• 21.05.1999, 08:23:23
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  • OTS0026

Das EuGH-Skandalurteil gegen österr. Tiertransportgesetz erleichtert Behörden-Willkür gegen Tierschützer: StA Salzburg legt 5-fache Strafanzeige gegen brutale Viehtreiber grundlos zurück!

Wien (OTS) - Vor zwei Monaten berichteten wir, daß der
Geschäftsführer des "VgT", Dr. Franz-Joseph Plank, am Salzburger
Nutzviehmarkt in Bergheim während des Filmens der Verladung mutmaßli-
cher "Herodeskälber" von Verladearbeitern der "Salzburger
Viehverwertung" brutal überwältigt, auf das Gelände der
Raiffeisen-Viehverladestelle verschleppt, geschlagen, zu Boden
gestoßen, der Kamera beraubt und dort längere Zeit gegen seinen
Willen festgehalten wurde!

Dr. Plank befand sich zum Zeitpunkt des Filmens auf öffentlichem,
nicht der Viehverwer- tung gehörenden Gelände! Die brutale Reaktion
der Viehtreiber läßt sich wohl nur durch deren schlechtes Gewissen
erklären, da bei den mafiösen Geschäften mit 1 bis 2-wöchigen
österreichischen Saugkälbern, die jeden Montag in Salzburg zu
Tausenden auf dreistöckige LKWs gepfercht und von dort für saftige
Prämien bis nach Frankreich oder Spanien gekarrt werden. Die drei
Vieh- treiber Erwin Amerhauser, Felix Dürnberger und Josef Eder
haben, von einem Zeugen bestätigt, in mehreren Fällen die
Strafgesetzordnung verletzt: Nötigung, Freiheitsentziehung,
Gefährliche Drohung, Körperverletzung und Diebstahl! Dr. Plank mußte
sich danach wegen der Körperverletzung sogar im Salzburger
Unfallkrankenhaus behandeln lassen.

Nun bekamen wir die unglaubliche Nachricht von der Staatsanwaltschaft
Salzburg, daß diese fünffache Strafanzeige, eingebracht durch den
Anwalt des "Verein gegen Tierfabriken", Mag. Stefan Traxler, mit der
üblichen nichtssagenden Floskel zurückgelegt wurde! Uns steht es
jetzt lediglich frei, auf eigene Kosten und Risiko, als
Privatbeteiligter eine Voruntersuchung einleiten zu lassen. Wieder
einmal putzt sich die Behörde ab und will sich nicht mit der
Tiertransport-Lobby anlegen - wie bereits etliche Male zuvor:
Illegale Tiertransporter wurden von der Exekutive vor den
Tierschützern "beschützt" und außer Landes eskortiert, ohne sie mit
den gesetzlich vorgeschriebenen Strafen zu belegen. Stattdessen muß
sich der VgT mit Dutzenden Verwaltungs- strafverfahren gegen seine
Mitarbeiter herumschlagen ("Gehen auf der Autobahn, 'Nichtanmelden
bzw. Nichtauflösen einer Kundgebung", etc.), die uns mittlerweile
mehr als 100.000,- S gekostet haben! Offenbar mit dem Zweck, uns
endlich mundtot zu machen und weitere Blockaden illegaler
Tiertransporter zu verhindern.

Hier fragt man sich, was eigentlich seitens dieser Mafia noch alles
passieren muß, bevor sich unsere Behörden und Gerichte endlich zum
Handeln entschließen? Immerhin sind ja im Ausland von dieser Seite
bereits Morde verübt worden (in Belgien wurde ein Tierarzt, der diese
Machen- schaften kontrolliert hatte, erschossen und in England kam
eine Tierschützerin unter die Räder eines Tiertransporters) und auch
wir wurden in jüngster Zeit bei unseren Recherchen mehrmals bedroht.
Es steht zu befürchten, daß sich nach dem skandalösen EuGH-Entscheid
vom 11. Mai, in dem unser seit 1.1.95 gültiges vorbildliches
Tiertransportgesetz de facto abgeschafft wird, v.a. unsere untätigen
Behörden und Politiker freuen werden: sie können jetzt ihre
Verantwortung für den jahrelangen Nicht-Vollzug endgültig an die
anonyme EU-Machtzentrale in Brüssel abschieben.

Rückfragehinweis: Verein gegen Tierfabriken
Jürgen Faulmann

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