Israelitische Kultusgemeinde ehrt die Initiative "Verlorene Nachbarschaft" und Dr. Hubert Steiner mit der Friedrich Torberg-Medaille

Die Israelitischen Kultusgemeinde, zeichnete im Beisein zahlreicher Ehrengäste die Initiative "Verlorene Nachbarschaft" und Dr. Hubert Steiner vom Österreichischen Staatsarchiv mit der Friedrich Torberg-Medaille aus. Mit dieser Medaille ehrt die Kultusgemeinde im Andenken an Friedrich Torberg Persönlichkeiten, Initiativen oder Institutionen, die sich für eine offene, lebendige und aktive Demokratie in Österreich eingesetzt haben, oder gegen das Wiedererstarken nationalsozialistischen Ungeistes auftreten.

"Das Projekt "Verlorene Nachbarschaft" nahm im vergangenen Jahr den 60. Jahrestag des Novemberpogroms zum Anlaß für eine Reihe von Aktivitäten und sehr würdevoll gestalteten Veranstaltungen, die sich gegen das Vergessen wandten" begründete Dr. Muzicant in seiner Grußadresse die Auszeichnung. Er erinnerte an die Installation, die eine Rekonstruktion der Synagoge in der Neudeggergasse darstellte, und dankte den Initiatoren Dr. Primavera Gruber, Käthe Kratz, Dr. Hans Litsauer, Werner Rotter, Karin Schön und Architeckt Dipl. Ing. Georg Schönfeld. Sie hätten mit ihrer Initiative verdeutlicht, daß die Geschichte der Verbrechen des Nationalsozialismus in Wien in den Straßen, in denen wir heute gehen, in den Häusern, in denen wir wohnen, noch immer allgegenwärtig sei und so einen eindrucksvollen Beitrag gegen Verdrängen und Vergessen gesetzt.

Die zweite Auszeichnung ging an Dr. Hubert Steiner, der mit seiner Arbeit im Archiv der rRepublik im Rahmen des Österreichischen Staatsarchives Grundlagen für eine sachliche und korrekte Diskussion der Restitutionsproblematik in Österreich geschaffen hat.

Altbundeskanzler Dr. Franz Vranitzky bekannte sich in seiner Laudatio für die Ausgezeichneten zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte und dankte den Geehrten, daß sie mit ihrem Engagement gegen die weit verbreitete Meinung auftreten, man solle endlich die Diskussion um die Verbrechen des Nationalsozialismus ruhen lasen.

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