• 19.05.1999, 12:30:48
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EU-Spesen-Skandal erschüttert die FPÖ: - FPÖ-Spitzenkandidaten überwiesen EU-Mitarbeiter-Honorare an Ehefrau und Lebensgefährten

- Peter Sichrovsky zahlte seiner Ehefrau aus öffentlichen EU-Mitteln monatlich 50.000,- Schilling - Daniela Raschhofer überwies ihrem Lebensgefährten insgesamt S 459.554,-- Schilling Vorausmeldung zu NEWS Nr. 20/20.5.99

Wien (OTS) - Die morgige Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS
veröffentlicht die internen Honorarlisten des EU-Parlaments, die im
österreichischen EU-Wahlkampf für Aufregung sorgen werden.

Laut den offiziellen EU-Unterlagen haben die beiden
Spitzenkandidaten der FPÖ in den Jahren 1996 und 1997 an ihre
privaten Lebensgefährten mehr als 1 Million Schilling an sogenannten
"Mitarbeiter-Honoraren" überwiesen.

Aus den Kontoauszügen des EU-Parlaments geht zweifelsfrei hervor,
daß der FPÖ-Abgeordnete Peter Sichrovsky aus seinem Mitarbeiter-Konto
von November 1996 bis Dezember 1997 monatlich jeweils S 50.000,-- an
seine Ehefrau Colleen Delegan überweisen hat. Colleen Delegan lebt
als Drehbuchautorin in Hollywood und bezog aus EU-Mitteln durch
Sichrovsky-Überweisungen S 704.667,--.

Die Spitzenkandidatin der FPÖ-Liste, Daniela Raschhofer, überwies
ihrem Lebensgefährten Andreas R. von Dezember 1996 bis Jänner 1998 an
Mitarbeiterhonoraren insgesamt S 459.554,--.

Laut dem Bericht in der morgigen Ausgabe des Nachrichtenmagazins
NEWS war die FPÖ parteiintern bereits seit vergangenem Sommer bemüht,
die Zahlungen ihrer Spitzenmandatare an private Familienmitglieder
und persönliche Freunde aufzuklären. Schon im Sommer 1998 verfaßte
FPÖ-Wirtschaftssprecher Thomas Prinzhorn einen Aktenvermerk an
Parteichef Haider, in dem er Sichrovsky und Raschhofer vorwarf,
Mitarbeiter aus ihrem Familien- und Freundeskreis ohne Gegenleistung
aus EU-Mitteln zu bezahlen. Am 11. März 1999 wurden Raschhofer und
Sichrovsky vom FPÖ-Wahlkampfmanager Gernot Rumpold aufgefordert, die
Kontoblätter ihres Mitarbeiterkontos offenzulegen. Als diese
Offenlegung nicht erfolgte, leitete die FPÖ in Person des
Steuerberaters Wolfgang Ilgenfritz und Geschäftsführerin Riess-Passer
eine parteiintern Untersuchung ein.

Nach der morgigen NEWS-Enthüllung der tatsächlichen
Kontoauszahlungen könnte der Rücktritt von Sichrovsky und Raschhofer
als FPÖ-Spitzenkandidaten unmittelbar bevorstehen.

Rückfragehinweis: NEWS Chefredaktion,
Tel.: 01/21312/101

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