, die österreichweit eine unterdurchschnittliche
Wachstumsdynamik aufweisen, wie etwa Bergbau,
Mineralölindustrie, aber auch die Landwirtschaft. Betrachtet man
auch die Wertschöpfung pro Einwohner, so liegt diese in
Niederösterreich deutlich unter dem österreichischen
Durchschnitt und betrug 1996 247.385,-- S oder nur 85,7 % des
Bundesdurchschnitts.
"Die Wachstumsdaten der NÖ Wirtschaft dürfen auch nicht darüber
hinwegtäuschen, daß es innerhalb unseres Bundeslandes enorme
regionale Wohlstandsunterschiede gibt. So liegt etwa das
Weinviertel am unteren Ende mit einer Wertschöpfung pro
Einwohner von etwa 65 % des österreichischen Durchschnitts. Im
Mostviertel, Waldviertel, der Region NÖ Süd und dem nördlichen
Wiener Umland erreichte die Bruttowertschöpfung immerhin 80 bis
90 % des österreichischen Durchschnitts und das südliche Umland
Wiens lag mit 156 % sogar deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Diese regionalen Divergenzen spiegeln sich auch in den
Wachstumsraten der einzelnen Regionen wider.
"Deshalb gilt es im Rahmen der Wirtschaftsförderung vor allem
eine aktive Förder- und Ansiedelungspolitik zu betreiben. Ein
bloßes "Verwalten” von Fördertöpfen ist nämlich dann nicht
zielführend, wenn die erwähnten Strukturschwierigkeiten nicht
mittelfristig bereinigt werden können. Der Strukturwandel in
Niederösterreichs Wirtschaft ist aktiv zu beeinflußen und nicht
nur zu "begleiten”. Nur damit schaffen wir die Voraussetzung,
den "turn arround” für neue Technologien und Industrien und
damit auch für neue Arbeitsplätze zu schaffen”, so der SP-
Finanzsprecher weiter.
Notwendige Maßnahmen sind daher:
- Herstellung der Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur,
Anbindung an internationale Netze.
- Mobilisierung von Privatkapital für innovationsorientierte
Unternehmen.
- Technologietransfer zwischen Universitäten bzw. externen
Forschungseinrichtungen einerseits und dem klein- und
mittelbetrieblich strukturierten Unternehmensbereich
andererseits forcieren.
- Kooperationsplattformen zwischen Groß- sowie Klein- und
Mittelbetrieben unterstützen.
- Durchforstung des Förderungssystems nach wenig
zielführenden bzw. uneffizienten Modellen – stärkere
technologie- und innovationspolitische Ausrichtung.
- Förderdesign in Richtung Marketing, Design und Controlling
optimieren.
- Förderbegleitung von der Idee bis zum fertigen Produkt.
- Der Ausbau einiger (weniger) höchstwertiger
"Spezialstandorte” mit optimaler Infrastruktur im Rahmen einer
Selektion Technologiepolitik.
- Die Teilnahme niederösterreichischer Unternehmen an den
einschlägigen EU-Programmen sollte stärker unterstützt werden.
- Vermeidung von Doppelgleisigkeiten von Bundes- und
Landesförderprogrammen
(Schluß) fa
Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ
Tel: 02742/200/2794
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